Spaltung der Gesellschaften

Wir Menschen haben, sind und werden immer gespalten sein. Gespalten durch andere Menschen, die nach Macht streben.
Spaltung der Gesellschaften

Eine allgemein gültige Erklärung zur Spaltung der Gesellschaft beschreibt den Prozess, bei dem sich eine zuvor zusammenhängende soziale Einheit in distinkte, sich oft feindselig gegenüberstehende Lager auflöst.

Matthias’s SubstackGesellschaftliche Spaltung: Ursachen, Erscheinungsformen und LösungsansätzeDie gesellschaftliche Spaltung, oder Polarisierung, beschreibt eine zunehmende Distanz und Feindseligkeit zwischen verschiedenen Gruppen innerhalb einer Gesellschaft. Diese Spaltung verläuft oft entlang mehrerer Achsen gleichzeitig und gefährdet den sozialen Zusammenhalt sowie die Funktionsfähigkeit demokratischer Prozesse…Read more10 months ago · 1 like · Matthias Glage

Soziologisch wird dabei strikt zwischen der natürlichen Differenzierung (Vielfalt) und der pathologischen Spaltung (Polarisierung) unterschieden. 1

Definition und Abgrenzung

Gesellschaften sind per Definition differenziert, das heisst, sie bestehen aus verschiedenen Gruppen mit unterschiedlichen Interessen, Herkünften und Meinungen.2

Dies ist ein normaler und funktionaler Zustand. Von einer Spaltung spricht man erst, wenn diese Unterschiede zu unüberwindbaren Gräben werden, die den grundlegenden Konsens über die Spielregeln des Zusammenlebens gefährden.
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Merkmal der Spaltung

Es entsteht ein „Wir-gegen-die“-Denken, bei dem die andere Gruppe nicht mehr als legitimer Teil des Ganzen, sondern als existenzielle Bedrohung wahrgenommen wird. Folglich werden niedere Wortwahl, Verunglimpfung und Diffamierungen zunehmen. Auf beiden Seiten der Lager.4

Die Folge ist, dass der Dialog abbricht, Kompromisse werden unmöglich, und das Vertrauen in gemeinsame Institutionen ud Lösungen schwindet.5

Was ist das Ziel der Spaltung der Gesellschaft?

Das Ziel einer Spaltung der Gesellschaft ist niemals ein Selbstzweck, sondern dient immer der Machtsicherung spezifischer Akteure oder der Verhinderung von gemeinsamen Lösungen. Man muss hierbei zwischen strategischer Absicht und strukturellen Nebenfolgen unterscheiden. 6

Strategie „Teile und Herrsche“ (Divide et Impera)

Das historisch und politisch fundierteste Ziel einer aktiven Spaltung ist die Schwächung einer potenziellen Opposition.

Sicherung der Macht

Wenn sich verschiedene gesellschaftliche Gruppen (z. B. Arbeiter und Mittelstand, oder verschiedene ethnische Gruppen) zusammenschliessen, könnten sie eine zu grosse Macht entfalten, um eine herrschende Elite zu stürzen oder zu kontrollieren.

Durch das Schüren von Konflikten zwischen diesen Gruppen („Horizontalablenkung“) wird die Energie auf interne Kämpfe gelenkt, statt gegen die Machthaber.

Verhinderung von Kooperation

Studien zeigen, dass Eliten Konflikte initiieren, um das Vertrauen zwischen Gruppen zu zerstören. Sobald das Vertrauen weg ist, können die Gruppen keine gemeinsamen Forderungen mehr stellen, was den Status quo und die Privilegien der Elite sichert.7

Politische Mobilisierung und Profilierung

In demokratischen Systemen verfolgen politische Akteure und Parteien mit Polarisierung oft das Ziel der Wählermobilisierung.8

Affektive Bindung

Durch die Zuspitzung von Gegensätzen („Wir gegen Die“) wird die emotionale Bindung an die eigene Gruppe gestärkt. Wähler gehen eher zur Wahl, wenn sie die andere Seite als existenzielle Bedrohung wahrnehmen.9

Die Profilierung

In einer komplexen Welt bieten einfache Feindbilder Orientierung. Politiker, die klare Grenzen ziehen und Sündenböcke benennen, können sich als starke Führer profilieren, auch wenn dies den gesellschaftlichen Zusammenhalt beschädigt.10

Ökonomische Interessen und Ablenkung

Auch wirtschaftliche Akteure oder Medien können ein Interesse an Spaltung haben, wenngleich dies oft ein Nebeneffekt ist.

Die Aufmerksamkeitsökonomie

Medien und soziale Netzwerke profitieren von emotionalisierten Debatten, da diese mehr Klicks und Engagement generieren als nuancierte Berichte.

Das Ziel ist hier primär Profitmaximierung, die Spaltung wird als Nebenprodukt in Kauf genommen oder algorithmisch verstärkt.

Ablenkung von Verteilungsfragen

Solange die Gesellschaft in Identitätskämpfen (Kultur, Migration, Sprache) zerstritten ist, treten klassische Verteilungsfragen (Löhne, Steuern, Vermögen) in den Hintergrund. Dies kann dazu dienen, wirtschaftliche Ungleichheit zu verschleiern und Umverteilungsforderungen zu verhindern.11

Fazit

Die Spaltung der Gesellschaft wird immer von oben nach unten ausgeführt. Also von den Machthabern und Geldadel, welche ihre Position sicherstellen wollen zur breiten Masse.

Dabei wird durch die Spaltung der Gesellschaft mit der Anhäufung vieler verschiedener Narrative, die Gesellschaft mehr und mehr fragmentiert.

Dadurch werden haufenweise kleine und noch kleinere Gruppen gebildet die sich in der Folge als “nützliche Idioten” ohne grosse Aufwände einsetzen lassen.

Der Irrsinn dabei ist, dass diese “nützlichen Idioten” nicht einmal merken, dass sie nur ausgenutzt werden. Denn um diese Ausnutzung erkennen zu können, müsste zuerst Erkenntnis über diesen Prozess, den Weg ins Bewusstsein finden. Da dies jedoch nur stattfinden kann, wenn sich die “nützlichen Idioten” auf den kleinsten gemeinsamen Nenner berufen würden, dies jedoch aufgrund der Spaltung nicht stattfinden wird, kommt es auch zu keiner Annäherung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Das ist das Paradox.

Das es kein Zusammenfinden auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geben wird, zeigt sich durch die Lager der Geimpften vs. Ungeimpften, Ukrainekrieg-Befürworter vs. Ukrainekrieg-Gegner, Klimawandelbefürworter vs. Klimawandelkritiker, Linke Gesinnung vs. normalem traditionellem Gedankengut und so weiter.

Und bei all diesen Feinden oder Lagern, wird der Blick niemals nach oben zu den Machthabern gerichtet. Es wird niemals die Ursache erkannt und bekämpft sondern immer nur das Symptom, nämlich den vermeintlichen Feind im anderen Lager.

Und die Drahtzieher und Machthaber feiern fröhlich den Erhalt ihrer Positionen, während das Fussvolk, oder eben die nützlichen Idioten, weiterhin enteignet werden, für alles bezahlen müssen, immer ärmer werden, sich gegenseitig niedermachen und bekämpfen werden. Ein Jahrtausend altes Spiel und die Masse macht blind und gehorsam weiter.



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