Kennen Sie Hills & Knowlton?

Wahrscheinlich nicht. Zumindest nicht, wenn man sich nicht mit Propaganda oder Werbung befasst.
Kennen Sie Hills & Knowlton?

Hill & Knowlton Strategies ist eine internationale Kommunikationsberatung mit Sitz in New York und Teil von WPP, dem weltweit grössten Unternehmen für Marketing- und Kommunikationsdienstleistungen. 1, 2

Das Unternehmen wurde 1927 in Cleveland Ohio gegründet und ist seit 1963 in Deutschland aktiv.

Es verfügt über ein globales Netzwerk mit mehr als 70 Büros in über 30 Ländern und bietet integrierte strategische Services, die fundierte Branchenkenntnisse, Kreativität und Know-how verbinden.

Die Agentur ist führend für strategische Transformations-Kommunikation und unterstützt Unternehmen, Organisationen und ihre Führungskräfte dabei, ihre Reputation aufzubauen, Risiken zu managen und neue Wachstumschancen zu erschliessen.

Zu den zentralen Dienstleistungsbereichen gehören Public Affairs, Onlinekommunikation, Change Management, Krisenkommunikation sowie strategische Markenberatung und Corporate Branding.

Besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung und Umsetzung effektiver Kommunikationsstrategien, die auf Nachhaltigkeit und Zielgruppenrelevanz ausgerichtet sind.

Hill & Knowlton bietet zudem spezialisierte Beratungsangebote wie H&K Advisory, das an der Schnittstelle von Unternehmensstrategie und -kommunikation arbeitet, um nachhaltigen Wert für Kunden und deren Stakeholder zu schaffen.

Dazu gehören auch innovative Lösungen wie das Verhaltensforschungsprogramm Habits+, das auf nachhaltige Verhaltensänderung abzielt.

Die Agentur hat in Deutschland Büros in Berlin, Düsseldorf und Frankfurt am Main.

Zudem wurde im Jahr 2024 die Fusion von Hill & Knowlton mit BCW zu einer neuen Agentur namens Burson bekannt, die als führende Full-Service-Kommunikationsagentur mit über 6.000 Mitarbeitenden weltweit positioniert ist. 3

Die Agentur betreut Kunden aus verschiedenen Branchen, darunter Automobil, Energie, Chemie, Gesundheit und Technologie.

Das hört sich erstmal sehr nüchtern und wenig aufregend an. Warum also sollte man sich mit dieser Agentur näher befassen? Ja, wie so häufig, ist das was als seriöse Tätigkeit beschrieben wird, nur das, was die breite Masse wissen soll. Doch diese Agentur war in mehrere grosse Krisen involviert.

Wie war diese Agentur bei Corona global involviert?

Hill & Knowlton war während der Corona-Pandemie global in strategische Kommunikation und Krisenmanagement involviert. Die Agentur unterstützte unter anderem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit der Entwicklung und Verbreitung von Kommunikationsstrategien. Dazu gehörte die Planung einer Influencer-Kampagne, bei der Makro- und Mikro-Influencer sowie „versteckte Helden“ gezielt eingesetzt wurden, um die Öffentlichkeit über Corona zu informieren und zu sensibilisieren. 4, 5

Zielgruppen waren Wissenschaftler, Mediziner, Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Medien, NGOs und die informierte Öffentlichkeit. Die Agentur nutzte dabei digitale Monitoring-Tools wie Brandwatch6, um in Echtzeit Stimmungen, Trends und potenzielle Krisen zu analysieren und darauf basierend proaktive Kommunikationsstrategien zu entwickeln.

Auch im Bereich Gesundheitskommunikation stärkte Hill & Knowlton durch Akquisitionen wie der deutschen Agentur 3K7 ihre Expertise, um Kunden in der Pandemie gezielt zu beraten. Die Arbeit der Agentur fokussierte sich auf Risikokommunikation, Markenresilienz und die Bewältigung veränderter Verkaufs- und Kommunikationsstrukturen im Lockdown.

Hill & Knowlton (H&K) war im Zuge der globalen Corona-Pandemie in mehrfacher Hinsicht involviert.

Beratung der WHO: Ab Mai 2020 erhielt Hill & Knowlton einen 135.000-Dollar-Vertrag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), um deren Kommunikation in den USA zu stärken. 8

Ziel war es, die Glaubwürdigkeit der WHO als vertrauenswürdige Informationsquelle zu schützen und Desinformationskampagnen entgegenzuwirken. Dazu gehörten die Entwicklung einer Messaging-Strategie, die Identifikation von Influencern („Makro- und Mikro-Influencer“) zur Verbreitung von Botschaften und die Analyse des digitalen Medienumfelds. 9

Kritik und Kontroverse

Die Zusammenarbeit zwischen WHO und H&K stiess auf Kritik, da die Agentur aufgrund ihrer historischen Rolle bei der sogenannten „Brutkastenlüge“ im Vorfeld des Irakkriegs 1991 als Spezialistin für gezielte Desinformation gilt. Dies führte zu Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Transparenz der Pandemiekommunikation.

Hill & Knowlton war an mehreren umstrittenen Propagandakampagnen beteiligt. Ein bekanntes Beispiel ist die Organisation „Citizens for a Free Kuwait“, die 1990 von der kuwaitischen Regierung-in-Exil gegründet wurde und die PR-Agentur beauftragte, die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten für einen Krieg gegen den Irak zu formen. 10

Dabei spielte die Aussage der 15-jährigen „Krankenschwester“ Nayirah eine zentrale Rolle, die vor dem US-Kongress unter Tränen berichtete, irakische Soldaten hätten Babys aus Brutkästen gerissen und auf den Boden geworfen.

Diese Geschichte wurde von Hill & Knowlton organisiert und vorbereitet, wobei die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA als angebliche Augenzeugin eingesetzt wurde. Die Lüge wurde erst 1992 aufgedeckt, nachdem der Golfkrieg bereits beendet war.

Die Agentur erhielt für ihre Bemühungen insgesamt 14 Millionen US-Dollar, darunter 5,6 Millionen für die ersten 90 Tage.

Auch für Kunden wie die chinesische Regierung und den russischen Energiekonzern Gazprom war Hill & Knowlton tätig, wobei sie sich auf heikle Aufträge und kritische Situationen spezialisiert hat.

Darüber hinaus war Hill & Knowlton massgeblich an der Krisenbewältigung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) beteiligt, insbesondere im Zusammenhang mit dem Bestechungsskandal um die Winterspiele von Salt Lake City 2002. 11

Die Agentur half dabei, das Image des IOC zu retten, indem sie das Motto „Verantwortung übernehmen ohne Schuld einzugestehen“ umsetzte.

Dazu gehörten die gezielte Planung von Medienauftritten, die Verbreitung von Erfolgsmeldungen und die Ausschliessung nicht konformer Journalisten.

Für diese Arbeit erhielt Hill & Knowlton sogar den amerikanischen PR-Oscar. 12

Die Firma beriet zudem die chinesische Regierung und das Pekinger Organisationskomitee für die Olympischen Spiele 2008, was zu Spekulationen über eine Interessenverquickung führte.

Zudem war Hill & Knowlton an der Beratung von Ländern und Organisationen beteiligt, die mit Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht wurden, wie beispielsweise der Türkei oder China.

Die Agentur vertrat auch die Church of Scientology und einen radikalen amerikanischen Anti-Abtreibungsverband, was zu Kritik an ihrer moralischen Haltung führte. 13

Auch bei der Swissair-Krise nach dem Absturz der Maschine 111 im Jahr 1998 war die Agentur tätig, um das Image der Fluggesellschaft zu schützen.

Hill & Knowlton war an weiteren umstrittenen PR-Massnahmen beteiligt, darunter 14 :

  1. Kampagnen für die Tabakindustrie
    Die Agentur unterstützte die Tabaklobby, indem sie wissenschaftliche Studien sponserte, die den Zusammenhang zwischen Rauchen und Krankheiten in Frage stellten. Diese Strategie diente dazu, Zweifel an der Gesundheitsgefahr von Zigaretten zu säen und regulatorische Maßnahmen zu erschweren.
  2. Beratung der WHO ab 2020
    Seit Mai 2020 unterstützt Hill & Knowlton die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei ihrer Kommunikation, insbesondere im Kontext der Corona-Pandemie. Kritiker warnen vor einem Interessenkonflikt, da die Agentur zuvor mit gezielter Desinformation (wie der „Brutkastenlüge“) Aufsehen erregt hatte.
  3. PR für fossile Brennstoffe und COP27
    2022 wurde Hill+Knowlton (heute Teil von WPP) mit der Kommunikation für die UN-Klimakonferenz COP27 beauftragt. Dies löste Kritik aus, da die Agentur zuvor Unternehmen aus der fossilen Brennstoffindustrie beraten hatte – ein klarer Interessenkonflikt im Kontext einer Klimkonferenz.
  4. Imagekampagnen für umstrittene Staaten
    Die Agentur betreute unter anderem Saudi-Arabien, um ein „offenes“ und „modernes“ Bild des Königreichs in der internationalen Presse zu vermitteln. Auch Gazprom, der russische Energiegigant, nutzte die Dienste von Hill & Knowlton zur Imageaufpolitur.
  5. Pharma- und Industriekommunikation
    Weitere Aufträge stammten von Konzernen wie Vattenfall und Boehringer Ingelheim (Markteinführung von Spiriva), sowie aus der Diamantenindustrie (Debswana Diamond), wo die Agentur im Krisenmanagement tätig war.

Konklusion

Eine Agentur ist eine wirtschaftlich geführte, private Organisation. Sie stellt eine Dienstleistung zur Verfügung und wird für diesen Service bezahlt. In der Welt gibt es unzählige kleine und grosse Agenturen. Einige haben sich auf die Vermarktung von Produkten spezialisiert, andere auf Strategieentwicklung für Marketing und wiederum andere für Kommunikation und Branding. Letzteres dient vor allem der Positionierung des Platz Eins in den Köpfen der Menschen bezogen auf Produkte, in der Hauptsache. Daneben gibt es eben Agenturen wie Hills & Knowlton welche sich dem Krisenmanagement oder der Propaganda verschrieben haben.

Es gibt einen Grund warum Hills & Knowlton so gross geworden ist. Die Agentur erhält einen Auftrag und wird für den Service bezahlt. Vor der Annahme eines Auftrages werden die Vertreter der Agentur bei einem Meeting über den Umfang des Auftrages informiert. Hierin wird das Ziel durch den Auftraggeber bekannt gegeben. An diesem Punkt stellt sich dann heraus, ob die Agentur bzw. deren Vertreter die monetären Aspekte vor moralische Bedenken stellen. Eine Agentur bzw. eine Firma die global tätig ist, hat irgendwann Skrupel und Moral beiseite gelegt und nur noch Augen für Profite übrig gehabt. Sonst wäre eine solche Firma nicht zu einem globalen Player geworden. Ferner ist das Netzwerk, welches in der Teppichetage angesiedelt ist, ebenfalls entscheidend für Aufträge und Geldgeber.

Dies scheint lächerlich? Schauen wir auf die Geschichte von Nestlé zum Beispiel. So ist seit langer Zeit bekannt, dass Nestlé zur Gewinnung von Palmöl riesige Tropenwälder vernichtet und damit den Lebensraum unzähliger Waldbewohner. Vor rund 20 Jahren propagierte der CEO von Nestlé, Peter Brabeck, dass Wasser kein Menschenrecht 15 sei und legte damit den Grundstein, dass das Volk für Wasser bezahlen muss. Und Wasser ist ein natürlicher Stoff wie auch Sauerstoff den wir einatmen. Jüngst jedoch sollen wir nun eine CO2 Steuer entrichten damit wir atmen dürfen. Selbstverständlich nicht unter dem Motto frei atmen zu dürfen sondern um angeblich das Klima zu retten. Das Klima verändert sich seit bestehen der Erde.

Und eine Agentur wie Hills & Knowlton, erhält Aufträge, um entsprechende Botschaften in die Köpfe der Bevölkerung zu bringen. Sei dies für Trinkwasser, Sauerstoff, Argumente für Kriege, Botschaften für Pandemien oder Pestizide für die Agrarwirtschaft. Worte sind mächtig, mächtiger als ein Schwert aber noch mächtiger ist der schnöde Mamon. Und die Teppichetage der Agenturen für PR (Public Relations), Political Affairs, Investor Relations, Health Relations oder Lobbyismus lassen sich die Dienstleistungen grosszügig bezahlen.

Ja - unsere Welt ist gekauft. Unsere Realität und Wahrnehmungen wurden korrumpiert durch Geld und Machtstrukturen die heute jede politische Position besetzt hält. Es ist an der Zeit, diese Strukturen zu durchbrechen und zu zerschlagen.



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