Dehumanisierung – eine Propagandatechnik
- Ein Experiment aus den 70er Jahren
- Definition Dehumanisierung
- Entmenschlichung durch Technologien
- Konklusion
In der Tat sind viele Mitmenschen durch Politiker und den Systemmedien abwertend betitelt worden. Und ja, sogar als Mörder wurden Menschen betitelt, nur weil sie es abgelehnt haben, eine experimentelle gentechnische Substanz in den Körper injiziert zu bekommen. Eine Massenpsychose sondergleichen hat stattgefunden und heute will niemand etwas davon wissen oder nur schon darüber reden. Was ist hier geschehen? Ein Blick auf ein sozialpsychologische Experiment verschafft uns mehr Verständnis hierfür.
Ein Experiment aus den 70er Jahren
Ein sozialpsychologisches Experiment aus den 70er Jahren zeigt deutlich, wenn die Hemmschwelle sich senkt, dass der Mensch zu barbarischem Verhalten mutiert.
«Rhythm 0», von Rosen bis zur Pistole.
Was Menschen taten, als Marina Abramović sich nicht mehr wehrte.
Im Jahr 1974 stellte die junge Künstlerin Marina Abramović in Neapel ein ungewöhnliches Experiment auf die Beine. Sechs Stunden lang erklärte sie ihren Körper zum Objekt und überliess das Handeln vollständig dem Publikum.
Der Rahmen war einfach. In der Galerie Morra stellte Abramović einen Tisch auf, darauf 72 Objekte. Manche wirkten harmlos. Rosen, Brot, ein Glas Wasser, eine Feder. Andere waren eindeutig bedrohlich.
Scheren, Rasierklingen, ein Strick, eine Peitsche und eine geladene Pistole mit einer einzigen Patrone.
Die Regeln der Performance mit dem Titel «Rhythm 0» waren klar definiert. Abramović würde sechs Stunden lang reglos bleiben, nichts sagen, keinen Widerstand leisten. Die Besucher durften frei entscheiden, was sie mit ihr und den Objekten taten.
Anfangs herrschte Unsicherheit. Einige Besucher näherten sich vorsichtig, legten ihr Blumen in die Hand, küssten sie auf die Wange, gaben ihr ein Glas Wasser.
Andere schrieben kleine Botschaften oder schoben sie sanft von einer Stelle zur anderen. Gesten, die fast zärtlich wirkten.
Doch mit der Zeit veränderte sich die Atmosphäre. Je länger Abramović passiv blieb, desto mehr verloren die Besucher ihre Hemmungen. Kleidungsstücke wurden aufgeschnitten, ein Mann ritzte ihre Haut mit einer Rasierklinge, jemand schmierte Blut über ihren Körper.
Schliesslich griff ein Teilnehmer zur Pistole, richtete sie auf ihren Kopf und erst das Eingreifen anderer verhinderte, dass der Versuch in einer Katastrophe endete.
Abramović selbst hielt durch. Sie blieb unbewegt, egal ob sie gestreichelt oder verletzt wurde. Erst nach exakt sechs Stunden trat sie aus der Rolle, erhob sich und ging auf die Menschen im Raum zu.
Viele Zuschauer senkten den Blick oder verliessen den Raum fluchtartig. Die Konfrontation mit dem nun aktiven Gegenüber war offenbar schwerer zu ertragen als der Umgang mit dieser «stummen Projektionsfläche» eigenen Handelns.
«Rhythm 0» wurde natürlich auch im Licht sozialpsychologischem Verhaltens betrachtet. Es zeigte, wie schnell Gruppendynamik und die Abwesenheit klarer Regeln Verhaltensgrenzen verschieben.
Solange Abramović als passives «Objekt» vor ihnen stand, fühlten sich die Besucher nicht mehr an die üblichen moralischen Schranken gebunden. In der Masse entwickelte sich eine Art stillschweigender Freibrief.
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Quelle: Internet, zusammengesetztes Bild
Was einer tat, senkte die Hemmschwelle für den nächsten. Der Übergang von Neugier zu Aggression geschah nicht abrupt, sondern schrittweise, ein Muster, das man auch aus anderen Experimenten wie dem «Stanford-Prison-Experiment» kennt (Bei uns heisst der passende Film dazu, «Das Experiment»).
Für Psychologen ist der Fall Abramovićs ein Beispiel für das Phänomen der Dehumanisierung.
Merke: Sobald ein Mensch nicht mehr als gleichwertiges Gegenüber, sondern als “Objekt“ betrachtet wird, fällt es leichter, Gewalt oder Demütigung auszuüben.
Dass einzelne Besucher beschützend eingriffen, zeigt jedoch auch die Gegenbewegung. In jedem Publikum gibt es jene, die Grenzen ziehen, Verantwortung übernehmen und das Verhalten anderer stoppen.
Definition Dehumanisierung
Wenn wir über Dehumanisierung diskutieren, so lohnt es sich auch hierbei, die Definition davon ins Gedächtnis zu rufen.
Dehumanisierung
Englisch: dehumanization
Latein: de- ab-, weg-, humanitas menschliche Würde
Ex- oder implizite Wahrnehmung oder Bezeichnung von Personen oder Gruppen als nicht-/untermenschlich, oft durch Verweis auf vermeintlich untermenschliche oder negative übermenschliche Eigenschaften (z. B. Monster).
Dies kann geschehen durch Aberkennung von Eigenschaften, von denen Leute glauben, dass sie:
- Menschen von Tieren unterscheiden (z. B. komplexere Emotionen wie Schuld; Sprache; Kultur; Moral) oder
- typisch menschlich sind (z. B. Wärme; Offenheit).
Die erste Art von Dehumanisierung wertet Personen zu Tieren oder unreifen Kindern herab, die zweite zu Objekten oder Robotern. Dehumanisierung ist oft von Emotionen wie Ekel oder Abscheu begleitet, sowie einem Mangel an Empathie. Sie führt dazu, dass moralische Grundsätze für die Betroffenen nicht mehr gelten.
Dehumanisierung dient individuellen, interpersonellen, und Intergruppen-Funktionen (z. B. Reduktion moralischer Emotionen; Gefühle von Überlegenheit; Begründung von Konflikten). Daher führt die Dehumanisierung zur Duldung und Zuspruch von vergangener sowie zukünftiger Gewalt sowie mangelnder Hilfsbereitschaft für Opfer von Gewalt.
Dehumanisierung spielt eine grosse Rolle für Gruppengewalt (z. B. Genozid): Juden während des Holocaust, bosnische Muslime in den Balkankriegen, Tutsis in Ruanda und Immigranten wurden vor dem Ausbruch von Konflikten und Gewalt mit Schädlingen und Ungeziefer gleichgesetzt, die die soziale Ordnung und Kultur verunreinigen und bedrohen.
Im Bereich interpersoneller Gewalt dient die Dehumanisierung dazu, Opfer von Vergewaltigung unbeachtet zu lassen oder gar Vergewaltigung zu legitimieren. Im Alltag findet sich die Dehumanisierung oft in Stereotypen wieder, die manchen Gruppen einzigartig oder prototypisch menschliche Eigenschaften absprechen. Gesundheitspersonal sieht Patienten oft als Objekte, um nicht zu viel empathischen Stress zu erleiden. Weiblichkeit oder Behinderungen werden oft mit Tier- oder Kinder-Eigenschaften verknüpft; hier verbindet sich Dehumanisierung mit feindlichem und benevolentem Sexismus sowie bevormundender Diskriminierung. 1
Entmenschlichung durch Technologien
Neuerdings findet Dehumanisierung nicht nur als abwertende Eigenschaft der Menschen statt sondern auch auf Technologien. Die technischen Errungenschaften im Hinblick auf die Robotik zeigt uns eine neue Form der Dehumanisierung. Rhetorisch wird uns gesagt, dass der Mensch fehlerhaft und nicht komplett sei. Daher müsse man den fehlerhaften Menschen mit moderner Technik zusammenführen.
Diese Rhetorik wird durch eine Ideologie namens Transhumanismus vor Augen geführt. Dabei betrachten die Anhänger des Transhumanismus die Grenzen menschlicher Möglichkeiten, sei es intellektuell, physisch oder psychisch, durch den Einsatz technologischer Verfahren erweitern zu wollen. Die Interessen und Werte der Menschheit werden als «Verpflichtung zum Fortschritt» angesehen. Transhumanisten gehen davon aus, dass die nächste Evolutionsstufe der Menschheit durch die Fusion mit Technologie erreicht wird. Der Beginn dieser «Verwandlung» sehen wir heute bereits durch das Tragen von Wearables an unseren Körpern.
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Quelle: https://storage.googleapis.com/ddcuxaizufcjde/wearable-devices-characteristics.html
Sehr viele Menschen sind Technik affin und glauben den Zahlen und Farbbalken auf solchen Wearables mehr als dem eigenen Körpergefühl. Das ist leicht zu erkennen im Fitness Center oder im Sommer bei den tausenden Velofahrern die mit einem Brustgurt bewaffnet, die Körperdaten wie Herzschlag, Puls etc. an eine Uhr am Handgelenk senden. Das Körpergefühl und damit auch das eigene Sein vermischt sich mit den technischen Spielzeugen und in der Folge verschwindet das Körpergefühl sowie das Vertrauen in die natürlich ablaufenden biochemischen Prozesse. Der Transhumanismus läuft bereits und damit auch die Dehumanisierung.
Die Robotertechnik ist heute soweit, dass sie menschliche Bewegungen perfekt nachahmen können. Verkauft werden uns solch humanoide Spielzeuge als Hilfe für den Haushalt und zur Pflege. Doch sie nehmen den Menschen auch Arbeitsplätze weg, wie bei Amazon zum Beispiel. Amazon beschäftigt weltweit rund 1.2 Millionen Menschen. Das sind fixe Kosten jedes Jahr und sie arbeiten nicht 24 Stunden da Ruhepausen Pflicht sind und auch der Erholung dienen. Daher setzt Amazon immer mehr auf Roboter welche 24/7 arbeiten bzw. funktionieren. Damit werden Arbeitsplätze und Existenzen vernichtet.
Konklusion
Wenn ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen nicht mehr als Menschen wahrgenommen werden, wenn sie von einem Subjekt zu einem Objekt degradiert werden, meint die andere Seite, mit diesem Objekt alles machen zu dürfen. Beschimpfungen, Beleidigungen, Diffamierungen, Ausgrenzung, Gewaltandrohung oder gar Morddrohungen werden durch die niedrige Hemmschwelle bald Tagesordnung. Das «Rhythm 0» Experiment zeigt die tiefen Abgründe der menschlichen Seele. Wer der Ansicht ist, dass Menschen nicht zu Gräueltaten fähig sind, das «Rhythm 0» Experiment zeigt das Gegenteil.
Darum ist die Rhetorik am Anfang einer Krise immer abwertend. Die jüngere Geschichte ist voll davon. Häufig vor Ausbruch eines Krieges, wenn es darum geht die «Zusage» der Bevölkerung zu erhalten. Wir erinnern uns an die grausame Erzählung bei der Brutkasten-Lüge (siehe auch im Artikel «Hauptsache Panik») oder eben bei Corona mit Aluhutträger, Schwurbler und so weiter. Die Mitmenschen wurden zu einem Objekt degradiert.
Auch das Milgram-Experiment zeigt die niedrigen Hemmschwellen auf. In diesem Video wird das Milgram-Experiment erklärt.
Wenn wir Menschen uns dauernd mit Negativthemen befassen, so werden unsere Gedanken sich ebenfalls mit Negativthemen auseinandersetzen. Zu den negativen Gedanken reihen sich negative Emotionen an und wir werden in der Folge auch negative Worte aussprechen. Dieses Prinzip ist sehr einfach und leider sehr wirkungsvoll.
Wir müssen uns folglich bewusst sein was es heisst, Menschen von einem Subjekt zu einem Objekt zu degradieren. Dieser Abwertung voraus geht immer das Denken. Das Denken führt zu Aussagen und diese manifestieren sich in Taten welche sich wiederum im Körper und Seele einnisten.
„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten.
Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Handlungen.
Achte auf deine Handlungen, denn sie werden zu Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, denn er wird dein Schicksal“
Charles Reade (1814–1884)
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