Wie ist Propaganda zu erkennen
Das 10 Punkte Propaganda-Rad
Eine Propaganda-Kampagne ist augenscheinlich schwer zu erkennen. Die Methoden und Techniken zielen darauf ab, die Emotionen bei den Zielempfängern anzuregen. Sobald Emotionen im Spiel sind, ist die Ratio – das Denken – weitestgehend ausgeschaltet. Ist die Ratio ausgeblendet, so haben die rhetorischen Worte und die entsprechenden unterstützenden Bilder zur Rhetorik ein leichtes Spiel. Der Zielempfänger handelt dann nach den Vorstellungen des Auftraggebers einer Kampagne.
Bestimmte Merkmale treten jedoch bei jeder Propaganda immer auf. Nachfolgend findet der Leser hier ein 10 Punkte Propaganda-Rad um sich ein klareres Bild machen zu können und eine Propaganda zu erkennen.
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Quelle: Lebe gelassen, 2024
Ergänzende Erläuterungen zu den einzelnen Punkten:
- Wenn Ereignisse, Themen oder Akteure so gerahmt sind, dass bestimmte Interessen bedient und andere Perspektiven ausgeblendet werden (Beispiel: Die Aussenpolitik des Westens als moralisch gut und mildtätig darzustellen, aber damit verbundene ökonomische Interessen werden verschwiegen).
- Wenn Ereignisse und Handlungen mit „umstrittenen ideologischen Konzepten“ wie „Krieg“, „Verbrechen“, „Massaker“, „Völkermord“, „Terrorismus“, „Demokratie“ oder „Sozialismus“ „Impfen“, „Klimawandel“ verbunden werden (z. B. wenn Kriegsverbrechen oder Staatsterrorismus als „Krieg“ beschönigt oder – anders gesagt – Kampfhandlungen unangemessen zu „Massakern“ oder „Völkermorden“ werden oder es Unsolidarisch ist, sich nicht impfen zu lassen oder wir müssen den Klimawandel bekämpfen).
- Wenn Berichterstattung durch Empörung zu politischem oder militärischem Eingreifen auffordert.
- Wenn Kritik auf taktisch-prozedurale (verfahrensmässig; den äusseren Ablauf einer Sache betreffend) Fragen beschränkt wird, während die grundsätzliche Legitimation der Strategie und der Ziele nicht hinterfragt wird.
- Wenn Fakten über ein Thema verwendet werden, aber gleichzeitig andere wichtigere Fakten ignoriert oder marginalisiert werden.
- Wenn Fakten in einen bestimmten Frame (Rahmen) eingeordnet werden, aber andere Frames, die ebenfalls zu den Fakten passen, nicht verwendet werden.
- Wenn Fakten oder Statements heruntergespielt werden durch Platzierung (ganz hinten ganz klein), durch Wiederholungsfrequenz (ganz selten) oder durch die Art ihrer Interpretation bzw. Einordnung.
- Wenn Akteure wie gegnerische Staatschefs oder Oppositionsgruppen im eigenen Land dämonisiert, beschimpft oder negativ assoziiert werden bzw. Etiketten bekommen, die nicht zur Faktenlage passen (Bsp.: Hitler-Vergleich, Rechts, Nazi, Leugner, Verschwörungstheoretiker)
- Wenn Gräueltaten von Feindstaaten betont oder übertrieben werden, auch bei unsicherer Faktenlage, und wenn Empörung, grausame Details und die Verantwortung für Gräueltaten überproportional und selektiv betont werden, verglichen mit ähnlichen Handlungen anderer Akteure oder Staaten.
- Wenn eine Botschaft ständig wiederholt wird und der Zielempfänger an jedem Kontaktpunkt auf die Botschaft trifft. Ein Kontaktpunkt ist ein Ort, wo plakativ die Botschaft mit Bildern unterstützt, präsentiert werden. Das sind Plakate, Banner auf Webseiten, Social Media Posts, Nachrichten in Radio und TV, Printmedien.
Fazit
Propaganda hat immer zum Zweck, die Unterstützung der Zielempfänger für die Taten und Interessen der Urheber zu gewinnen. Dabei wird die Absicht des Urhebers nie offen präsentiert. Die Botschaften zielen immer darauf ab, eine Emotion beim Empfänger auszulösen. Diese Emotion ist niemals eine positiv geladene Emotion sondern immer Angst und Schrecken. Wer in Angst und Schrecken versetzt wird, sucht Sicherheit. Er ist nicht in der Lage zur Selbstreflexion in einem solchen emotionalen Zustand und kann daher keine Analyse und Fakten einordnen. Darum ist es auch so schwer eine Propaganda als solche zu erkennen und die Massen fallen immer wieder auf diese Technik herein.
Dieses 10-Punkte-Propaganda-Rad soll helfen die Themen besser einordnen zu können und eine Propaganda-Kampagne als solches zu erkennen.
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