Der schleichende Abschied von GitHub
Kontosperrungen und mangelhafter Support
In verschiedenen Beiträgen auf X erklärte Corallo die Hintergründe. Der Auslöser war eine Kettenreaktion, die durch die ungerechtfertigte Sperrung eines neuen Mitwirkenden entstand:
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Zunächst fielen die automatisierten Qualitätstests der gesamten Entwickler-Organisation komplett aus.
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Eine Eskalation über die Account-Manager des Unternehmens blieb vollkommen wirkungslos.
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Eine Woche später wurde das gesamte Open-Source-Projekt von GitHub dauerhaft und ohne Widerspruchsmöglichkeit gesperrt.
Als Begründung sei auf Nutzungsbedingungen verwiesen worden, die laut Corallo mit der tatsächlichen Arbeit des Projekts nichts zu tun hatten.
“Ich schätze, es ist an der Zeit, dass Bitcoin-Projekte GitHub verlassen.” – Matt Corallo**
Der gesperrte Entwickler namens Luis Schwab bestätigte den Vorfall und merkte an, dass sein Konto binnen einer Woche gleich zweimal versehentlich blockiert worden sei. Sich auf den guten Willen von GitHub zu verlassen, sei keine zukunftsfähige Strategie.
Auch andere Größen der Branche meldeten sich zu Wort. So berichtete Roman Storm, ein US-amerikanischer Entwickler von Tornado Cash, dass sein Konto 2022 wegen US-Sanktionen gesperrt wurde. Obwohl diese Sanktionen später rechtlich gekippt wurden, bleibt sein Konto bis heute blockiert, und der Support ignoriert seine Anfragen.
KI-Spam und dysfunktionale Kernprozesse
Eine Hauptursache für das aggressive und fehlerhafte Vorgehen von GitHub sieht Corallo im aktuellen KI-Boom. Der Trend zum automatisierten Programmieren überschwemmt die ohnehin belasteten Server der Plattform mit bot-artigem Verhalten und unzähligen Amateurprojekten. GitHub verzeichnet mittlerweile über 420 Millionen Code-Verzeichnisse. Für viele Kritiker begann der Abstieg der Plattform jedoch bereits im Jahr 2018 mit der Übernahme durch Microsoft.
Auch Andrew Poelstra, ein weiterer erfahrener Kern-Entwickler aus dem Bitcoin-Lager, übte scharfe Kritik. Er bemängelte, dass die Website in minderwertigen, KI-generierten Inhalten ertrinke, ohne dass der Betreiber ernsthaft dagegen vorgehe. Noch schwerer wiegt laut Poelstra jedoch der zeitweise Ausfall absoluter Grundfunktionen.
So habe das Zusammenführen von Code über mehrere Tage hinweg nicht richtig funktioniert. Dies störte entscheidende Sicherheitsprogramme der Codebasis. Seine Kritikpunkte umfassen außerdem:
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Den kompletten Ausfall der Nachverfolgung von Code-Beiträgen, was eigentlich der Hauptzweck der Plattform ist.
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Versteckte Kommentare sowie eine langsame und unzuverlässige Benutzeroberfläche.
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Ein fehlerhaftes Berechtigungssystem.
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Die starke Abhängigkeit von der Plattform (Lock-in-Effekt) sowie eine mangelhafte Programmierschnittstelle.

Die Zukunft liegt im Selbsthosting
Konsequenz dieser extremen Unzufriedenheit ist die Suche nach unabhängigen Alternativen. Ein aussichtsreicher Kandidat für Rust Lightning und weitere Bitcoin-Projekte ist Forgejo. Dabei handelt es sich um eine extrem schlanke Lösung, die speziell für das Selbsthosting und Entwicklergruppen mit hohem Autonomiebedarf konzipiert wurde.
Corallo bestätigte gegenüber Medienvertretern, dass die Migration für bestimmte Rust-Projekte auf eigene Serverstrukturen bereits angelaufen sei und Rust Lightning demselben Weg folgen werde. Zwar sollen vorerst Backups des Codes auf GitHub verbleiben, eine langfristige Strategie für diese Spiegelung gibt es jedoch nicht. Mittelfristig dürften diese Projekte ausschließlich auf ihren eigenen, dezentralen Systemen gehostet werden.
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