Südtirol im Wandel

Man muss nicht in allem den größeren Vorbildern folgen. Schon gar nicht, wenn sie auf dem Holzweg sind und der in die Irre führt
Südtirol im Wandel

Wenn man als Gasturlauber den Brenner als Weg über die Alpen nach Südtirol schon lange, aber auch noch nicht ganz so lange, wie seit der Zeit der Römer, nutzt, dann kann man hinter den sieben Bergen angekommen, doch einige Veränderungen im Laufe der Jahre feststellen.

Hannibal hat noch einen Elefanten benutzt, die Deutschen in den 50-er und 60-er Jahren benutzten bereits einen leichteren Käfer, heute kommt man auch gerne mit dem Cayenne mal eben vom Südfönland in das Nordfönland, weil in Südtirol immer so schön die Sonne scheint, wenn es nicht gerade Kreuze und Rauten aus Wolkenstoff und anderen Zutaten am Himmel hat, dann regnet es nämlich danach. Was das wohl sein mag?

Damals hatte es saubere, einfache Zimmer mit Frühstück. Wenn man ein eigenes Waschbecken mit fließend warmem und kaltem Wasser hatte, war das schon gehobener Luxus. Familiengeführt, ehrlich, ohne Schnörkel. Ganz ganz zu Anfang wurden in vielen Familien die Kinderstuben zu Gästezimmern, und die Gitschen und Buben schliefen im Heu.

„Die Tiroler sind lustig, die Tiroler sind froh. Sie verkaufen ihre Bettchen und schlafen auf Stroh.“ Ging auch, war eigentlich sowieso viel feiner. Heute ist das vorbei.

Diese Garni Felseneck, Roseneck, Steineck, Grünau, Schönau, Rosenau, Christina, Maria, Martha, und wie sie alle hießen, sterben heute langsam aus. Palast-Hotels gab es damals schon, sogar schon lange vorher, seit der Kaiserzeit.

Hinzugekommen sind die Ressorts, die Spas, die Wohlfühltempel für das ultimative Wellness-Feeling. Wer sich damals glücklich schätze, dass er einen Wasserfall gefunden hatte, in dem er sich in der sommerlichen Hitze in eiskaltem Wasser abkühlen konnte, macht es heute nicht unter einer Wasser-Bade-Landschaft, in der man von oben, mittels einer kilometerlangen Rutsche, in wohltemperiertes Wasser, Höhenmeter um Höhenmeter, hinabstürzen kann.

Mit dem durch die USA initiierten Marshall-Plan und dem deutschen Wirtschaftswunder, damit Westdeutschland nicht auch noch kommunistisch wird, wie der Osten, stieg mit den Jahren der Wohlstand, und damit auch die Ansprüche, auch an die Hotel- und Gast-Betriebe in Südtirol.

Das alles machte aber auch etwas mit den Menschen, mit den Gästen und den Einheimischen, je nach Charakteranlage. Viele deutsche Gäste traten von Anfang an mit einer gewissen Anspruchshaltung auf: „Für mein Geld kann ich auch was verlangen!“, zum Fremdschämen.

Und viele Pensions- und Herbergsbesitzer mussten oft die Zähne zusammenbeißen, ob der Arroganz, der Überheblichkeit, mit denen die Gäste den Einheimischen begegneten, teilweise so, als hätten sie erst die Zivilisation nach Südtirol gebracht. Und sich ellenlange Geschichten anhören, wie fein man es doch in Deutschland habe, das man sich fragen musste, warum sie dann überhaupt hier seien. Dass auch in Südtirol gearbeitet werden muss, und man vielleicht gar nicht die Zeit hatte, sich das alles anzuhören, darauf kam man nicht, man selbst war ja im Urlaub.

Wer jedoch ein Gespür dafür hat, wie sehr die Menschen in Südtirol mit ihrer Heimat verwurzelt, mit ihren Traditionen verbunden sind, und wie sie über Generationen den Bergen in elend harter Knochenarbeit Land abgetrotzt, die Kulturlandschaft geprägt haben und bis heute erhalten, der bekommt schon einen ganz anderen Eindruck.

Die Bergbäuerin: https://www.youtube.com/watch?v=YZKvVBP-8aU

Und mit Beginn der 70-er Jahre begann auch der Wohlstand in Südtirol zu wachsen. Nicht zuletzt durch den Tourismus. Einige sind sehr vermögend geworden, es sei ihnen gegönnt, die meisten sind bodenständig geblieben, anderen ist das viele Geld zu Kopf gestiegen und manche bekommen bis heute den Hals nicht voll.

Geld und Macht haben auch in Südtirol nicht davor Halt gemacht, dafür anfällige Menschen zu verderben. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: Geld verdirbt den Charakter.

Inzwischen spricht man in Südtirol davon, die Bettenzahl zu begrenzen, weil es in der Saison oft zu voll ist, besonders an den bekannten Hotspots, wo jeder mal gewesen sein muss.

Einerseits nachvollziehbar, andererseits birgt die Gefahr einer Begrenzung eine „Ver-Elite-rung“. Damit ist gemeint, dass das Angebot auch durch hohe Preise knappgehalten werden kann, was wiederum nur die anlockt, die es sich (noch) leisten können, was dazu führt, dass die Bettenangebote der höheren Kategorie steigen würden.

Das birgt die Gefahr, dass sich „Normalverdiener“ vielleicht bald einen Urlaub in Südtirol nicht mehr leisten können, woran die verrückt gewordene, derzeitige deutsche Regierung ja fleißig arbeitet.

Bleibt die Frage: Was will Südtirol und wer sagt, was Südtirol will? Will es zu einem elitären Urlaubsort, wie man sie aus der Schweiz kennt, werden? Was machte das mit den Preisen für die Einheimischen bei Mieten, Energiekosten und Lebensmitteln, die derzeit eh schon Apotheken-Niveau haben, so hoch, wie sie sind? Wie überall woanders auch, steigen die Löhne natürlich entsprechend nicht. Das nennt man wohl Geldentwertung oder Inflation.

Ein weiterer Trend ist in der Landesregierung zu erkennen, da will das winzige Südtirol mit etwas über 500.000 Einwohnern mit den Großen in Sachen Klimaplan, Wokeness, Gender-Gaga und Vielfalt mithalten, wobei gerne vergessen wird, dass Bozen nicht unbedingt in einer Reihe mit Weltstädten wie London, New York, Paris oder Berlin steht, in denen derzeit der Wahnsinn besonders stark sein Unwesen treibt. Will Südtirol wirklich mit diesen Deppen mithalten, oder besser gerade deswegen an seiner Mentalität festhalten und dafür sorgen, dass es nicht zu viele neue Südtiroler mit Orienthintergrund hat?

Wenn man sich die Südtiroler Einheitspresse ansieht, kann man den Eindruck gewinnen, Südtirol eifert hier besonders Deutschland sehr nach, das inzwischen dafür bekannt ist, jede Sackgasse auch wirklich bis zum Ende zu gehen. Umkehr unmöglich.

Wie in Deutschland, gibt es auch in Südtirol die Tendenz, dem „dummen Bergvolk“ alles nur noch besser erklären zu müssen, damit es versteht, wie gut die Landesregierung es doch mit ihm meint. Vielleicht sind die Südtiroler aber gar nicht so doof und wissen selbst am besten, was gut für sie ist. Man müsste ihnen nur wesentlich mehr Gehör schenken und dann den Willen des Volkes umsetzen, denn bislang ist Südtirol noch demokratisch aufgestellt, und nicht totalitär oder autokratisch. Die Südtiroler sind das Volk und nicht die Landesregierung.

Und wie anderswo auch, sind die Journalisten und Medien ideologisch vergiftet und tuten in dasselbe Horn, weil sie offensichtlich ihre Kritikfähigkeit verloren haben, die Fähigkeit Dinge zu hinterfragen und aus mehreren Perspektiven zu betrachten. Diese Seuche hat wohl allerspätestens mit der Corona-Finsternis angefangen. Aber seit einiger Zeit gibt es auch in Südtirol das Internet, schon mal gehört? Wir brauchen euch gar nicht, um informiert zu sein!

Nicht die Demokratie ist in Gefahr, sondern das Weltbild der Systemlinge, die nicht akzeptieren wollen, dass die Welt sich verändert und viele Südtiroler lange nicht mehr jeden Bissen herunterschlucken, den man ihnen in den Mund steckt. Dazu hat die Corona-Finsternis wesentlich beigetragen. Es wäre gut, die Schreiberlinge würden das endlich in ihren Grint hineinbekommen!

Um so mehr heißt es den Mund aufzumachen, laut auszusprechen, was man denkt, die Meinungsfreiheit hochzuhalten, solange in Südtirol und Italien noch nicht solche Verhältnisse herrschen, wie in Deutschland, wo Kritiker hinter Gittern landen, sanktionierten Journalisten die Konten gesperrt werden (siehe Dogru, Baud, Röper, Lipp), kritische Geister morgens um 6 Uhr Staatsbesuch bekommen und Ärzte, die nach ihrem Eid gehandelt haben, teilweise schon bis zu drei Jahren in Untersuchungshaft einsitzen (z. B. Dr. Witzschel).

Man kann Südtirol nur raten, mach nicht dieselben Fehler, wie es um Südtirol herum mehr als genug abschreckende Beispiele dafür gibt, wie man es nicht machen sollte. Bedient euch eures von Bergen und oft auch Entbehrungen geprägten Verstandes, seid selbstbewusst, denn ihr fleißigen Leute habt allen Grund dazu und lasst euch nicht ein Fockn als Grauviech verkaufen.

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

 

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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