Warum ein Zitronenbaum in diesen Zeiten lebensnotwendig sein kann
Wir werden derzeit genötigt, Luft einzuatmen, die bestialisch nach Lügen, Intrigen, Korruption, Krieg, Unvernunft und Wahnsinn zum Himmel stinkt.
Als geistige Wesen sind wir Menschen in unserem Alltag gezwungen, uns immer wieder in diesem toxischen Umfeld zu bewegen, wenn wir nicht ganz als Eremiten leben wollen oder können.
Umso wichtiger ist es, sich einen Kreis von Menschen zu suchen und diesen zu pflegen, mit dem wir uns eine Art Vernunft-Glocke, eine Art Atmosphäre des Verstandes regelmäßig schaffen können, in der das menschenwesensgerechte Atmen, Denken, Fühlen und Wollen möglich ist.
Solche Inseln der Vernunft sind bestimmt keine Dauerlösung, jedoch vielleicht unter den gegebenen Umständen als eine Art Habitat auf unbestimmte Zeit anzusehen, in dem ein geistiges Überleben möglich ist, bis die Kräfte in ihm so stark geworden sind, so viele Menschen zusammengekommen sind, dass der Platz nicht mehr ausreicht und dann der Hausverstand ausbricht (das kann auch ganz schnell gehen) und sich wieder in die Welt ausgießt.
Wer gerade keine Lust oder nicht die Möglichkeit hat, in einem nächstgelegenen Habitat frische Luft tief einzuatmen, der kann sich auch der ohnehin schon vorhandenen Habitate bedienen oder sich selbst eines schaffen.
Dazu braucht man nur das eckige, rechtwinklige der Stadt zu verlassen und sich in die runden Formen der Natur zu begeben. Allein das verändert schon die Stimmung.
Wenn man es dann auch noch schafft, sich in die Stimmung eines staunenden Kindes, das alles zum ersten Mal sieht, hineinzuversetzen, vergisst man für eine Zeit lang, die es zur Erholung braucht, diejenigen, die uns Menschen in diese Drangsal hineinversetzt haben.
Wem es nicht möglich ist, ohne großen Aufwand in die Natur zu gehen, der möge sich bitte unbedingt einen Zitronenbaum auf den Balkon oder die Terrasse stellen, den gibt es in allen Größen zu kaufen.
Warum ausgerechnet einen Zitronenbaum?
Ein Zitronenbaum ist so herrlich unbürokratisch, fast schon ein kleiner Anarchist. Er hat keine Ahnung von Angebot, Auftragserteilung und Lieferung, all das interessiert ihn nicht die Bohne. Er ist intelligenter, als jeder Kriegsminister, denn auch von Kriegstüchtigkeit will er gar nichts wissen. Da ist auch keiner, der ihm immer wieder und jedes Jahr aufs Neue erklären muss, wie er zu wachsen und zu blühen hat.
Die Informationen, die er seinem Wesen nach benötigt, bekommt er unmittelbar und ungefiltert über seine Dauerverbindung zur geistigen Welt, die die Natur voll und ganz durchdringt.
Wer bemüht ist, sich in das Wesen eines Zitronenbaums hineinzuversetzen, der spürt die unendliche Weisheit, die in ihm steckt und wohl über Äonen von Jahren zu dem gemacht hat, was er heute ist.
Der Zitronenbaum ist ein Revoluzzer. An seinen Ästen bildet er Stachel aus, die signalisieren: Komm mir bloß nicht zu nahe, hörst Du! Er hält sich nicht an eine Abfolge, sondern er macht alles gleichzeitig. Er entspricht nicht irgendwelchen Erwartungen und widersetzt sich der ach-so-gescheiten menschlichen Logik, weil das alles zu seinem Wesen gehört.
So ist er in der Lage, die älteren Früchte aus dem Vorjahr frisch zu halten, neue Blätter auszutreiben, zu blühen und neue Früchte wachsen zu lassen, alles auf einmal!
Da muss man doch ins Staunen kommen, ob man nun will oder nicht.
Mit seinen Blättern schützt er die darunterliegenden Blüten, mal fünf, mal drei, je nachdem, wie es ihm gerade passt, als wolle er sagen: Ich bin nicht wirklich berechenbar, lass Dich doch einfach mal überraschen! In der Regel aber immer in ungerader Anzahl, weil die unergründliche Weisheit der Schöpfung das aus einem sicher bestimmten Grund so vorgesehen hat.
Weiße, spitz zulaufende Blütenblätter, in ihrer Summe so angeordnet, als hätten sie sich an den Sternen orientiert, an einem klaren Sommernachtshimmel. Was die können, kann ich auch!
Aus ihrer Mitte zieht die Sonne die neue Frucht heraus. Schon das macht einen Unterschied, ob man sich vorstellt, dass die Frucht aus der Pflanze herausgetrieben wird, oder dass sie von der Sonne herausgelockt wird. Nicht alle Fruchtstände kommen durch.
Der Zitronenbaum ist nicht nur mit den Sternen verbunden, sondern auch mit der Sonne, aber all zu viel ist für ihn nicht gesund. Ein wenig Schatten schadet nicht.
Später im Jahr, wenn es kühler und kalt wird, reifen die Früchte dann an einem geschützten kühlen, hellen Platz, irgendwo drinnen, heran, nachdem sie die Sonne den Sommer über, wie in einer Batterie, gespeichert haben. Da wirkt die Kraft nach, die sie vorher aufgenommen haben.
Bei einer Batterie denkt man gerne sofort an Strom. Mit dem Zitronensaft, der Zitronensäure lassen sich gar manche physikalisch-elektrischen Experimente anstellen. Noch so ein Geheimnis, das im Zitronenbaum verborgen ist. Zitronensaft hat auch etwas Reinigendes und hilft sehr gut bei einer Erkältung. Was für ein Tausendsassa!
Was einem jedoch schier den Verstand rauben kann, ist der betörende Duft, der von seinen Blüten ausgeht. Den teilen sich Insekten und der Mensch gleichermaßen.
Wenn eine leichte, warme Sommerbrise Lust dazu hat, weht sie einem diesen Duft in die Nase. Schon wieder so ein Geheimnis: Es muss ja eine Verbindung zwischen dem Zitronenblütenduft und der menschlichen Nase geben in dem das Geheimnis des Riechens angesiedelt ist. Und gleich noch ein Geheimnis: Warum empfindet der Mensch diesen Duft als betörend, und den Duft eines Misthaufens eher nicht?
Oh, dieser süßlich, aber nicht zu süße, intensive Geruch! Da kommt er wieder daher geweht. Und dann ist man verzaubert, so sehr, dass man gar nicht im Stande ist, man kommt nicht einmal auf die Idee, an all die Bekloppten, die den Bezug zum Menschsein und der Erde, auf der wir leben, verloren haben, an all diesen Vernichtungs- und Zerstörungswillen, der derzeit in der Welt ist, zu denken. Wenn man lacht, kann man unmöglich an etwas Trauriges denken. Mit dem Duft der Zitronenblüten ist es ähnlich.
Über diesen Duft ist man verbunden mit etwas, das viel größer ist, als der menschliche Verstand in der Lage wäre, es zu erfassen. Da steckt doch eine Absicht dahinter, oder?
Ein wenig empfänglich dafür sollte man allerdings schon sein, denn wenn ich das Radio nicht einschalte, kann ich auch nicht meine Lieblingsmusik hören.
Es ist wirklich eine Schande, dass das Duftschreiben noch nicht erfunden wurde, was sicher sinnvoller wäre, als neue Raketen- und Drohnensystem zu entwickeln. Geduld, vielleicht kommt das ja noch. Man stelle sich vor, Rheinmetall hätte sich mangels Aufträge auf die Entwicklung des Duftschreibens spezialisiert. Wie gerne würde ich jetzt etwas von dem Duft mit diesen Zeilen verbreiten können.
Bis es so weit ist, sollte wirklich jeder so eine Antenne zur geistigen Welt bei sich zu Hause aufstellen. Und wenn man denkt, man wird verrückt, einfach tief in das Wesen eines Zitronenbaums eintauchen, den Duft mit aller Kraft einsaugen, einwirken lassen, den Raum und die Zeit eine Weile vergessen, sich selbst in den Zustand des Entrückt-seins versetzen.
Vielleicht gelingt das auch schon ein wenig mit diesen Zeilen, sozusagen als Vorfreude auf das, was einen erwarten kann.
Der Duft, der von einem Zitronenbaum ausgeht, kann wie eine Droge wirken, nur, dass man nicht abhängig wird, weil der Zitronenbaum das so nicht vorgesehen hat, dafür steht er dem Schönen, dem Wahren und dem Guten viel zu nahe.
Wenn jetzt demnächst irgendwo die Nachricht zu vernehmen ist: „Aus unerklärlichen Gründen fand ein Run auf Zitronenbäume statt, der dazu führte, dass innerhalb kürzester Zeit alle Zitronenbäume in den Gärtnereien und Baumärkten plötzlich ausverkauft waren“, dann wissen jetzt schon einige, warum.
Dann wäre ein Zitronenbaum auf dem Balkon das gemeinsame Zeichen derer, die sich auch in schweren Zeiten, in denen wir ohne Zweifel leben, miteinander verbunden fühlen. Sie hätten erkannt, dass es die Möglichkeit zu einer Verbindung zu der Welt gibt, aus der wir unsere Kraft, unseren Mut und unsere Zuversicht erhalten. Und je mehr Zitronenbäume die Möglichkeit haben, den Gestank der Unmenschlichkeit mit ihrem Duft zu verdrängen, desto größer wird die reinigende Wirkung. Was würde wohl passieren, wenn der Duft die Orte erreichen würde, an denen Deppen, die uns das Menschsein verderben wollen, in konzentrierter Form beisammen sind? Was würde das wohl mit denen machen?
In gesellschaftlichen Umbrüchen hat es immer schon Zeichen gegeben, die für eine Bewegung standen. Warum jetzt nicht auch der Zitronenbaum als Symbol für Nonkonformität, Widerstand, Freiheitsliebe, dem Streben nach Wahrheit, und den unerschütterlichen Willen, die menschenverachtenden Tendenzen, die wir überall spüren, mit etwas zu verdrängen, das viel, viel besser für uns Menschen ist?
Wir werden mit dieser wunderbaren Möglichkeit fast umsonst beschenkt. Unsere einzige Aufgabe ist, unseren Zitronenbaum, genau so wie unseren Geist mit Sinn, regelmäßig zu gießen. Mehr verlangt er gar nicht für diese reichlichen Geschenke, die er uns macht, wenn wir in unserem Bewusstsein dafür offen sind.
(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )
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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)
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(Bild privat)
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