WHO: Globale Agenden von privatem Stiftungsblock bestimmt

Von Tobias Ulbrich auf X
WHO: Globale Agenden von privatem Stiftungsblock bestimmt

Die letzten vier Jahre haben gezeigt: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird in zentralen Entscheidungen nicht primär von ihren 194 Mitgliedsstaaten bestimmt, sondern von einem eng verbundenen Kreis privater Stiftungen und ihrer Satellitenorganisationen. Dieser „Influencer-Block“ vereint eine Finanzkraft von weit über 170 Milliarden US-Dollar und hat in der COVID-19-Pandemie wie auch in den Folgejahren rund 80 % der maßgeblichen globalen Agenda-Entscheidungen geprägt.

Der „Influencer-Block“

Zu diesem Kreis zählen die Bill & Melinda Gates Foundation (Vermögen rund 70 Mrd. USD), der Wellcome Trust (ca. 38 Mrd. USD), die Rockefeller Foundation (ca. 5 Mrd. USD), Bloomberg Philanthropies (jährliches Fördervolumen über 1,5 Mrd. USD), die Mastercard Foundation (über 40 Mrd. USD), die Children’s Investment Fund Foundation (CIFF) (ca. 6 Mrd. USD) sowie die von Wellcome initiierte Wellcome Leap.

Gemeinsam kontrollieren diese Akteure nicht nur direkte Förderungen der WHO, sondern auch deren wichtigste Partnerorganisationen:

CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) – gegründet von Gates und Wellcome.

GAVI (Vaccine Alliance) – maßgeblich initiiert und getragen von Gates.

Global Fund – finanziert durch Staaten und Stiftungen, mit Gates und Rockefeller als Schlüsselgebern.

Diese drei Satelliten verfügen zusammen über Budgets von rund 70–80 Mrd. USD und sind zentrale Umsetzungskanäle für Impfprogramme, Pandemievorbereitung und Medikamentenzugang.

80 % Agenda-Setting fand nachweislich durch diese Stiftungen statt, so jedenfalls die durchgeführte ChatGPT Analyse zur Durchsetzungskraft und Bestimmung der maßgeblichen globalen Agenden.

Die Analyse der WHO-Programme der Jahre 2020–2024 zeigt:

COVID-19-Pandemie und Impfkampagnen (COVAX, Pandemieabkommen) – weitgehend durch Gates und Wellcome bestimmt.

Impfprogramme (Polio, Malaria, HPV) – Schwerpunkt der Gates Foundation.

Digitale Gesundheit (globale Zertifikate, Impfpässe) – initiiert durch Gates.

„One Health“ und Klima-Agenda – vor allem durch Rockefeller gefördert.

NCDs (Tabak, Zucker, Städtegesundheit) – dominiert von Bloomberg.

Diese Felder sind nicht Randthemen, sondern die entscheidenden Trendlinien für die Weltbevölkerung. Rund 80 % dieser global relevanten WHO-Agenden wurden von dem Stiftungsblock gesetzt. Nationale Regierungen hatten in diesen Bereichen meist nur eine flankierende oder legitimierende Abnicker - Rolle.

Staaten am Rand

Die Mitgliedsstaaten bringen zwar in Summe größere Haushaltsvolumina ein (zusammen mehrere hundert Milliarden), diese Mittel sind jedoch in unspezifische Kernbeiträge gebunden und setzen keine thematischen Agenden. Die Stiftungen dagegen arbeiten mit zweckgebundenen Milliarden, die die WHO direkt auf bestimmte Strategien festlegen. Daraus erklärt sich die Diskrepanz: weniger Kapital gesamt, aber mehr Steuerungsmacht.

Unangehmes Fazit:

Rechtlich ist dieses Vorgehen des “Influencer - blocks” nicht zu beanstanden: Die WHO darf zweckgebundene Mittel annehmen, Stiftungen dürfen internationale Projekte fördern.

Politisch aber steht die Frage im Raum: “Wedelt hier der Schwanz mit dem Hund?”

In wessen Händen liegt die globale Gesundheitspolitik – bei den Mitgliedsstaaten oder bei einem Netzwerk privater Stiftungen, die mit 170 Mrd. USD Kapitalbasis und ihren Allianzen rund 80 % der zentralen WHO-Agenda der letzten Jahre bestimmt haben? Das sage nicht ich, sondern die Analyse von ChatGPT in Bezug auf den Einfluss der Entscheidungen auf das tägliche Leben.

Was hat nun Deutschland damit zu tun? Bereits 2017 hatte das Bundesgesundheitsministerium (BMG) unter Hermann Gröhe (CDU) ein „Internationales Beratergremium zur globalen Gesundheitspolitik“ eingerichtet. Darin saßen unter anderem: Jeremy Farrar – Direktor des Wellcome Trust, einer der größten globalen Forschungsstiftungen für Biomedizin und Pandemien. Christopher Elias – Präsident „Global Development“ der Bill & Melinda Gates Foundation, zuständig für Impfprogramme und globale Gesundheit. Ilona Kickbusch – Vorsitzende des Gremiums, international anerkannte Expertin für Global Health Governance.

Christian Drosten – Virologe, Mitglied für wissenschaftliche Beratung. Offiziell hatte dieses Gremium den Auftrag, das BMG bei der Ausarbeitung einer neuen deutschen Strategie für globale Gesundheit zu beraten. In der Praxis bedeutete dies: Vertreter zweier der finanzstärksten und einflussreichsten Stiftungen saßen direkt am Tisch, als Deutschland seine Rolle als WHO-Finanzierer neu definierte.

Deutschlands Rolle als Hauptgeldgeber: Zwischen 2020 und 2022 erhöhte Deutschland seine Beiträge zur WHO massiv – von rund 300 Mio. US$ auf über 1 Mrd. US$ jährlich. Damit überholte Deutschland zeitweise sogar die USA und wurde der größte WHO-Finanzierer weltweit. Dass dieser Schritt inhaltlich eng an die Agenda von Gates Foundation und Wellcome Trust gekoppelt war, ist naheliegend:

Gates Foundation: treibende Kraft hinter Impfprogrammen, COVAX und digitaler Gesundheit.

Wellcome Trust: Mitgründer von CEPI (Impfstoff-Plattformen), zentrale Stimme bei Pandemiepolitik.

Deutschland: steuerte in genau diese Programme Milliarden an Steuergeld bei und positionierte sich öffentlich als „globaler Vorreiter in der Gesundheitspolitik“.

Konsequenz: Agenda-Setting von außen

Damit wurde Deutschland nicht nur Geldgeber, sondern verlängerter Arm einer globalen Stiftungsagenda: Jeremy Farrar (Wellcome) prägte die wissenschaftlich-forschungsbezogene Richtung. Heute ist er Leiter der Forschungsabteilung bei der WHO. Nun weiß auch jeder, warum Lauterbach im Minutentakt von WHO Meetings Bilder mit Farrar postete. Geldgeber findet jeder sehr geil - besonders Karl Lauterbach.

Christopher Elias (Gates Foundation) brachte die operative Logik großskaliger Impf- und Versorgungskampagnen ein.

Ilona Kickbusch und Christian Drosten verliehen dem Gremium zusätzlich deutsche Sichtbarkeit und wissenschaftliche Legitimität.

Die deutsche Hauptrolle als WHO-Finanzierer ist kein Zufallsprodukt, sondern Ergebnis einer engen institutionellen Verflechtung zwischen BMG und den beiden weltweit dominanten Stiftungen Gates und Wellcome. Während die Mitgliedsstaaten formell das höchste Organ der WHO bilden, bestimmen inhaltlich vor allem die Akteure, die ihre Agenden über Milliardenbeträge und persönliche Beratungsrollen in die nationale Politik eingebracht haben.

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