₿ Bitcoin Daily
- Bitcoin seitwärts bei 75.800 Dollar: ETF-Woche mit 1,28 Milliarden Abfluss, Bankenkrise in Paraguay und Miner auf KI-Kurs
- Technik
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Bitcoin seitwärts bei 75.800 Dollar: ETF-Woche mit 1,28 Milliarden Abfluss, Bankenkrise in Paraguay und Miner auf KI-Kurs
Nach einer Woche mit Tech-Crash, Midterm-Nervosität und Milliarden-Abflüssen aus den Spot-ETFs verharrt Bitcoin am Sonntagmorgen fast unverändert knapp unter 76.000 Dollar. Gleichzeitig liefert Paraguay ein Lehrstück, warum Menschen in einer Bankenkrise zu Stablecoins und Bitcoin greifen – und Core Scientific zeigt, wohin sich Teile der Mining-Branche verabschieden.
Der Kurs: Wochenendruhe nach dem Sturm
Bitcoin notiert am Sonntag gegen 6:20 Uhr (MEZ) bei 75.802 Dollar beziehungsweise 68.005 Euro. Das entspricht einem Minus von rund 0,1 Prozent in 24 Stunden – praktisch Stillstand. Nach dem Rutsch am Donnerstag und dem Intraday-Tief unter 75.000 Dollar am Freitag hat sich der Markt damit zumindest nicht weiter verschlechtert. Von einer Erholung kann man aber auch nicht sprechen: Seit Jahresbeginn liegt Bitcoin rund 13,8 Prozent im Minus, nachdem das Jahr über 87.000 Dollar begonnen hatte.

Bemerkenswert ist das Wochenendmuster: Ohne US-Börsenhandel und ohne ETF-Flows fehlen die großen Taktgeber. Wochenenden sind deshalb oft ruhig – oder, bei dünner Liquidität, plötzlich sehr volatil. Diesmal überwiegt die Ruhe. Der Crypto Fear & Greed Index steht laut X-News bei 25, also im Bereich „Angst“.
ETF: eine Woche zum Vergessen
Die Zahlen für die US-Spot-Bitcoin-ETFs fallen deutlich aus: Am Freitag, dem 6. November, flossen netto 411,9 Millionen Dollar ab. Fast alles davon entfiel auf BlackRocks IBIT mit rund 403 Millionen Dollar an einem einzigen Tag. Fidelitys FBTC verbuchte dagegen Zuflüsse von 42,8 Millionen Dollar. In der Wochensumme stehen 1,28 Milliarden Dollar Rückgaben, die verwalteten Bitcoin-ETF-Vermögen lagen bei rund 95,9 Milliarden Dollar.

ETF Zu und Abflüsse
Paraguay: Wenn die Bank schließt
Die eigentliche Geschichte des Wochenendes spielt in Südamerika. Nach der Pleite der Ueno Bank in Paraguay sind laut Decrypt rund 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Die Bank hielt demnach auch 800 bis 850 Millionen Dollar öffentlicher Gelder, darunter Renten- und Gesundheitsfonds. Vor der Zentrale in Asunción verbrannten wütende Sparer ihre Bankkarten.
Der USDT-Kurs stieg in Paraguay von 5.692 auf über 6.000 Guaraníes, der physische Dollar legte im Interbankenhandel um mehr als sechs Prozent zu. Samson Mow kommentierte:
„USDT von Tether ist 1:1 gedeckt und man hält die Schlüssel selbst. Es ist sicherer als Geld auf einer Bank, wo Einlagen fraktional gehalten werden und eingefroren oder beschränkt werden können.“ Es sei „auch der sauberste Pfad zu Bitcoin“.
Man muss Mows Sicht auf Stablecoins nicht teilen – USDT hat einen zentralen Herausgeber, der Guthaben einfrieren kann. Der Kern bleibt aber: Wer seine Schlüssel selbst hält, ist nicht vom Schicksal einer einzelnen Bank abhängig. Bitcoin geht noch einen Schritt weiter, weil es weder einen Emittenten noch eine Einfriertaste gibt.
Miner und Treasury-Firmen
Core Scientific will bis Jahresende komplett aus dem Bitcoin-Mining aussteigen. Mining machte im dritten Quartal nur noch 17,5 Millionen Dollar oder 7,5 Prozent des Umsatzes aus. Der Grund ist einfach: KI-Kunden zahlen für Strom und Fläche mehr als die aktuell niedrige Hashprice.
Fazit
Der Kurs ruht, die Nachrichtenlage nicht. Während die Wall Street über ETF-Anteile Risiko abbaut, zeigt Paraguay, wofür Bitcoin eigentlich gebaut wurde: Geld, das keine Bank schließen kann. Der praktische Vorteil liegt nicht im Wochenchart, sondern in der Kontrolle über die eigenen Schlüssel.
Technik
Script-Restauration und Solo-Mining-Glück: Was Bitcoin-Technik am Wochenende bewegt
Rusty Russell und Julian Moik legen ein Update zur „Great Script Restoration“ vor, ein Solo-Miner trifft Block 974.930, und neue Details zum Chainalysis-Angriff zeigen erneut, warum weniger Drittanbieter mehr Sicherheit bedeuten. Dazu: ein Ausbildungsprogramm für eine Million Entwickler und offene KI-Modelle, die ohne Rechenzentrum laufen.
Great Script Restoration: fünf Bausteine für mehr Programmierbarkeit
Laut @btcinsider__ haben Julian Moik und Core-Lightning-Entwickler Rusty Russell ein Update zur „Great Script Restoration“ veröffentlicht. Das Framework besteht aus fünf einzelnen Vorschlägen, die zusammen als neue Tapscript-Leaf-Version 0xc2 eingeführt würden. Neu hinzugekommen sind „Extended Primitives“ und „Reusable Macros“.
Was bedeutet das einfach erklärt? Satoshi hat 2010 aus Sicherheitsgründen viele Befehle der Bitcoin-Skriptsprache deaktiviert – etwa Rechenoperationen auf großen Zahlen oder das Zusammenfügen von Daten. Die Script Restoration will diese Fähigkeiten zurückbringen, aber mit klaren Kostenlimits, damit niemand Knoten mit teuren Skripten lahmlegen kann. Weil das Ganze als neue Tapscript-Version kommt, bleiben bestehende Skripte unberührt: Wer die neuen Funktionen nicht nutzt, merkt nichts.
Der praktische Vorteil: Mit einer reicheren Skriptsprache ließen sich Dinge wie Vaults (Tresore mit Verzögerung und Notfall-Abbruch), bessere Erbschaftslösungen oder vertrauensärmere Layer-2-Brücken direkt in Bitcoin abbilden – ohne für jede Idee einen eigenen Soft Fork zu brauchen. Wiederverwendbare Makros sollen dabei Skripte kürzer und damit günstiger machen. Ob und wann das kommt, ist offen; es handelt sich um Vorschläge in Diskussion, nicht um beschlossene Änderungen.
Solo-Mining: zwei Glückstreffer an einem Tag
Ein Teilnehmer des Projekts Okay Bears hat über solo.ckpool Block 974.930 gefunden und 3,07 BTC (über 230.000 Dollar) erhalten, die unter 1.601 Haltern aufgeteilt werden sollen. Am selben 7. November gelang laut der Zusammenfassung ein zweiter Solo-Treffer über denselben Pool mit ebenfalls über 3,1 BTC.

Solo-Mining ist wie Lotto mit Strom: Man rechnet allein, und nur wer den Block findet, bekommt alles. Die meisten Miner schließen sich Pools an, um regelmäßige kleine Auszahlungen zu erhalten. Solche Treffer zeigen aber etwas Wichtiges: Jeder mit Hashrate kann einen Block finden und selbst bestimmen, welche Transaktionen hineinkommen. Das stärkt die Dezentralisierung – je mehr unabhängige Blockbauer, desto schwerer lässt sich Zensur durchsetzen.
Open Source Badge - Bitcoin Amsterdam 2026 Edition
In Amsterdam gab es richtig coole Open Source Badges, das wäre sicherlich auch etwas für die @Zitadelle2027 , Kay soll das mal machen :-).
Es tauscht Kontaktkarten mit anderen Badges aus, leuchtet auf, wenn dich jemand zappt, und schürft im Solo-Betrieb.
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