Was ist Faschismus?

Jüngst nutzen Mitmenschen das Wort «Faschismus» inflationär und stellen damit alle, welche nicht der gleichen Meinung sind, als Rechtsextreme oder Nazi hin. Wissen sie denn was Faschismus ist?
Was ist Faschismus?

Faschismus – eine Erklärung

Der Begriff «Faschismus» bedarf einer Aufklärung da es mit Sicherheit falsch verstanden wird. Mitmenschen, welche dieses Wort lautstark ausrufen, beschimpfen gleichzeitig Mitmenschen anderer Meinung als Demokratiefeinde. Analysieren wir nun Faschismus und ziehen dabei auch den Demokratiebegriff hinzu.

Definition

Der Faschismus ist eine politische Bewegung, die Anfang des 20. Jahrhunderts in Italien entstand und von Benito Mussolini geprägt wurde. Benito Mussolini war ein italienischer Politiker und der Gründer des Faschismus. Er wurde am 29. Juli 1883 in Dovia di Predappio, Italien, geboren und starb am 28. April 1945 in Giulino di Mezzegra. Als «Duce» (Führer) der National-faschistischen Partei (PNF) regierte er Italien als Diktator von 1922 bis 1943. Nach dem «Marsch auf Rom» 1922 ernannte ihn König Viktor Emanuel III. zum Ministerpräsidenten. Ab 1925 etablierte er eine autoritäre Diktatur, unterdrückte politische Gegner und schaffte ein totalitäres Regime.

Ursprünglich war der Begriff «Faschismus» die Eigenbezeichnung einer rechtsextremen Bewegung, die sich ab 1919 mit den «Fasci di combattimento» (Kampfbünden) formierte. Der Name leitet sich vom italienischen «fascio» ab, was «Bund» oder «Bündel» bedeutet, symbolisiert durch das römische Machtsymbol «fasces» – ein Rutenbündel mit Axt. Mussolini nutzte diese Symbole, um die Stärke einer Gemeinschaft gegenüber Einzelnen zu symbolisieren.

Der italienische Faschismus zeichnete sich durch ein autoritäres, demokratieablehnendes und auf einen Führer («Duce») zentriertes Regierungssystem aus. Er verfolgte eine aggressive Aussenpolitik, förderte das Militär in der Gesellschaft und etablierte eine «korporatistische» Ordnung, bei der gesellschaftliche Interessengruppen unter staatlicher Aufsicht zusammengefasst wurden, um das Wohl des Regimes zu gewährleisten. Ein wirklicher Pluralismus wurde nicht zugelassen; es gab keine Meinungs- und Pressefreiheit, und politische Gegner wurden verfolgt.

Fakt 1: Die «wortkräftigen» Faschismus-Rufer betiteln andere als Demokratiefeinde - doch genau das ist der Faschismus. Sie wissen also nicht, dass das Gedankengut des Faschismus eben genau gegen Demokratie ist.

Der Faschismus verband extreme Formen des Nationalismus, einen Grossmachtanspruch, ein korporatistisches Wirtschaftsmodell und eine radikale soziale Umgestaltung der Gesellschaft. Ab Mitte der 1930er Jahre entwickelte sich eine antisemitische Ausrichtung, besonders durch die enge Zusammenarbeit mit dem deutschen Nationalsozialismus. Der Faschismus wurde später zum Oberbegriff für nationalistische und anti-liberale Regime, die nach dem Ersten Weltkrieg in ganz Europa entstanden.

Fakt 2: Sowohl eine extreme Form des Nationalismus wie auch eine radikale soziale Umgestaltung der Gesellschaft lässt sich jüngst erkennen und kann auf keinen Fall mit Demokratie einher gehen.

In der Forschung ist die Verwendung des Begriffs umstritten: Einige Historiker beschränken ihn auf Italien, während andere ihn als generischen Begriff für Bewegungen und Regime in der Zwischenkriegszeit nutzen.

Robert O. Paxton beschreibt Faschismus als eine Form des politischen Verhaltens, gekennzeichnet durch eine obsessive Beschäftigung mit dem Niedergang einer Gemeinschaft und einen Kult um Einheit, Stärke und Reinheit. Roger Griffin sieht den Kern des Faschismus in einer palingenetischen Form von populistischem Ultra-Nationalismus. Paul Gottfried betont, dass faschistische Bewegungen eine synthetische, wandelbare Ideologie verfolgen, die auch Anleihen von der Linken, insbesondere an revolutionärer Gewalt, macht.

Fakt 3: alle drei Autoren sehen im «Faschismus» sowohl ein obsessives Verhalten wie auch Linke Gewalt.

Die lautstarken Mitmenschen kommen meist aus dem linken Lager und verfolgen eine entsprechende Ideologie.

Der Faschismus wird heute als Sammelbegriff für rechtsextreme, totalitäre Ideologien und Bewegungen verwendet , wobei die Neofaschismus-Bewegungen in Italien nach Mussolinis Sturz (z. B. Movimento Sociale Italiano) als direkte Nachfolger gelten. In Deutschland bezieht sich der Begriff auf Neonazis. Die Anwendung des Begriffs auf den Nationalsozialismus ist umstritten, da die Rassenpolitik und der Holocaust im Faschismusbegriff leicht aus dem Blick geraten könnten. Faschistische Taktiken umfassen die Berufung auf eine mythische Vergangenheit, Propaganda, Antiintellektualismus, die Herstellung von Unwirklichkeit und das Schüren sexueller Ängste.

Das bedarf einer weiteren Erklärung was den «rechtsextreme, totalitäre Ideologien sind?

Rechtsextreme, totalitäre Ideologien sind politische Systeme, die durch eine extreme Form des Nationalismus, die Ablehnung der Demokratie und die Unterdrückung jeglicher Opposition gekennzeichnet sind. Sie verbinden rechtsextreme Ideen – wie ethnische Homogenität, Rassismus und Sozialdarwinismus – mit den Strukturen eines totalitären Regimes.

Zentrale Merkmale sind:

  1. Offizielle Ideologie: Eine alle Lebensbereiche umfassende, pseudoreligiöse Weltanschauung, die als einzige «Wahrheit» gilt.
  2. Einparteiensystem unter einem Führer: Der «Duce» oder «Führer» wird charismatisch verehrt und steht über jeglicher Kritik.
  3. Monopol der Gewalt und Kontrolle: Der Staat kontrolliert Militär, Polizei und Geheimdienste, um echte und vermeintliche Gegner zu unterdrücken.
  4. Kontrolle der Medien: Alle Massenkommunikationsmittel dienen der Propaganda und Indoktrinierung.
  5. Terror und Überwachung: Systematische Repression, oft durch Geheimpolizei, gegen Minderheiten und Andersdenkende.
  6. Gleichschaltung der Gesellschaft: Unterdrückung autonomer Institutionen, zentrale Lenkung der Wirtschaft und Erziehung.

Historische Beispiele sind der italienische Faschismus unter Mussolini und der Nationalsozialismus unter Hitler. Diese Ideologien lehnen pluralistische Gesellschaften ab und streben nach absoluter Kontrolle über den Einzelnen zugunsten des Kollektivs – definiert durch Nation, Rasse oder Volk.

Besonders in Deutschland lässt sich eine Tendenz in eine gemischte Entwicklung erkennen. Linksorientierte Mitmenschen verfolgen eine Ideologie der Farbigkeit – hier gedacht als Durchmischung verschiedener Völker, Ethnien und Herkunft sowie einer geistig verwirrten Form von schrillen und queren Inszenierungen mit Rufen nach Verfolgung gegen normale Bürger. Und diese normalen Bürger werden als Rechtsextreme bezeichnet.

Mitmenschen, welche Werte wie Familie, Tradition, christlicher Glaube, patriotische Gefühle, Identität mit Deutschland, Österreich oder Schweiz als Geburtsland ansehen ist niemals eine rechtsextreme Sicht sondern einfach normales, gewohntes Leben.

Abschliessend lässt sich der Spruch von dem italienischen Schriftsteller und ehemaligen Kommunisten Ignazio Silone (1900–1978) zur Erklärung des Faschismus nicht besser zusammen fassen. Wobei es nicht ganz klar ist, ob dieser Spruch tatsächlich von Ignazio Silone stammt.

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Nein, er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“



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