Made in Germany

Wenn ein Markenprodukt im Regal auf Augenhöhe zur Bückware ganz unten wird
Made in Germany

Die Bundesrepublik, oder die Demokratisch Demokratische Republik, oder Unserdeutschland, oder nach der EU-Reichsführerin, am liebsten wohl der Gau in Mitteleuropa, oder Absurdistan, oder die Republica Banana Alemania, ist wie ein allseits bekanntes, eingeführtes Markenprodukt, das noch eine Zeit lang von seiner langjährigen Qualität profitiert, bei dem viele erst ganz langsam merken, dass all die Eigenschaften, für die es einmal stand, eine nach der anderen, verschwinden, bis es zu einem Null-Acht-Fünfzehn-Produkt geworden ist, das nur noch einen großen Namen trägt. Ein Produkt mit viel Vergangenheit und wenig Zukunft.

Deutschland wäscht so weiß, weißer geht’s nicht, und Persil ist das beste Persil, das es je gab.

Nach und nach erkennt der treue Stammkunde derzeit, dass nicht mehr drin ist, was draufsteht. Der fühlt sich verarscht, ist verunsichert, kann gar nicht glauben, was da passiert (wenn er es denn überhaupt merkt, dass was passiert) und ist obendrein zu faul – womit der Sauerländer Gurkenfabrikant recht hat, für einen happigen Preis auch die entsprechende Qualität einzufordern. Ach, so schlimm wird’s schon nicht kommen. Recht hat er, es kommt nicht schlimm, es ist schon so.

Ideen aus geschichtlich bekannten totalitären, diktatorischen Produktionsstätten werden kopiert, neu etikettiert und hierzulande als der letzte, neue Schrei verkauft, Abteilung Reform-Haus. Entdeckt das der aufgeweckte Plagiatsjäger, bekommt er Kaufhausverbot, er darf nicht mehr anschreiben lassen, das Kundenkonto wird kommentarlos aufgelöst.

Teuer ist preiswert, verdorben ist frisch, klapprig ist solide, Obsoleszenz ist Langlebigkeit, alles genau das Gegenteil von dem, was stimmt. Nur etwas stimmt nicht: „1984“ ist nicht 2026.

So ist schon sehr fortgeschritten aus der ehemaligen Qualitäts-Demokratie eine Unseredemokratie geworden, eine C-Ware, mit erheblichen Mängeln und immer schwerer verkäuflich, ein Ladenhüter, fahl, verschossen, fadenscheinig, morsch, porös, materialermüdet, entsorgungstüchtig.

Nur das staatliche Werbefernsehen verhindert noch, dass die C-Ware nach ganz unten umsortiert wird, wo sie eigentlich hingehören würde.

Die Marke klingt noch so ähnlich wie früher, hat aber nur noch sehr wenig mit dem Original zu tun. Am Ende hat aber das Plagiat Gutschie nur im ersten Augenschein eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Original von Gucci. Vielen genügt das, manchen nicht.

Die Behauptung Gutschie würde delegitimiert werden, ist nichts anderes, als zu vertuschen, dass das Produkt nicht hält, gar nicht halten kann, was es vorgibt zu sein. Wie lange können die Eigner noch die Aktienmehrheit bei Denver Carrington halten?

Was hat doch gleich noch der Chefeinkäufer für Sonderposten, die er noch schnell kurz vor dem Verfallsdatum günstig schnappen konnte, gesagt, als der frisch gewordene Vater und Sparkassenkaufmann mit Maskenhintergrund in den Mutterschaftsurlaub zurückgetreten ist:

-Glaubwürdigkeit im Handel mit Markenwaren ist das höchste Gut-, oder wenigstens so ähnlich.

Das Dilemma ist, dass nicht nur der Eigentümer des Kaufhauses wechseln müsste, sondern es müsste sich jemand finden, der das ganze Verkaufskonzept grundlegend neugestalten würde, aber da ist weit und breit niemand zu sehen, obwohl immer noch viele Kunden glauben, dass es da jemanden in der Umkleidekabine hinter dem Paravent gäbe.

Zugegeben, im Konkurrenzbetrieb gibt es schon den einen oder anderen Abteilungsleiter in der zweiten Reihe, der gescheite Ideen hat, aber nach der Vorstandssitzung, die am selben Tag, wie vor hundert Jahren damals der Reichskaufhaustag in vorläufig dunkelster Zeit stattfand (daran war aber nicht der Vorstand schuld, sondern der Vermieter des Saales, in dem sonst Tanztees veranstaltet werden), sind vor allem Abteilungsleiter befördert worden, die das sich ständig nach Osten ausgeweitet habende Kaufhausbündnis nicht in Frage stellen und an den engen Verbindungen zu den US-amerikanischen Kaufhäusern weiter festhalten wollen. An der Spitze Barbara Hutton, die zeitweise in der Schweiz lebt.

Die war gar nicht darüber erfreut, dass einige Chefeinkäufer das Sortiment um sehr gut funktionierende Gasfeuerzeuge aus russischer Produktion erweitern wollten.

Ja, was machen wir denn jetzt?

Am besten, wir lassen die gescheiten Köpfe, die gibt es ja, im Hintergrund weiter darüber nachdenken, wie man ein Kaufhauskonzept erstellen könnte, dass den Bedürfnissen der Kunden entspricht. Und wenn sie so weit sind, dann wäre es wohl das Beste, den ganzen Bau abzureißen, weil er sich bei Sturm nicht bewährt hat, und etwas Grundsolides aufzustellen, bei dem auch der Kunde ein Wörtchen mitzureden hat, weil er ja schließlich derjenige ist, der sein Geld dalässt.

Mit Qualitätsprodukten, die auch ihren Namen verdient haben. Vielleicht käme dann auch der eine oder andere Hersteller wieder zurück ins Land. Der Kunde ist nun mal diesen billigen Gutschie-Plunder Marke „Unseredemokratie“ leid, und will endlich wieder was G’scheits für sein Geld haben, kann man doch verstehen, oder?

 

 

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(Bild von pixabay)


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