Frauen und Kinder im Krieg

Im grünen Licht für Militäreinsätze
Frauen und Kinder im Krieg

Ein Aufsatz über die unschuldigen Opfer von Militarismus und ein Schlaglicht auf das öffentliche Bild der “feministischen Außenpolitik”.


Menschen mit Kriegsgerät zu ermorden ist krank und verachtenswert.

Krieg ist menschlich und wirtschaftlich ruinös auf allen denkbaren Ebenen.

Gewalt und Blutvergießen verschärfen ausnahmslos jeden Konflikt, anstatt ihn zu lösen.

Jeder Kriegszustand ist mit Tradition das schlimmste Schicksal, das Kindern, Schwachen und Wehrlosen widerfahren kann.

Die jüngsten unserer Spezies geraten vollkommen unverschuldet in einen chaotischen Sog, der ihre ultimativen Schutzbedürfnisse als Kinder alle gleichzeitig und nachhaltig pulverisiert.

Krieg macht Kinder zu Waisen. Krieger ermorden nicht nur sie selbst und ihre Familien und Schutzbefohlenen, sie hinterlassen lebensfeindliche Umgebungen, in denen sie hungern, dursten und ihr Dasein zu einem aussichtslosen Überlebenskampf wird.

Die seelischen Folgen sind fatal. Die Gewalterfahrungen prägen Kleinkinder und Heranwachsende für den Rest ihres Lebens. Bevor sie überhaupt lernen, wie und dass man überhaupt Hilfe und Geborgenheit von Mitmenschen erhalten kann, werden sie psychisch verstümmelt und schwerst traumatisiert.

Sie sind nicht bloß Opfer, sie bleiben auch welche und werden permanent dazu gemacht. Oft für immer oder lange Jahre und Jahrzehnte, gequält von den Folgen des Erlebten.

Die permanente Angst und Ungewissheit erschüttert jeden Betroffenen tief und verändert nachhaltig den Charakter. Es gibt Wunden, welche die Zeit niemals vollständig heilt. Krieg produziert diese Wunden in allen bekannten Varianten.

Das ist aber noch lange nicht alles, bleiben wir doch noch einen Moment lang bei den direkten und indirekten Kriegsfolgen für Kinder, Kleinkindern und Heranwachsende Menschen. Als nutzlose Esser und Nichtwähler haben sie ja immerhin keine reichweitenstarke Lobby.

Wenn ein Land im Krieg ist oder angegriffen wird, entsteht ein immer größeres Machtvakuum, da die Kämpfe nicht nur die Lebensräume und Infrastruktur zerstören, sondern auch Lücken in der Versorgung und Betreuung hinterlassen.

Rückzugsräume werden zu Ruinen. Die Schulen werden von Lernstätten zu Auffanglagern. Die Rückzugsräume werden zu Militärstellungen. Krankenhäuser sind überfüllt, Nahrung und Medikamente knapp. Krankheiten breiten sich leichter aus. In der Natur bleiben Minen, Munition und Blindgänger zurück -tödliche Fallen für neugierige und spielende Kinder- die noch Jahre nach Ende der Kämpfe für fehlende Gliedmaßen und Verstümmelungen sorgen.

Körperteile wachsen nicht nach. Prothesen sind teuer- sehr ärgerlich, wenn die Industrie und wirtschaftlichen Grundlagen in Schutt und Asche liegen oder die eigene Existenz mit einem Embargo belegt wurde. Wie sagt man bei uns? Jeder ist eben seines Glückes Schmied- außer du lebst im Kriegsgebiet.

Menschen ohne Chance im Leben für die eigenen Interessen in Kauf nehmen- das ist die Spezialität jedes Kriegsbefürworters. Wie harmlos sich seine Rechtfertigung auch als “notwendiges Übel” oder “Teil der menschlichen Natur” verkleidet: Hätte man dieses Schicksal geteilt, würde man nicht so denken.

Der Jurist John Rawls in seinem Buch “A Theory of Justice” definierte Gerechtigkeit so: Ein Verfahren ist nur dann gerecht, wenn man zustimmen würde, ohne zu wissen, welche Rolle man selbst in dem verhandelten Fall einnimmt. Wenn ich vorher nicht weiß, ob ich der Täter, das Opfer, der Richter, der Beobachter, oder der Vollstrecker bin, zwingt das die Beteiligten zu einer gerechten Lösung.

Wenn du einmal verstanden hast, dass du selbst der Palästinenser, der Ukrainer, der Jemenit oder der Syrer sein könntest, würdest du mit einer anderen Sicht über Waffenexporte, Militäreinsätze, Wirtschaftssanktionen und Aufrüstung denken. Das ist eine Frage der Bildung und keine Meinung.

Du bist nicht an “irgendetwas Schuld”, aber du könntest es besser wissen. Ob “der Feind” nun Russe oder Jude oder Ägypter oder Kambodschaner ist: An seiner Stelle könnten auch du und deine Kinder stehen. Ein Deutscher mit deiner eigenen Haltung, würde helfen, deine Ermordung moralisch zu rechtfertigen und politisch unterstützen. Er kennt dich nicht, er interessiert sich nicht für dich, aber er ist der festen Überzeugung, dir und deinem Land müsse man mal “entschlossen entgegentreten”. Dann fährt er den PC hoch und spielt Sims. Im Nachbarort trifft ein Präzisionsschlag gerade deine Schwester, die in einem eingestürzten Haus lebendig verbrennt. Deutsche Differenziertheit trifft deutsche Technik.

Es gibt jedoch noch weitere Folgen, über die man nicht so viel hört und nur sehr ungern nachdenkt, die erst durch flächendeckende Verheerungen überhaupt auftreten: Mord, Plünderungen, Vergewaltigungen und Versklavung.

Für Plünderer, Menschenhändler und Vergewaltiger sind rechtsfreie Räume ein Selbstbedienungsladen. Wenn die bewaffnete Truppe und Polizei, bzw. die Selbstbewaffnung und Selbstverteidigung einmal nachhaltig abgezogen oder vernichtet wurde, ist das Recht des Stärkeren wieder zu haben.

Männerbanden, Fanatiker, Söldner und kriminelle Glücksritter nutzen das Vakuum gezielt und schaffen eine Willkür und Tyrannei, die den barbarischsten Verhaltensweisen Tür und Tor öffnet. Frauen und Kinder werden zu Freiwild. Sie werden geschlagen, gefoltert, entführt und verschleppt. Für immer verloren. Zurück bleibt ein statistischer Eintrag wie “Vermisst” oder “Status unbekannt”.

An dieser Stelle Grüße an die erste deutsche, feministische Außenpolitikerin Annalena Baerbock. Die sich schon vor Amtsantritt stets für Nato-Einsätze ohne UN-Mandat stark machte und ganz im Sinne ihrer Parteilinie jeder US-geführten militärischen Eskalation und europäischer Kriegsbeteiligung den politischen Weg ebnete.

Sie durchlebt gerade eine steilen Karriereaufstieg, die den in Folge ihrer Politik billigend in Kauf genommenen Jane Doe’s in den Kriegsgebieten nicht mehr offen steht. Ich kritisiere sie nicht, weil sie eine Frau ist: Ich kritisiere sie für ihre unqualifizierte Haltung, bodenlose Verantwortungslosigkeit im Amt und an Fanatismus grenzende moralische Selbstüberschätzung, welche dem Amt der Außenministerin unwürdig war. Dass ausgerechnet sie als Diplomatin und Mentorin Karriere macht, ist ein Schlag ins Gesicht der friedlichen Weltgemeinschaft.

Eine weitere oft übersehene Facette der Kriegsfolgen für Kinder sind Kinderarbeit und Sklaverei. Die Not zwingt die Kinder nicht bloß schlagartig dazu, die Rolle von Erwachsenen zu übernehmen, sondern auch arbeiten zu übernehmen, für die sie körperlich gar nicht genug entwickelt, geschweige denn ausgebildet sind.

Es müssen Geschwister und Kinder medizinisch und seelisch betreut werden. Nahrung beschafft und sichere Unterkünfte ausgekundschaftet werden. In Syrien, wo die US-Truppen seit Jahren völkerrechtswidrig die Ölfelder des Landes besetzt halten und die Förderungen beschlagnahmen, ist die Kinderarbeit auf allen Ebenen auf dem Vormarsch.

In den improvisierten und verlassenen “wilden Raffinerien” arbeiten viele Jugendliche und Teenager. Dort sind sie giftigen Dämpfen und Abgasen ausgesetzt, um Benzin herzustellen, mit denen Motorräder und Laster befüllt werden, um überhaupt Versorgungsfahrten in der Wüste durchführen zu können. Viele dieser Kinder sind Kriegswaisen. Die offizielle Begründung lautet, “das Assad-Regime” vom Öl abzuschneiden. Wen stören schon Lungenkranke Syrer, wenn es Öl abzugreifen gibt? Die Grünen jedenfalls stört allenfalls die schlechte Presse, nicht, dass es so kommt.

Doch auch noch verheerendere Beschäftigungsverhältnisse brechen als Kriegsfolgen über bombardierte Länder herein. Wo die ordnenden Strukturen verschwinden, stoßen Willkür und Sklaverei auf keinen zivilen oder physischen Widerstand mehr. Männer und Frauen in der Ukraine berichten, dass man sie einfach nicht mehr bezahlt, ihnen den Lohn kürzt, oder sogar unter Drohungen zwingt, länger zu arbeiten. Begründet als patriotische Pflicht. “So ist das Leben im Krieg”, bekommt man dann zu hören. Gearbeitet wird weiterhin, aber Geld sei eben leider keines mehr da. Offiziell traut man sich nicht, darüber zu berichten. Man fürchtet den Inlandsgeheimdienst und die Folgen, mittellos als Landesverräter dargestellt zu werden. Die Männer fürchten sich vor Zwangsrekrutierungen oder unter fadenscheinigen Begründungen festgenommen und an die Front verschleppt zu werden. Physische Gewalt als Druckmittel und völlige Herrschaft der Willkür, im Windschatten eines “alternativlosen” Krieges.

In jedem Krieg gibt es vermisste Kinder, es ist eine Begleiterscheinung des verursachten Chaos, die Kriminellen als Gelegenheit dient.

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine, wurde daraus ein kurzzeitig ein Politikum: Es wurde der russischen Armee vorgeworfen, gezielt Kinder zu entführen um diese zu “russifizieren”. Belege dafür gab es keine. Dazu muss man wissen, dass es eine Aufgabe der Armee ist, Kinder und Zivilisten zu evakuieren. Wenn eine Truppe Soldaten einen Ort stürmt, halten sich dort naturgemäß auch mal Kinder und andere Unbeteiligte auf. Kein Soldat käme auf die Idee, diese im Gefecht einfach abzuknallen, geschweige denn, sie zu entführen. Diese Personen werden wie Fracht behandelt und im Eiltempo an sichere Orte gebracht. Darin unterscheiden sich weder die russische noch die ukrainische Armee. Wer also Streitkräfte in ein belebtes Land entsendet, sollte sich darüber im klaren sein, was da alles passieren kann.

Nun hat die russische Armee solche Evakuierungen durchgeführt. So traumatisch und schrecklich das für die Betroffenen in jedem Fall gewesen ist: So etwas gehört zum Krieg, wie zerstörte Häuser, zerbombte Städte und misshandelte Frauen. Man bekommt nicht das eine oder das andere. Sauberen Krieg gibt es nicht und kann es nicht geben.

Es sind natürlich aber nicht alle vermissten Kinder zu 100% wieder aufgetaucht. Auch die ukrainische Armee hat Kinder evakuiert. Einer Armee vorzuwerfen, gezielt Kinder zu entführen, ist übrigens ein diplomatischer Skandal, welcher die Soldaten des Landes per Generalverdacht in einen Topf mit Schwerverbrechern wirft. Ich habe schon mit vielen Soldaten in meinem Leben gesprochen: Der Begriff “Ehre” hat einen hohen Stellenwert und die Unterstellungen an die Truppen, derartiges zu tun, ist eine Schande, wie nur Ahnungslose sie vorzubringen imstande sind. Das ist das eine. Der noch unbequemere Teil findet parallel statt.

Der Volksmund sagt, auf einem Schlachtfeld bleiben viele ungeklärte Fragen zurück. Nicht alle Personen dort sind Soldaten. Es sind nicht alle Zivilisten. Es gibt dort auch immer wieder Kriminelle, Söldner und andere “unidentifizierte Kräfte”.

Wer also ein Schlachtfeld eröffnet, der nimmt das automatisch mit in Kauf. Menschenjäger und Verrückte schreckt ein Kampfgebiet nicht ab, im Gegenteil. Man wirft sich in eine Uniform und geht auf Beutezug. Manche plündern bloß Häuser, stehlen den zurückgelassenen Familienschmuck. Auch bei Militärangehörigen kommt so etwas vor.

Doch im Fahrwasser der kämpfenden Truppe lassen sich auch Sklaven erbeuten und Kinder sind die gefährdetste und begehrteste Beute.

Sie verschwinden zusammen mit allen Beweisen für immer im Nebel des Krieges. Viele werden nie wieder gefunden. Die Spuren verlieren sich in militärischer Geheimhaltung und werden zu Gerüchten und Propaganda, um das Schicksal der Vermissten zumindest noch zum Feindbildaufbau auszuschlachten.

Ein Soldat tut so etwas nicht.

Ein Kind tut so etwas nicht.

Aber im Krieg, ja im Krieg sei alles erlaubt.

Die Politiker sagen, die Deutschen sollen kriegstüchtig werden.

Wissen die Deutschen denn noch, was Krieg eigentlich bedeutet?

Die wenigen “Schießwütigen” meines Jahrgangs, die jungen Burschen, die Heißsporne, die es kaum erwarten konnten, endlich rumballern zu dürfen, kamen aus Afghanistan zurück und wollten nie wieder dorthin.

Es kam weniger zurück, als hinging.

Und es kamen nicht alle von Ihnen wieder nach Hause.

Vergessen werde ich es nicht.

Ich sehe die kleinen Hüpfer auf den Trampolinen. Auf winzigen Fahrrädern und mit riesigen Helmen über die Bürgersteige eiern, Papas Hand sachte abstützend hinter dem Rücken, Mama schunkelt zufrieden lächelnd hinterher. Dann wählen sie die Grünen. Für Feminismus und die Umwelt.

Ich verstehe die Deutschen nicht.

In meinen beiden Abstammungslinien gibt es Flüchtlingsfrauen aus Schlesien. Eine floh als Mutter mit Kind und Kegel über Nacht, die andere wurde vertrieben aus dem Familienwohnsitz.

Sie haben mir nicht viel erzählt.

Doch ich habe trotzdem zugehört.

“Das können nur Leute wollen, die nicht hingehen müssen.”

Komisch. Dieser Satz hat noch immer gestimmt.

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Text: Timogenes (1995-2026) Timogenes@rizful.com

Bild: Timogenes , Filzstift auf Papier

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[1] https://www.arte.tv/de/videos/104498-000-A/syrien-warum-schuften-kinder-in-den-raffinierien/

[2]

https://www.humanium.org/de/kinder-in-kriegen/

[3]

https://www.gew-ansbach.de/2025/07/keiner-kommt-heil-aus-dem-krieg-wieder-raus/

[4]

https://www.boell.de/sites/default/files/2021-05/FNS_1_Die_Zukunft_von_Auslandseins%C3%A4tzen_V2.pdf

[5]

https://www.klassegegenklasse.org/goering-eckart-fordert-bundeswehreinsaetze-ohne-un-mandat-gruene-nie-eine-pazifistische-partei-gewesen/

[6]

https://frauenrechte.de/fileadmin/Redaktion/Aktuelles/Frauen_in_Kriegsgebieten_Final_25.02__2_.pdf__1_.pdf

[7]

Doris Schubert - Frauen in der deutschen Nachkriegszeit

https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/4755HZMINTDUUNPASIRFOARPWFG7R264


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