Die deutsche Bundesflagge

Kein Land hat wohl ein so gespaltenes Verhältnis zu seiner Flagge, wie Deutschland
Die deutsche Bundesflagge

Die Flagge ist ein staatliches Symbol, das offensichtlich ein „must-have“ für alle Nationen ist. Es soll zur Identifikation dienen. An öffentlichen Gebäuden angebracht soll sie zeigen: Hier findet etwas Staatliches statt. Vorangetragen im Krieg soll sie zeigen: Achtung, jetzt kommen wir! Sie kann auch zur Markierung staatlichen Eigentums benutzt werden. Aufgedruckt auf Produkten kann sie Qualität vermitteln, sie kann aber auch als Bann benutzt werden, gerade dieses Produkt nicht zu kaufen, weil es aus einem bestimmten Land kommt. „Made in Germany“ ist so entstanden. Erst als Kennzeichnung für die Engländer, dass es sich um ein deutsches Produkt handelt, das nicht gekauft werden sollte, später als Zeichen für ein deutsches Qualitätsprodukt, doch wie viele davon werden derzeit tatsächlich noch in Deutschland hergestellt, und wie sehr arbeitet man daran, dass es immer weniger werden?

Sie kann negativ, aber auch grundsätzlich positiv besetzt sein, wie man am Beispiel der Schweizer Flagge sehen kann. Niemand würde auf die Idee kommen, mit ihr etwas Negatives zu verbinden.

Die Flagge für Deutschland hat eine wechselvolle Geschichte. Vorläufiger Höhepunkt der Flaggenmissbrauch in der Nazi-Zeit, wo die neu eingeführte Hakenkreuzfahne allgegenwärtig zu sein schien. Häuserfluchten wurden mit ihr für Paraden „geschmückt“, öffentliche Gebäude sowieso und wer dazu gehören wollte, hatte auch eine am Haus oder im Vorgarten.

Die Erinnerung daran erzeugt wohlmöglich bei einigen ein nachvollziehbares Gruselgefühl, wenn man heutzutage Straßenfluchten sieht, die mit der LGBTQ+-Fahne „geschmückt“ sind. Ideologie ist Ideologie.

In der Öffentlichkeit fehlen darf auf keinen Fall auch die EU-Fahne, seit 2022 auch gerne die Fahne der Ukraine. Alles ziemlich verstörend.

Was ist die Botschaft? Wir alle sind ein bisschen Deutschland, aber auch etwas EU und natürlich auch tolerant und woke und offen und obendrein sympathisieren wir auch noch mit der Ukraine. Das könnte man in einer endlosen Fahnenreihe fortsetzen, je nachdem, wie gerade die aktuellen Themen sind. Man könnte beispielsweise noch eine Rambo-Zambo-Fahne und eine Kriegstüchtigkeitsfahne ergänzen. Der Gesamteindruck würde dann vermitteln: Von allem etwas, aber nichts wirklich ganz, zu Ende gedacht, „Leipziger Allerlei“ halt.

Wenn man alle Fahnen weglassen würde, wäre das auch nicht schlimm. Dass man sich in Deutschland befindet, weiß man ohnehin, die Gebäude, in denen Unsinn ersonnen wird, müssen nicht auch noch gekennzeichnet werden, an die EU möchte man vielleicht nicht ständig erinnert werden, ein Viertes Reich braucht niemand, und dass es seit neuestem 72 Geschlechter gibt (nee, iss klar!) und wie wichtig es ist, die Ukraine zu unterstützen, dafür sorgt ja schon der Staatsfunk und die Reichspressekammer in aktualisierter Neuauflage.

Aber irgendwie scheint ja doch noch eine bestimmte „Mystik“ von so einem analogen, bunten Fetzen Stoff auszugehen, wenn er denn, gerne hoch oben, über allem, am besten bei einer leichten Brise, seine volle „Schönheit“ zur Geltung bringt. Und er scheint irgendwie doch wichtig zu sein, wenn man ihn in den Stand eines Hoheitszeichens erhebt.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde auf die alten Farben der 48-er Revolution (man stelle sich vor, so etwas gab es mal in Deutschland!) und der Weimarer Demokratie zurückgegriffen.

Ein neues Selbstbewusstsein, vielleicht sogar Stolz darauf, dass man aus Deutschland nun wieder einen demokratischen Staat gemacht hatte, kam allerdings nicht auf, obwohl ein Redner im Parlamentarischen Rat damals sagte, dass die Tradition von Schwarz-Rot-Gold „Einheit in der Freiheit“ sei. Hääh? Die Flagge sollte als Symbol dafür gelten, dass die Freiheitsidee der persönlichen Freiheit eine der Grundlagen des zukünftigen Staates sein sollte. Kein Wunder, dass da nichts draus geworden ist, wer soll das verstehen? Ideen kann man ja viele haben, umgesetzt, geschützt und gelebt werden muss die Freiheit, sonst bleibt sie eine leere Absichtserklärung.

Schwarz-Rot-Gold weht auf staatlichen Gebäuden, aber von der Bedeutung her, hätte es kaum einen Unterschied gemacht, wenn da ein Pumper von der Urgroßmutter im Wind wehen würde. Besonders während 16 Jahre deutscher Geschichte, da hätte man dann noch „Mutti“ aufdrucken müssen.

Anfang der 2000er Jahre entstand dann kein neues Nationalbewusstsein, sondern leider nur ein Nationalmannschaftsbewusstsein. Es war schick, wenn man kleine Fähnchen oder alberne Spiegelgamaschen an seinem Auto anbrachte oder einfach mit kleinen schwarz-rot-goldenen Winkelementen umherwedelte, vollkommen albern und befremdlich. Was hatte das mit dem Staat als solchen zu tun? Da wurde durch die „Spiele fürs Volk“ eine Art Stolz erzeugt, die mit dem Staatsgebilde an sich, auf das man eigentlich hätte stolz sein können, nicht das Geringste zu tun hatte. Eine erfolgreiche Fußballmannschaft ist da vielleicht doch etwas zu wenig, oder?

Unvergessen einige Jahre später dann der Auftritt der Bundesmutti, wie sie verärgert ein ihr entgegen gehaltenes Deutschlandfähnchen gar nicht schnell genug entsorgen konnte.

Bei einer kürzlichen Demonstration in Berlin, wo Teile des deutschen Volkes ihrer Begeisterung über das ausnahmslos geschickte Vorgehen des derzeit noch amtierenden Bundeskanzlers zum Ausdruck bringen wollte, wurde ein Merz-Fan von der Polizei, unserem Freund und Helfer, aufgefordert, das schwarz-rot-goldene Wedeln einzustellen. Vermutlich, weil er sich auf einer öffentlichen Grünfläche befand und das Schild „Rasen betreten verboten“ wohl unabsichtlich übersehen hatte.

Und die Opposition, die sich in einem staatlichen Gebäude aufhielt, und mit dem Zeigen von Schwarz-Rot-Gold auf dem Balkon diese demonstrative Begeisterung unterstützen wollte, bekam Besuch vom Sonderdezernat „Bundestagspolizei“ und wurde ebenfalls aufgefordert, das Lüften der Flagge einzustellen.

Das alles hat wohl damit zu tun, dass es derzeit von Regierungsseite nicht gerne gesehen wird, wenn man die Deutsche Flagge dazu verwendet, auf Deutschland hinzuweisen, mit der Beinote, dass möglicherweise das eine oder andere nicht mit den Vorstellungen des Souveräns von Demokratie deckungsgleich ist. Ja, dann sollten doch die Unseredemokraten ganz schnell Geld locker machen und einen Top-Designer engagieren, der eine unseredemokratische Flagge designt, die man dann dagegen wedeln kann. Diese dann bitte auch gleich im Windkanal testen, es könnten stürmische Zeiten auf sie zukommen.

Irgendwie hat Schwarz-Rot-Gold den Zauber von Einigkeit und Recht und Freiheit verloren, wenn es diesen Gedanken überhaupt jemals verkörpert hat.

Das ursprünglich als Einigendes gemeinte Hoheitssymbol zu zeigen, wird jetzt von denjenigen entschieden, die meinen, die Deutungshoheit darüber zu haben, wann es verwendet werden darf und in welchem Falle nicht. Wenn diese Geistesgrößen meinen, da scheint aber ein verbotenes Symbol auch noch durch, dann natürlich nicht. Wenn das Wedeln dazu dient, den sozialen und wirtschaftlichen Niedergang Deutschlands zu unterstützen, ja dann sehr gerne. Man hätte ja gerne Respekt vor diesem Symbol, aber wo soll der herkommen?

Und dann gibt es ja in Absurdistan auch noch den Kriegsminister, der ein Volk, dass zu großen Teilen nicht mit der aktuellen Politik einverstanden ist, dass nach der Corona-Finsternis nach wie vor gespalten ist, hinter sich vereinen will, um sich auf den nicht bevorstehenden Angriff Russlands vorzubereiten. Da sollen sich vor allem Männer als Kanonenfutter zur Verfügung stellen, am liebsten freiwillig, wenn nicht, wird der Spannungsfall ausgerufen und dann müssen sie, um - ja was denn? – zu verteidigen, sogar unter der Gefahr, ihr Leben dabei zu lassen, oder mindestens die Kunst des deutschen Prothesenbaus genießen zu dürfen. Wird er dann mit einem großen schwarz-rot-goldenen Banner vorangehen und werden die Bundeswehrmachtsoldaten mit Überzeugung der Flagge folgen, weil sie es für richtig halten, ihr Vaterland mit dem Leben zu verteidigen, oder werden sie eher das Gefühl haben, was soll der Lappen da vorne, was hab ich damit zu tun, damit kann ich mich nicht identifizieren?

Und auch wenn der Generalleutnant der Luftwaffe anderer Meinung ist, nur rein theoretisch, was würde wohl passieren, wenn ein zum größten Teil unmotivierter Haufen zwangsrekrutierter deutscher Bundeswehrmachtssoldaten auf kampferprobte russische Soldaten treffen würde, die fest davon überzeugt sind, dass es Sinn macht, ihr Leben für ihr Vaterland aufs Spiel zu setzen?

Was die Symbolkraft von Schwarz-Rot-Gold betrifft, so ist auch die, noch so aus wetterbeständigem Material gewebte deutsche Flagge, derzeit nichts weiter, als ein fadenscheiniger, verblasster, verschossener Fetzen Stoff, um den man Angst haben muss, dass er beim leisesten Windhauch nicht in Stücken davonfliegt.

Anders wäre es, wenn Schwarz-Rot-Gold für Frieden, Völkerverständigung, Diplomatie, Vernunft, Kompetenz, eine Wirtschaftspolitik mit Maß und Ziel, den Erhalt des Sozialstaates, ein ernsthaftes Erkennen um die Ängste, Sorgen und Nöte seiner Insassen und das Verbessern dieser Zustände zeigen würde, ja dann könnte man die Flagge küssen (obwohl man soll es nicht übertreiben), ansonsten dient sie derzeit wohl eher nur dazu, die Winterreifen in der Garage abzudecken.

Es ist wirklich jammerschade, dass Deutschland da steht, wo es gerade steht. Deutschland verleugnet sich selbst, schafft sich immer mehr ab. Was kommt als Nächstes? Die Abschaffung der deutschen Sprache, damit nicht der Eindruck entsteht, die Nicht-Migranten würden sich über die Migranten erheben, weil sie in ihrer Muttersprache sprechen und so die Nichtmigranten von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließen? In Münster wird die europaweit erste Islamisch-Theologische Fakultät eröffnet. Gibt es bald verpflichtenden Koran-Unterricht und Unterricht in orientalischen Sprachen für die Nicht-Migranten?

 

(pareto und Friedenstaube auch auf telegram unter https://t.me/pareto_artikel und https://t.me/friedenstaube_artikel )

 

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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