Emmy-Party in Berlin am 10. Juli 2026

Mal etwas boulevardeskes
Emmy-Party in Berlin am 10. Juli 2026

Der Rote Teppich hat wohl diese Farbe, um eine königliche Stimmung zu erzeugen. Hier kommt ein ganz besonderer Mensch, dem man nicht zumuten kann, die Sohlen seiner Designer-Schuhe mit dem schmutzigen Boden zu verbinden, auf dem der Pöbel in seinem geschäftigen Alltag herumtrampelt.  Er wird stolperfallenfrei ausgerollt und frisch gesaugt bei Staatsempfängen, aber eben auch für Vertreter aus Medien, Kultur, Wirtschaft und Polletick, so wieder geschehen auf der Emmy-Party in der sexiest-shitholigsten Stadt ever.

Kritische Themen werden gerne vermieden, man will sich ja schließlich nicht selbst die gute Stimmung verderben. Ausnahme dieses Mal die Äußerungen dreier Damen, die wohl langsam auch Probleme mit ihrem Budget bekommen, wenn sie ihren Porsche volltanken müssen, um mal wieder in einem ihrer Domizile außerhalb des besten Deutschlands, das es je gab, nach dem Rechten zu schauen. Sollte es in Deutschland weiterhin abwärts oder zusehends restriktiver werden, hat man ja immer noch eine Flasche Fillico Jewelry Water aus Japan, die Flasche zu ungefähr 190 Euro, im kühlen Gewölbekeller gelagert.

Aus einer exponierten Lage heraus, ist es recht einfach, populistische Kritik an dem Berliner Tennis-Star oder an der Nicht-meine-Regierung zu üben. Sicher gibt es Schnittpunkte der Kreise, in denen sich die Kritikerinnen und die zu Kritisierenden bewegen, man lehnt sich etwas aus dem Fenster, aber auch nicht so sehr, dass das Kissen herunterfallen könnte.

Konsequenzen sowohl für die Damen, als auch für die Kritisierten hat das alles natürlich nicht. Dass den Worten auch Taten folgen, ein Engagement zur Erhaltung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung beispielsweise, ist eher unwahrscheinlich. Verhinderung durch anderweitige gesellschaftliche Verpflichtungen, versteht sich.

Also, ein leiser Luftzug um nichts.

Aber eigentlich soll es um etwas ganz anderes gehen: Man bekommt große Lust, diese seltsame Veranstaltung einmal so richtig aufzumischen und dem illustren Publikum verbal den Spiegel vorzuhalten.

Da trifft sich eine Bussi-Bussi-Bagage, die ihre Dekadenz ganz selbstverständlich zur Schau stellt und gar nicht mitbekommen kann, dass sie sich in einem Panoptikum befindet, weil ja jede und jeder Teil davon ist. Von außen betrachtet, hat dieses Stelldichein der Eitelkeiten schon den Charme einer Freak-Show.

Spiegel aufzustellen und zu sagen: „Schau Dich mal an, wie Du aussiehst“, würde nichts nutzen, weil ja jeder sehr individuell gleich schräg daherkommt, daher würde das äußere Erscheinungsbild eher als vollkommen normal angesehen werden: „Wieso, ich weiß gar nicht, was Du hast?“

Typen rennen in wahrscheinlich sündhaft teuren Designer-Clownskostümen rum, natürlich mit passender Edel-Sonnenbrille und finden sich hipp, cool und auf der Höhe der Zeit. Und bringen damit jeden zum Lachen, der einen Sinn für Skurriles hat.

Außerhalb des Roten Teppichs gibt es reichlich Männer, die sich zu kleiden wissen, festlich oder sportlich-elegant, je nach Anlass, weil sie wissen, wie man sich seinem Alter entsprechend anzieht, um nicht zur eigenen Karikatur zu werden. Eine Reise nach Italien könnte hier für die Kostümträger sehr aufschlussreich sein, denn so, wie da auf dem Roten Teppich einige „Krönungen der Schöpfung“ herumtapern, würde ein Mailänder noch nicht einmal den Müll raustragen.

Überboten, und das ist natürlich richtig so, werden diese pseudo-eleganten Herren selbstverständlich nur von der nicht altern könnenden „holden Weiblichkeit“, die sich deswegen Party-Würstchen in die Ober- und Unterlippe implantieren lassen und ihre Gesichter aussehen, wie gewässerte Semmeln, die man früher in den Fleischklopsteig gegeben hat.

Gewandet in edle Klamotten, die nicht lustig-infantil aussehen, weil sie etwa zu klein wären, sondern weil sie eine Jugendlichkeit vermitteln sollen, die bei vielen schon lange, lange her ist. Böse Zungen sprechen von Frauen mit viel Vergangenheit und wenig Zukunft. Lang mögen sie dennoch leben!

Warum so wenig Geschmack? Gäbe es doch reichlich Auswahl an wirklich edlen Klamotten, die jede Frau jeden Alters apart und elegant aussehen lassen würde. Auch das beherrschen übrigens die italienischen Frauen in Perfektion, gerade die älteren. Stützstrumpffarben ist höchstens die Farbe der Soße zu Vitello tonnato, aber niemals ein ganzes Outfit.

Aber was will man machen, wenn man keinen Geschmack hat?

Und selbst die noch junggelifteten Damen schauen aus ihrer Star-Friseur-Frisur aus der Wäsche, wie Eulen, die im Wald auf einem Baum sitzen und erschreckt werden.

Man fragt sich zwangsläufig, wer knutscht schon gerne mit einer Presswurst? Wie kann man als Mann solche Eulengesichter attraktiv finden? Doch wohl nur, wenn man selbst auch keinen Geschmack hat. Was für gekünstelte Tussis. „Wir müssen unbedingt mal wieder was zusammen unternehmen, Bussi-Bussi!“

Diese sogenannte „Elite“ repräsentiert also das gesellschaftliche Leben Deutschlands in all seiner weggespritzten Vielfaltigkeit. Wundert einen da eigentlich noch irgendetwas?

Ist die Karikatur der Karikatur von sich selbst vielleicht der äußere Ausdruck einer abgrundtief inneren Leere, die mit keinem Geld der Welt aufgefüllt werden kann?

Haben die Damen und Herren es versäumt, sich selbst zu erkennen und daraus eine eigene Persönlichkeit zu entwickeln? Warum sagt ihnen niemand, dass diese Leere durch das Sich-beschäftigen mit inneren Reifeprozessen und dem Streben nach einer persönlichen Weiterentwicklung gefüllt werden könnte? Dieser Schatz ist mit keinem Geld der Welt zu kaufen, den muss man sich leider selbst erarbeiten. Und der Prozess, die Reise in sein eigenes Ich kann so viel Fülle bringen, dass man diese ganze Maskerade gar nicht mehr nötig hätte.

Man merkt schon, das ist kein Neid, wohl eher Mitleid. Wenn man sich verkleiden will, um seine Identität zu verstecken (sofern man überhaupt eine hat), dann gehe man zum Karneval nach Köln, da passen Prinzessinnen- und Clowns-Kostüme. Auf einer Veranstaltung wie der Emmy-Party wirken sie für den Normalbetrachter einfach nur billig und lächerlich.

Auf keinen Fall, um nichts in der Welt, will man mit diesen verkümmerten Seelen tauschen, die äußerlich etwas anderes aus sich machen wollen, weil sie es innerlich nicht hinbekommen haben, eine innere Strahlkraft zu entwickeln, die nach außen wirkt und die Aufführung einer Zirkusveranstaltung gar nicht nötig macht.

Vermutlich haben die Beschriebenen nicht den leisesten Hauch einer Ahnung davon, was für ein Horrorbildpanorama sie abgeben, man kann leider auch nicht mit blinden Menschen über Farbe diskutieren.

Ausnahmen bestätigen auch hier selbstverständlich die Regel, denn unter dem illustren Publikum waren durchaus einige Damen und Herren auszumachen, die kein Interesse daran haben, ihre Würde, gleich welchen Alters, zu verlieren. Und unter ihnen waren auch einige zu finden, die die Natur zu ihrem Glück so ausgestattet hat, dass sie eine Botox-Pandemie und den Besuch beim Schönheitsschneider gar nicht nötig haben.

Und wer von der Natur eben nicht so beschenkt wurde, der hilft halt ein bisserl nach. Erst wirklich nur ein bisserl, dann noch dies und das, und die Nase und die Augenlider, und die Wangenknochen, bis auch noch die letzte Lebensspur im Gesicht, die auch einen älteren Menschen immer noch schön aussehen lässt, vollkommen weggeschnitten ist.

Nöö, da schaut man doch lieber in Gesichter, in denen geschrieben steht, dass sie auch wirklich gelebt haben! Wenn man sich gruseln will, kann man ja auch in eine Geisterbahn gehen, oder eben gerade deswegen erst recht zur Emmy-Party.

  

 

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(Dieser Beitrag wurde mit dem Pareto-Client geschrieben.)

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(Bild von pixabay)


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