Lernen aus der Vergangenheit

Wir Menschen neigen dazu, als Gesellschaft, oder auch als Individuum, schlecht aus vergangenen Fehlern zu lernen.
Lernen aus der Vergangenheit

Dabei haben aus längst vergangenen Zeiten, aber auch aus der jüngsten Vergangenheit, kluge Köpfe und Querdenker ihrer Zeit, viel für uns als Lehrstück mitgegeben. Wir sollten also nur richtig zuhören und endlich lernen.

Zum Beispiel ein Zitat des römische Kaisers und Philosophen Marcus Aurelius, weil ich denke, er spricht Klarheit und nüchterne Wahrheit an.

„Was nicht im Einklang mit der Gerechtigkeit steht, kann auch nicht im Einklang mit dem Gesetz sein.“

Selbst wenn es „legal“ erscheint. Wenn es ungerecht ist, ist es nicht rechtens! Wenn nur eine kleine Gruppe massiv profitiert und der Grossteil der Menschheit negative Folgen zu spüren bekommt ist das schlichtweg nicht rechtens!

Oder George Orwell, weil dieses Zitat zeitlos und gerade aktuell ist bei Machtmissbrauch und Doppelmoral in der Gesellschaft.

„In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen der Wahrheit ein revolutionärer Akt.“

Dieses Zitat ist passend gerade in diesen Zeiten wo das Ausschalten kritischer Stimmen und Verdrehung von Recht und Moral Alltag ist.

Oder auch Hannah Arendt, weil sie so klar und deutlich über den Ursprung totalitärer Systeme spricht.

„Das Wesen totaler Herrschaft ist nicht, dass sie alles verbietet, sondern dass sie jeden Widerstand sinnlos macht.“

Gerade, wenn legitime demokratische Beteiligung systematisch untergraben wird, deshalb ist es so passend.

Auch Platon gehört hierhin, weil es eine Warnung vor Pseudo-Demokratien ist.

„Die Strafe dafür, dass du dich nicht in die Politik einmischst, ist, dass du am Ende von Menschen regiert wirst, die schlechter sind als du.“

Es ist ein Mahnruf für alle, die zusehen und schweigen und sagen, dass man doch nichts machen kann!

Und der hochgeschätzte spanisch-römische Philosoph Lucius Annaeus Seneca, er, der diese stoische Analyse von Macht und Verblendung deutlich zeigt.

„Nichts ist mehr zu fürchten als eine Macht, die sich im Recht glaubt.“

Gerade wenn Macht sich moralisch überlegen wähnt, denn gerade dann ist sie gefährlich!

Auch Cato der Jüngere darf nicht fehlen, weil er eine Symbolfigur des Widerstands gegen Tyrannei ist.

„Ich würde lieber mit Wahrheit sterben als mit Lüge leben.“

Dieses Zitat gilt all jenen, die trotz Repression standhaft bleiben.

Lernen als Gesellschaft und als Individuum

Obige Zitate sind teilweise rund 2000 Jahre alt und haben heute noch Gültigkeit. Viele Menschen betrachten solche Zitate und können nichts oder wenig damit anfangen. Warum? Ist die Gesellschaft oder der Einzelne nicht lernfähig? Ist die Gesellschaft oder der Einzelne zu faul und zu träge? Ist die Gesellschaft oder der Einzelne zu stark mit unnützen Dingen beschäftigt?

Wir alle, da spreche ich sicherlich für jeden Menschen dieses Planeten, wollen Frieden und die Freiheit, sein Leben nach seinen Vorstellungen gestalten zu können. Sei das für seine Familie, sei das auch nur für sich selbst.

Doch es gibt ein paar wenige Menschen, die raffgierig nach Macht streben und deren Vorstellungen soll dann für die gesamte Menschheit gelten. Da ist nichts mit Frieden und Freiheit der Selbstgestaltung. Diese destruktiven Kräfte gibt es schon seit Beginn der ersten Menschen. Was in Neandertaler-Zeiten jedoch das Überleben der Sippe gesichert hat, ist heute Menschenfeindliches Verhalten.

Die Menschheit hat unzählige Kriege und Schlachten hinter sich. Im 20. Jahrhundert sogar zwei Weltkriege mit Millionen von Toten Menschen. Hauptsächlich in der unschuldigen Zivilbevölkerung. Und jetzt führen dieselben destruktiven Kräfte die Menschheit wieder auf einen Weltkrieg hin. Und viele in der breiten Gesellschaft stützen diese Vorstösse und Kriegshetzereien auch noch.

Haben wir wirklich nichts, aber auch gar nichts aus der Vergangenheit gelernt?

«Nichts ist politisch richtig, was moralisch falsch ist.»

Hängen wir unsere Ohren wirklich nur an jene Münder der destruktiven, zerstörerischen Personen und glauben deren Lügen?

«Bildung ist ein besserer Schutz für die Freiheit als ein stehendes Heer.»

Das Leben auf dem Planeten wäre soviel ruhiger und friedlicher, würden wir unsere Ohren den Worten der alten Philosophen leihen und deren Lehren begreifen und leben.

«Wo das Gesetz endet, beginnt die Tyrannei.»

Warum nur lassen wir uns immer wieder von Lügen und Betrügereien blenden?

Wir haben noch lange nicht genug gelernt.

Trotz Hannah Arendts eindringlicher Warnung vor der „Banalität des Bösen“ – der Gefahr, dass gewöhnliche Menschen durch Gedankenlosigkeit, Konformität und Bürokratie zu Komplizen von Gräueltaten werden können – wiederholen sich die Muster immer wieder.

„Die traurige Wahrheit ist, dass das meiste Böse von Menschen verübt wird, die sich nie zwischen Gut und Böse entscheiden.“
Hannah Arendt

Cicero warnte ebenfalls mit der Verderbnis des „Durchschnittsbürgers“ – er warnte davor, dass gewöhnliche Römer durch Gier (avaritia), Furcht (metus) und Gleichgültigkeit (ignavia) zu Komplizen der Tyrannei wurden.

”Das Böse braucht keine Teufel – es braucht nur Menschen, die aufhören zu denken.”

Horchen wir also vermehrt den «Nachrichten» der weisen Worten der alten Philosophen und lernen endlich aus den Fehlern der Vergangenheit. Werden wir endlich zu besseren Menschen auf dem gesamten Planeten.

„Niemand hat das Recht zu gehorchen.“



Write a comment