NATO

Ist die NATO dem Tode nahe?
NATO

Die NATO ist ein Kind der Nachkriegszeit. Sie diente als Verteidigungsbündnis als Gegenpol zum Warschauer Pakt. Als sich dieser auflöste, sind die Waagschalen aus dem Gleichgewicht gekommen. Russland war daran interessiert, aus der NATO eine Art europäisches Verteidigungsbündnis unter Einschluss von Russland zu machen. Die USA sagten NO!

Die NATO-Osterweiterung wurde von den US-amerikanischen, imperialen Kräften vorangetrieben. Der Oberkommandeur der NATO war bis heute IMMER ein US-Amerikaner!

Die USA-NATO:

Wir vermitteln den Europäern das Gefühl einer Schutzmacht, das kostet, der Benefit jedoch überwiegt, da wir so mit unseren NATO-Militärstützpunkten überall präsent sein und mitmischen können. Die Präsenz in Europa verschafft uns einen Standortvorteil, weil im Falle eines Falles, wenn wir von den USA aus reagieren wollen, die Wege zu lang sind.

Deutschland, das zwei Weltkriege verloren hat, ist uns am devotesten ergeben. Das kommt uns sehr gelegen, können wir hier die meisten Standpunkte errichteten. Ramstein, Wiesbaden, Frankfurt sind für uns die ideale Relais-Station für Datenübertragungen, Logistik und Zwischenstopps, und so wenig, wie die Deutschen nach den Kriegen wieder selbstbewusst geworden sind, dafür haben wir gesorgt, werden sie kaum auf die Idee kommen, zu fordern, dass wir Deutschland verlassen sollen. Das ist so, wie wenn wir Deutschland ein Haus vererbt hätten, uns aber in einem Zimmer noch ein lebenslanges Wohnrecht vorbehalten.

Wir hatten nie die Absicht, im Ernstfall Europa mit unseren Soldaten zur Seite zu stehen, wenn unsere Nation, unser Land nicht in Gefahr ist oder unsere Interessen berührt werden.

Aktuell fordern wir 5% von den NATO-Mitgliedern. Das haben die USA bislang nie so ernsthaft eingefordert. Warum wohl? Weil 1 oder 2% auch genug waren, denn unser militärischer Nutzen, der zur Erhaltung unserer Vormachtstellung dient, ist sogar noch höher, als wenn sie uns mehr als 5% geben würden. Die doofen Europäer checken das nur nicht.

Wir müssen so tun, als ob wir uns darüber empören, dass uns einige europäische Länder im Iran-Krieg nicht beistehen. Im Grunde genommen können wir ihnen gar nicht „böse“ sein, denn sie helfen uns genau so wenig aus dem Schlamassel, den Israel und die USA angefangen haben, wie wir ihnen geholfen hätten, wenn es umgekehrt gewesen wäre. Da hätten wir gesagt: Das ist nicht unsere Angelegenheit, da müsst ihr euch schon selber drum kümmern. Trumps Aussage: Seht doch selber zu, wie ihr im Persischen Golf durch die Straße von Hormus an euer Öl und Gas kommt, passt doch gut dazu.

Wir wissen sehr gut, dass der von Trump geforderte Beistand kein Bündnisfall ist, und dass in Artikel 5 steht, dass ein Beistand nicht verpflichtend, sondern im eigenen Ermessen erfolgen kann.

Wir dürfen auch nicht zu sehr darauf pochen, weil man uns das als Schwäche auslegen könnte, was noch nicht einmal verkehrt ist. Wir haben uns im Ukraine-Krieg ziemlich ins Zeug gelegt und lange auf alte Strategien gesetzt. Der Ukraine-Krieg hat uns gelehrt, dass diese fiesen, kleinen, billigen Drohnen hochtechnisierte Panzer ausschalten können.

Unsere Flugzeugträger bieten ein imposantes Bild, die schinden Eindruck. Sie bieten aber mit den heutigen raffinierten, hinterlistigen Unterwasser-Raketen und -Minen auch eine riesengroße Angriffsfläche, außerdem sind sie ziemlich träge und langsam und müssen von Begleitschiffen eskortiert werden. Gut, dass wir die Gerald R. Ford aus dem Verkehr ziehen konnten, die anderen Flugzeugträger halten wir in sicherem Abstand. Es wäre ein Super-Gau für das US-amerikanische Militär, wenn es dem Iran gelingen würde, einen davon auf den Grund der See zu schicken. Und so sehr unwahrscheinlich ist das leider nicht.

Rubio sagt, die NATO sei ein „Papiertiger“. Was sagt das eigentlich aus? Es wird immer wieder gemunkelt, Trump macht auch Andeutungen, die USA könnten aus der NATO aussteigen. (Wo ist der Vertrag zur sofortigen Ratifizierung?) Er will Truppen aus Deutschland abziehen (das sind so rund 37.000). (Wo kann man sich melden, um beim Koffer packe zu helfen?)

 

Die Europa-NATO:

Wir wissen, dass es Ruttes Aufgabe ist, den Scharfmacher zu spielen, am Ende ist klar, dass die USA, als Hauptmacht der NATO das Sagen haben. Was an oberster Stelle entschieden wird, steht für uns nicht zur Diskussion. Im Grunde genommen haben wir gar nichts zu sagen.

In dieser Ansicht ist sich Europa allerdings nicht einig. Rumänien haut jede Menge Geld raus, nicht für die eigenen Waffen, sondern am Ende dienen die Gelder zum Kauf US-amerikanischer Waffen, in US-amerikanischer Hand. Rumänien glaubt immer noch an das Märchen von der „Schutzmacht“ statt sich auf eigene Füße zu stellen.

Spanien, Italien, Polen und Frankreich sind derzeit die Länder in Europa, die zwar ihre NATO-Verpflichtungen einhalten, aber jegliche Nutzung von Stützpunkten, die mit dem Iran zusammenhängen, verweigern. Das sind die kleinen großen europäischen Nationen. Die haben schon Gewicht. Deutschland spricht auch zaghaft von einem völkerrechtswidrigen Angriff auf den Iran, hat aber, wie immer nicht die Eier, den USA zu verbieten, Ramstein als Relais-Station für die Datenübertragung zu nutzen. Einerseits, weil der Deutsche an sich eh nicht der Mutigste ist, eine Identifikation mit seinem Land den Deutschen über Jahrzehnte abgewöhnt wurde, und er in seiner Angstpsychose gefangen ist, weil er tatsächlich glaubt, der Russe würde Deutschland, dass sich selber gerade abschafft, angreifen wollen.

Wenn es in Deutschland, in der Regierung Menschen mit Verstand gäbe, die gibt es schon, aber eben leider nicht in der Regierung, dann wäre die naheliegendste Lösung, die Zwangsneurose „Kriegstüchtigkeit“ und den Verfolgungswahn „Der böse Russe kommt!“ zu therapieren, in dem man das Gespräch zu Russland suchen würde und vor allem im Interesse des Volkes (wer war das nochmal?) alles daran setzen, friedliche, “freundschaftliche”, “vertrauensaufbauende” Verhältnisse wieder herzustellen, denn wenn man Zustände erarbeitet hat, die ein vernunftbegabtes, friedliches Auskommen mit dem Nachbarn ermöglichen, dann braucht man sich nicht zu beeilen, die Garage mit Gewehren und Munition zu füllen, weil gar kein Anlass dazu besteht, kein Grund vorhanden ist, keine Befürchtung im Raum steht, dass einem der Nachbar etwas Böses will. In friedlichen Zeiten könnte man sich alle Zeit der Welt nehmen, eine dem Land angemessene Verteidigung aufzubauen, weil die einfach dazu gehört, auch, wenn es keinen konkreten Anlass gibt, sie haben zu müssen. Wenn die Schlechtesten-Auslese in Berlin jedoch nur in der Lage ist, von der Tapete bis zur Wand zu denken, dann kann man natürlich nicht auf so eine, im Grunde genommen, ganz einfache Idee kommen. Ganz schlimm die Hexe, die auf ihrem Raketenbesen reitet und fast schon mit Schaum vorm Mund sich traut zu sagen, „Der Iran ist die Pestbeule auf dieser Erde“. Was hindert sie daran, persönlich dafür zu sorgen, mit ihrem feuerspeienden Atem die iranischen Abfüllstationen in Brand zu setzen?

Spanien kann ungehindert durch die Straße von Hormus Rohstoffe beziehen, weil es dem Iran signalisiert hat, ihm gegenüber nicht feindlich gesinnt zu sein. Rein theoretisch könnte Deutschland das auch, aber was will man machen, wenn die Gehirnmasse fehlt?

Bei der Gelegenheit und apropos deutsche Gehirnmasse:

Israel hat die Todesstrafe ausschließlich für Terroristen wieder eingeführt. Wer sind denn vor allem die Terroristen? Klar, die Palästinenser. Die Befürworter tragen kleine Anstecker in Form von Schlingen an ihrem Revers. Sie tönen laut, jetzt kriegen wir einen nach dem anderen und stoßen auf die bevorstehenden Exekutionen mit Champagner an. Na dann, l’chaim! Die Todesstrafe gilt natürlich nicht für die Israelis. Gehört das jetzt in den Bereich Apartheit, oder nicht? Wie sähe es aus, wenn es stimmen würde, dass angeblich 70 bis 80 % der Israelis hinter Netanjahu stehen? Da ist ein großes Widerstreben, dass glauben zu wollen.

Und solche Aussagen zu Israel zu treffen sind nicht anti-semitisch, sondern von Regierungsseite nicht dagegen aufs Schärfste zu protestieren ist anti-demokratisch. Die vorsichtigen deutschen Aussagen Richtung „völkerrechtswidrig“ sind weichgespülte Mimi-Sprüche. Hier hätte Friedrich der Große Außenkanzler mal eine Gelegenheit gehabt, auf den Tisch zu hauen, tut er aber nicht.

Die überwiegende Meinung außerhalb Israels ist, dass Israel im Gaza-Streifen einen Genozid begangen hat. Mearsheimer sagt, im Nürnberger Prozess wären Netanjahu und Trump zum Tode verurteilt worden.

Wie passt das mit der deutschen Staatsräson zusammen, die besagt, dass man Israel verpflichtet ist, beizustehen. In allem, um jeden Preis, ohne zu hinterfragen und zu differenzieren? Macht sich Deutschland damit zum Erfüllungsgehilfen?

Und dann auch noch zur US-amerikanischen Gehirnmasse:

Die US-Soldaten sind Söldner, sie könnten nein sagen, wenn sie wollten, falls Trump tatsächlich auf die Idee kommt, Bodentruppen in den Iran zu schicken. Dass das nicht gut gehen kann, ist die einhellige Meinung aller Militärexperten, bis auf die, die Trump narzisstisches Gift in die Ohren spritzen. Seine Anhänger laufen ihm derzeit scharenweise davon. Das wird sich beschleunigen, wenn erst einmal die ersten Leichensäcke zurückkommen. Die Iraner haben Heimvorteil, sie kennen die Topografie und wissen, wofür sie kämpfen, im eigenen Land, für ihr eigenes Land. Die US-Soldaten sind fremd, sozusagen „zu Besuch“ und wissen im Grunde genommen gar nicht, wofür und für wen sie kämpfen. Allein schon deshalb gibt es ein gewaltiges Gefälle in der Kampfmoral. Und noch einmal: Es ist immer von Vorteil, in solch einer Situation nicht impulsgesteuert, sondern kühl und nüchtern analysierend vorzugehen. Da gibt es zwischen den USA und Iran ein großes Gefälle.

Die USA haben jetzt schon verloren, auch, wenn Trump ständig das Gegenteil heraufbetet. Sie haben verloren: Militärisch aber auch im weltweiten Ansehen. Die USA lassen derzeit ihre Maske fallen, und dahinter zeigt sich eine imperialistische Fratze, mit der man besser nichts zu tun haben sollte.

Sorry für die Abschweife, noch einmal zurück zur NATO: Es wäre eigentlich egal, ob die NATO zerbröselt, weil die USA aussteigen, oder weil die Uneinigkeit in Europa dazu führt. Hauptsache, sie findet ein Ende, denn sie ist aus der Zeit gefallen. Und es gibt Anzeichen, dass dann auch die EU fällt, die in vielerlei Hinsicht ein verlängerter Arm der NATO ist. Das würde ermöglichen, dass sich die europäischen Länder wieder auf sich selbst besinnen könnten, ohne, dass ein US-amerikanischer Stachel in ihrer Souveränität steckt. Und wenn sie sich neu geordnet hätten, dann wäre der nächste Schritt, einen für alle einträglichen Handel, wie seinerzeit in der EWG, der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, aufzubauen, ohne dass eine vergiftete Medusa in Brüssel permanent versucht, ein 4. Reich zu errichten. Den europäischen Völkern, zu denen Russland selbstverständlich dazu gehört, ist ein friedliches Miteinander absolut zuzutrauen.

Und noch etwas: Man möge nicht glauben, dass es eventuell mit Vance, falls Trump über seine idiotische Idee den Iran anzugreifen, stürzen sollte, besser wird. Vance ist von Thiel zu dem gemacht worden, was er ist. Die Dystopie würde weitergehen, wenn auch anders, dann aber in Richtung Digitalisierung und Totalüberwachung durch persönliche ID und Sammeln und Speichern aller Daten bei Palantir. Oder glaubt jemand tatsächlich, das neue Portal der USA für Redefreiheit hat keine Direktverbindung zu Palantir?

Es steht eine Rede Trumps an, bei der es auch um die NATO gehen soll. Man darf gespannt sein, welche Tiraden er wohlmöglich über die ausschüttet, die sich dem Willen des bockigen kleinen Jungens widersetzen. Oder er versucht, seine Mafia-Methode durchzusetzen und Schutzgelder zu fordern. Donald Trump entwickelt sich von Tag zu Tag immer mehr zur „Enttäuschung“ des noch jungen, neuen Jahrtausends.

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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