Streit, Spaltung und Erschöpfung

Täter und Opfer in einer imperialen Konkurrenzgesellschaft. Oder die «zerstörte und zerstörende Gesellschaft».
Streit, Spaltung und Erschöpfung

Immer wieder erkennen wir, dass es Spiralen sind, in denen wir uns aufhalten. Dabei gelingt es uns nicht, uns aus diesen Spiralen zu befreien. Oder anders gesagt, wir «kriegen die Kurve nicht» und treiben weiter in die falsche Richtung.

Im Wettbewerb geboren und aufgewachsen.

Für uns ist Wettbewerb ein zentraler Aspekt im Leben. Und das bereits seit Kindesbeinen – ja sogar schon vor der Geburt. Werdende Eltern schmieden häufig Zukunftspläne für ihre Kinder noch vor der Niederkunft. Das Kind soll unbedingt auf eine Universität gehen und studieren. Dann noch Tennis spielen, Violine oder Klavierunterricht nehmen damit es ein kleines Genie wird. Dabei sind die Bedürfnisse, Neigungen und Präferenzen des Nachkommens bei keinem Gedanken berücksichtigt. Und der ungeborene Mensch wird bereits vor Geburt in ein System gezwängt und dem Wettbewerbskampf untergeordnet.

Innovation und Fortschritt, Effizienz und Produktivität, Möglichkeiten für Aufstieg und daran gekoppelt: Persönliche Entwicklung, stärkere militärische Innovation, Wirtschaftswachstum – dies sind die Mantras, die wir seit unserer Kindheit hören. Im Hintergrund klingen Phrasen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Einigkeit und Frieden - ideologische Ziele, die unerreichbar scheinen. Es ist die Karotte vor der Nase des Esels, die uns glauben lässt, dass unsere Politiker uns irgendwann in die richtige Richtung führen würde. Die Politiker wissen es genau, dass dies nicht die imperialen Ziele sind und diese Wünsche nie erfüllt werden können, sondern nur als Fassade dienen, um die Macht zu sichern.

Eine Gesellschaft, die den Wettbewerb fördert, legt übermässig grossen Wert auf äussere Anerkennung und Belohnungen (wie Geld, Status, Macht). Doch genau dieser Fokus drängt das was wir intrinsische Motivation (die Freude an der Aufgabe selbst) nennen, zurück.

Menschen messen ihren Wert oft anhand des Vergleichs mit anderen. In einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft wird dieser Vergleich intensiver und kann zu chronischem Stress, Angst und Depression führen, wenn man sich ständig unterlegen fühlt. Die Soziale Vergleichstheorie (Festinger, 1954) geht davon aus, dass Ähnlichkeit einen wichtigen Faktor für die Auswahl der Vergleichsperson (Vergleichsstandard) darstellt und soziale Vergleiche somit Ähnlichkeit voraussetzen, wie sie in einer gemeinsamen Bezugsgruppe gegeben ist. 1

Die Vorstellung, dass im Leistungsprinzip nur die Besten überleben oder Erfolg haben, kann eine permanente Leistungsangst und den Drang zur Selbstoptimierung fördern, was zu Burn-out und anderen psychischen Belastungen führen kann.

Aus historischer Sicht wird dies eine Gesellschaft erschaffen, die zwar auf der Oberfläche erfolgreich und dynamisch erscheint, aber intern von Dissonanzen, Misstrauen und Feindseligkeit geprägt ist. Historische Beispiele zeigen, dass solche dynamischen, aber zerstörerischen Gesellschaften oft nicht langfristig stabil sind, da die inneren Spannungen und Konflikte letztendlich zu einem Zusammenbruch oder einer tiefgreifenden Reform führen können.

Was sind die Folgen einer Konkurrenzgesellschaft?

Ein übermässiger Fokus auf Wettbewerb führt oft zu einer Umwelt, in der der Erfolg eines Einzelnen auf Kosten anderer geht. Dies könnte eine «Nullsummen-Mentalität» fördern, in der der Gewinn eines Einzelnen den Verlust eines anderen bedeutet, was zu einer Kultur des Misstrauens, der Rivalität, zu kurzfristigem Denken und des Egoismus führen könnte.

Die Ellenbogengesellschaft bringt auch Narzissmus und Konfliktsucht hervor, die sich gegenseitig verstärken und zu einer Spirale der Selbstzerstörung führen können.

Narzissten sind stark darauf fokussiert, sich selbst zu erhöhen, was eine Kultur der Selbstverherrlichung und ständigen Bewunderung schafft. Sie dir mein tolles Essen an, mein tolles Auto, mein tolles Haus, meine tolle Frau, meine tollen Kinder, meine tolle Arbeit, mein tolles Leben. Sie sind oft unfähig, Empathie für andere zu zeigen, da sie nur an ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen interessiert sind. Die ständige Notwendigkeit, sich selbst als überlegen zu beweisen, kann zahlreiche persönliche Konflikte schüren.

Wie narzisstische Kollektive unsere Werte verdrehen

Ein zentrales Merkmal des Narzissmus ist die Idealisierung des Selbst und die Abwertung anderer. Nicht nur Individuen, sondern auch organisierte Gruppen können sich narzisstisch verhalten. Narzisstische Kollektive schieben Pseudo-Werte vor, um menschenverachtende Ziele anzustreben. Unser Gewissen kann uns vor der Verdrehung der Werte schützen.

Auch die Mafia hat Familienwerte.

Familienwerte sind an sich eine gute Sache. Wer den Film Der Pate gesehen hat, weiss, dass Familienwerte auch für die sizilianische Mafia heilig sind. Das Problem bei den Mafiosi ist nur, dass sie die eigene Familie über alles stellen. Loyalität gegenüber dem «Paten» ist ihr höchstes Gebot. Um den Wohlstand der eigenen Angehörigen zu sichern, ist es daher legitim, zu erpressen, zu betrügen oder gar zu morden. Wenn der scheinbar gute Zweck alle Mittel heiligt, verlieren höhere Werte ihre Wirksamkeit. Die eigene Gruppe wird idealisiert, während Rivalen und Verräter vernichtet werden müssen.

Macht um jeden Preis

Der mafiose Familien-Narzissmus funktioniert auch auf staatlicher Ebene. Unter «Machiavellismus» versteht man die politische Theorie, nach der zur Sicherung der Macht jedes Mittel erlaubt sei – unabhängig von Recht und Moral. Der Begriff geht zurück auf Niccolò Machiavelli, dem italienischen Staatsphilosophen, der im frühen 16. Jahrhundert wirkte. In seinem Buch Il Principe (Der Fürst) erklärte Machiavelli, ein erfolgreicher Fürst müsse geizig, listig und brutal sein. Er müsse ohne Skrupel tun, was notwendig ist, um sein Ziel – die Erhaltung der eigenen Macht – zu erreichen.

Heute ist der Machiavellismus so aktuell wie vor 400 Jahren. Zu viele Politiker und Journalisten erlauben sich, Sachverhalte zu verdrehen oder falsch darzustellen, um das Volk in Angst zu versetzen und vorgeblich zu seinem eigenen Wohle umzuerziehen. Damit rechtfertigt ein sekundärer Wert (z. B. Machterhaltung), dass ein primärer Wert (z. B. wahrheitsgemässe Rede) ausgelöscht wird. Wenn eine geschlossene Gruppe – von Klimaklebern über Fake-News-Verbreiter bis hin zu Kriegstreibern – ihre eigene Weltanschauung als universale Wahrheit propagiert, führt das unweigerlich zur Ächtung von Kritikern im Namen der Wahrheit.

Propaganda als Mittel narzisstischer Kollektive.

Rechte und linke Ideologen haben Machiavellis Prinzipien der Macht zutiefst verinnerlicht. Ein historisches Beispiel für ein narzisstisches Kollektiv, das nach Machiavellis Drehbuch spielte, ist die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED). Mit grosser Selbstverständlichkeit fälschte sie Wahlergebnisse und Wirtschaftszahlen. Sie täuschte Demokratie vor, obwohl Diktatur herrschte – alles zum Wohle des Volkes. Sie bezeichnete die hochgerüstete DDR als den «ersten Friedensstaat auf deutschem Boden», Sie zwang das Volk, die Mauer, die ihm die Freiheit raubte, einen «antifaschistischen Schutzwall» zu nennen. «Faschisten» – so nannten sie die Menschen im freien Westen. All diese Lügen und Verdrehungen dienten in der DDR als Mittel, um die sozialistische Weltrevolution zu realisieren.

Die Nationalsozialisten waren nicht weniger verlogen. Die Posner Rede des SS-Reichsführers und Reichsinnenministers Heinrich Himmler vom 4. Oktober 1943 ist ein Paradebeispiel dafür, wie staatliche Propaganda erstrebenswerte Tugenden verdrehen kann. 2

Mit inbrünstigem Pathos beschrieb Himmler die Ausrottung des jüdischen Volkes als tugendhafte Handlung, die Durchhaltevermögen und Härte erfordere. Der Genozid an sechs Millionen Juden wurde auf diese Weise umgelogen zur notwendigen und mutigen Selbstverteidigung des deutschen Volkes. Mit beispiellosem Zynismus wurde das Opfer zum Täter gemacht.

Unser Schutz gegen Pseudo-Werte

Die menschenverachtenden Ideologien des 20. Jahrhunderts haben gezeigt, wie Werte eingesetzt werden, um grausamste Verbrechen zu rechtfertigen, ja zu idealisieren. Die SED und das Nazi-Regime gehören zum Glück der Vergangenheit an. Doch die Natur des Menschen hat sich seither wenig verändert. Wachsamkeit ist daher angesagt.

Propaganda setzt typischerweise Pseudo-Werte ein. Es handelt sich dabei um «echte» Werte, die aber in verlogener Weise vorgeschoben werden, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu legitimieren. Das Böse ist der Vater der Lüge und gibt vor, klug, gut und schön zu sein. Es schmückt sich mit einer Aura der Tugendhaftigkeit. Über geschickt platzierte Pseudo-Werte lassen sich die Massen verführen.

Werte können nicht an sich «böse» sein. Sie bilden aber eine hierarchische Ordnung. Ein Herz, das die zentralen und höchsten Werte immer wieder verletzt, verroht zunehmend bis es auch alle anderen Werte verloren hat. Der böse Mensch fühlt sich innerlich leer, nicht weil er falsche Werte besitzt, sondern weil seine Wertehierarchie in Unordnung geraten ist.

Ein inneres Korrektiv signalisiert uns, wenn wir gegen unsere höchsten Werte verstossen. Dieses nennt sich Gewissen. Das Gewissen gestattet uns, unsere innere Ordnung zu wahren. Es liegt an uns, ihm unser Gehör zu schenken.

Fragmentierung der Gesellschaft.

Die Gesellschaft zerfällt in Fraktionen, die in ständigem Wettbewerb miteinander stehen und sich bekämpfen. Auf politischer Ebene führt dies zu einer Machtdynamik, in der Intrigen, Machtkämpfe und sogar Kriege zur Selbstdarstellung und Selbstverherrlichung dienen.

Aber die negativen Auswirkungen einer Konkurrenzgesellschaft sind nicht nur auf individueller und sozialer Ebene zu finden, sondern können auch wirtschaftliche und politische Konsequenzen haben.
Die Nullsummen-Mentalität kann zu Ineffizienz führen, da Ressourcen für den Wettbewerb verschwendet werden anstatt für gemeinsame Ziele.

Wie steht es um die psychische Gesundheit in Deutschland?

Daten von Krankenkassen zeigen, dass die Anzahl der Krankheitstage aufgrund psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Im ersten Halbjahr 2024 wurde beispielsweise ein Anstieg von 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet, was auf eine zunehmende Belastung hinweist.

Es gibt Hinweise darauf, dass insbesondere junge Menschen in Deutschland unter psychischen Belastungen leiden. Studien zeigen, dass ein signifikanter Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aktuell unter Stress oder anderen psychischen Belastungen leidet, mit einer Zunahme in den letzten Jahren.

Der Arbeitsausfall aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen und Anpassungsstörungen hat neue Höchststände erreicht, insbesondere in Berufen, die mit hohem Betreuungsdruck verbunden sind, wie im Gesundheitswesen oder in der Pflege.

Es gibt eine wachsende Anerkennung und Diskussion über psychische Gesundheitsprobleme in Deutschland, was auch durch eine erhöhte Diagnosequote und Selbsteinschätzungen von psychischen Leiden unterstrichen wird.

Verschiedene Berichte und Umfragen, wie der AXA Mental Health Report 2024 3, weisen darauf hin, dass ein beträchtlicher Teil der deutschen Bevölkerung unter psychischen Erkrankungen leidet, mit einer Verschlechterung gegenüber den Vorjahren.

Laut verschiedenen Studien und Berichten, wie dem “Gesundheitsatlas Deutschland” vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), hat die Prävalenz von Depressionen in den letzten Jahren zugenommen. 4

Im Jahr 2024 waren etwa 12,39 Prozent Deutsche von Depressionen betroffen, was einen Höchststand darstellte. Es wurde bestätigt, dass ab 2019 Patienten mit wiederkehrenden und lang andauernden Depressionen in Disease-Management-Programmen behandelt werden können.

Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass es sowohl eine Zunahme der Diagnosen als auch eine größere Offenheit gegenüber psychischen Gesundheitsproblemen gibt, was jedoch auch die tatsächliche Prävalenz von psychischen Erkrankungen widerspiegeln könnte. Soziale, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Konfliktsucht, oder regst du dich «nur» gerne auf?

«Konfliktsucht» kann als destruktives Muster verstanden werden, bei dem Menschen bewusst oder unbewusst Konflikte suchen.

In der Psychologie könnte «Konfliktsucht» mit Begriffen wie «Oppositional Defiant Disorder» (ODD) oder anderen Persönlichkeitsstörungen in Verbindung gebracht werden, wenn es extrem ausgeprägt ist.

Die oppositionelle Trotzstörung (ODD) wird im DSM-5 5 unter Störungen der Impulskontrolle, des Sozialverhaltens und der Affektregulation aufgeführt und definiert als „ein Muster aus ärgerlicher/gereizter Stimmung, streitlustigem/widerspenstigem Verhalten oder Rachsucht.“ Dieses Verhalten richtet sich typischerweise gegen Gleichaltrige, Eltern, Lehrer und andere Autoritätspersonen, einschliesslich Strafverfolgungsbeamter. Im Gegensatz zur Störung des Sozialverhaltens (CD) zeigen Personen mit ODD in der Regel keine Muster von Aggression gegenüber zufälligen Personen, Gewalt gegen Tiere, Sachbeschädigung, Diebstahl oder Täuschung. Die Hälfte der Kinder mit ODD erfüllt zudem die diagnostischen Kriterien für ADHS.

Es ist wichtig zu betonen, dass gelegentliche Konflikte normal sind, aber eine chronische Konfliktsucht als problematisch betrachtet werden kann.

Anzeichen chronischer Konfliktsucht:

  • oft ärgerlich und gereizt

  • verliert oft die Beherrschung

  • oft empfindlich oder leicht reizbar

  • oft wütend und nachtragend

  • oft streitlustig oder trotzig

  • oft provokativ oder störend

Es geht aber auch perfider.

Verärgert andere oft absichtlich oder gibt anderen häufig die Schuld für eigene Fehler oder Fehlverhalten. Auch der Genuss an der Provokation und dem Streit kann ein Anzeichen für Konfliktsucht sein.

Gründe hierfür sind:
Mangel an

  • Selbstwertgefühl

  • Selbstbewusstsein

  • Selbstvertrauen

  • Selbstliebe

  • Angst vor Zurückweisung oder Kritik

  • Suche nach Aufmerksamkeit, Macht und Kontrolle

  • Adrenalin- und Dopaminausschüttung durch Konflikte

  • Identifikation durch Konflikte als persönlicher Ausdruck

Angst ist im Allgemeinen ein wichtiger Faktor, bei vielen psychischen Störungen. Angst gibt es in vielen Facetten: Existenzielle, Soziale, Psychologische, Physische Ängste.

Auch die Angst vor Zurückweisung oder Kritik kann dazu führen, dass Menschen sich in Konflikte stürzen, um sich selbst zu schützen oder zu verteidigen. Die Angst vor einem Klimawandel, vor sozialen Veränderungen, vor Terrorismus oder Gewalt, vor Arbeitslosigkeit oder die Angst vor dem Unbekannten, alles kann zu Konflikten führen. Dabei ist es wichtig zu verstehen, dass die Politik und die Medien diese Ängste schüren, um die Menschen zu kontrollieren und zu manipulieren. Du möchtest nicht dass du die Kontrolle verlierst? Dann solltest du dir deine Angst nehmen.

Folgen
Chronische Konflikte und der ständige Wettbewerb können zu erhöhten Raten von Stress, Angstzuständen, Depression und anderen psychischen Erkrankungen führen, da das Gefühl der Sicherheit und des Gemeinschaftsgefühls fehlt.

Diese psychologischen Aspekte können zu einem Teufelskreis führen, in dem Narzissmus und Wettbewerb weiter intensiviert werden, was wiederum die gesellschaftliche Struktur und die individuellen Seelenlandschaften weiter belastet. Eine solche Gesellschaft würde wahrscheinlich in psychologischen Fachkreisen als dysfunktional betrachtet, da sie die gesunden Aspekte menschlicher Interaktion und Selbstentfaltung untergräbt.

Konfliktsucht im Zusammenspiel mit Narzissmus, bin ich gut genug?

Narzissmus kann aus einem tief verwurzelten Mangel an Selbstwertgefühl entstehen. Individuen suchen ständige Bestätigung und Anerkennung von aussen, um ihre eigene Unsicherheit zu kompensieren. Es gibt eine Tendenz, sich selbst als überlegen zu betrachten, was oft durch grandioses Verhalten, Übertreibung eigener Fähigkeiten und Leistungen, und einer übermässigen Sensibilität gegenüber Kritik erkennbar ist.

Sie haben auch oft Schwierigkeiten, Empathie für andere zu zeigen, da ihre eigene Bedürfnisbefriedigung im Vordergrund steht. Dies kann auch zu zwischenmenschlichen Konflikten führen, da sie die Bedürfnisse und Gefühle anderer ignorieren oder verachten.

Weiterhin legen Narzissten oft grossen Wert auf äussere Schönheit, materiellen Erfolg und Bewunderung von anderen, um ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Dies kann zu einer oberflächlichen Lebensweise führen, die auf äusseren Merkmalen und sozialer Anerkennung basiert.

Konfliktsucht, Narzissmus und exzessiver Wettbewerb sind strukturelle Probleme unserer Gesellschaft. Eine stärkere Betonung von Kooperation, Empathie und kritischem Denken könnte Wege zu einer gerechteren und weniger gespaltenen Gesellschaft weisen. Kritisches Denken und kritisch sein, sind nicht das gleiche und beschränkt sich nicht darauf, andere zu kritisieren oder unangenehm zu sein, denn das ist Trotz und einfach nur unfreundlich. Das gleiche gilt auch für Klartext oder Tacheles reden, das ist nicht das gleiche wie beleidigen oder verletzen - man kann auch leise Klartext reden. Und wenn dich jemand nicht versteht, kann es auch daran liegen, dass es dem Gegenüber an Empathie oder kognitiven Fähigkeiten mangelt.

Gibt es einen Ausweg aus dem Teufelskreis von Konfliktsuche und Narzissmus?

Erkenntnis ist der erste Schritt zur Lösung. Wenn du ein wiederkehrendes Muster in deinem Verhalten erkennst, hast du den Schlüssel zur Veränderung in der Hand. Emotionen können tiefes Denken blockieren, daher ist es wichtig, sie als Begleiter, nicht als Führer zu sehen. In emotional aufgeladenen Situationen, versuche, dich zu beruhigen, atme tief durch und sammle deine Gedanken, bevor du handelst oder reagierst.

Medienhygiene spielt eine zentrale Rolle, um Manipulation zu vermeiden. Frage dich: Ist mein Arbeitsumfeld toxisch? Stecke ich in einer belastenden Beziehung fest? Bin ich vielleicht einfach nur einsam? Oder ist es die Parteipolitik, die mich aufwühlt?

Selbstreflexion über dein Selbstbild, dein Selbstbewusstsein und deine Prioritäten ist essentiell. Wie wichtig ist dir die Anerkennung anderer? Verstehst du den Unterschied zwischen Selbstbewusstsein – die Fähigkeit, sich selbst zu kennen und zu akzeptieren – und Durchsetzungsvermögen – die Fähigkeit, für sich einzustehen, ohne aggressiv zu werden? Beides kann ohne Aggression erreicht werden - versuch mal ruhig Klartext zu reden.

Nimmst du dir regelmässig Zeit für Selbstreflexion?

Ruhe und Entspannung sind unerlässlich zur Stressbewältigung und Erholung. Aktivitäten wie Meditation, Yoga, Sport, Naturspaziergänge, Lesen, Musik hören, Malen, Kochen oder Gartenarbeit können helfen, den Kopf frei zu bekommen. Auch dein Gehirn benötigt Pausen, um zu verarbeiten und zu lernen. Statt durch soziale Medien zu scrollen, könntest du eine Nachricht in Ruhe, vielleicht bei einem Glas Wein oder einer Tasse Tee, analysieren. Ausreichender Schlaf und eine gesunde Ernährung sind ebenfalls Grundpfeiler der psychischen Gesundheit.



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