Bitcoin, Proton, Iran

Heart Words #42 | Bitcoin trifft Weltpolitik
Bitcoin, Proton, Iran

Ich lebe als Nachteule in einer Welt, die für Lerchen gemacht ist.

Meistens fällt mir das gar nicht mehr auf. Aber heute ist Sonntag. Oder besser: Es war Sonntag. Denn inzwischen ist es nach Mitternacht, und selbst im Münchner Hostel, in dem ich vermutlich zu den ältesten Personen gehöre, hat sich nun auch der letzte Tasten-Hämmerer mit seinem Laptop zurückgezogen.

Der große Tisch ist leer. Wie Präsident Putin sitze ich noch am kurzen Ende und tippe weiter, während das Personal bereits angefangen hat, die wild verteilten Stühle wieder an ihre vorgesehenen Plätze zu räumen.


*Heart Money Episode 39* ▶️ [*Von Bitcoin leben ohne zu verkaufen? Die harten Zahlen*](https://youtu.be/QpbzDHyjdto) --- Das Ergebnis: Wenn du in einem risikobewussten Modell bereits im ersten Jahr 50.000 Euro entnehmen willst, brauchst du dafür mehr als 1 Million Euro in Bitcoin als Sicherheit. Und selbst dann ist das Modell deutlich fragiler, als viele denken… Den Kommentaren und Aufrufen nach scheint das Video für viele nützlich zu sein – du findest es [hier](https://youtu.be/QpbzDHyjdto). Nächste Woche veröffentliche ich dazu hier einen Substack-Artikel als Sonderausgabe. Falls du Fragen hast, stell sie gerne in den Kommentaren, damit ich gegebenenfalls darauf eingehen kann. ##### 2. Eine Gründungsgeschichte Kennst du diese Dinge, die wie ein Hintergrundrauschen immer wieder auftauchen, denen du aber nie größere Beachtung schenkst? Proton war für mich so ein *„Ding“*. Ich wusste zwar grob, dass der E-Mail-Anbieter super-sichere, verschlüsselte E-Mail-Kommunikation anbietet, bin dem Thema bisher aber nicht nachgegangen. Dabei gehören zu Proton inzwischen auch VPN, Cloud-Speicher, Kalender und Passwortmanager. Glücklicherweise war Andy Yen, der Gründer und CEO von Proton, diese Woche bei Ben {ungeskriptet} zu Gast. Er sprach nicht nur ausführlich über Proton, sondern auch über die Gründungsphase, das Crowdfunding und darüber, wie aus einer Idee, die aus Business-Sicht kaum erfolgversprechend war, am Ende doch ein großer Erfolg wurde. Manchmal hilft es offenbar, nicht zu wissen, dass etwas in der Theorie gar nicht funktionieren kann, damit es am Ende doch funktioniert. 😄 Faszinierend ist aber nicht nur die Firmengeschichte. Neu war für mich auch, wie kritisch der Unternehmer auf die EU, Konzerngiganten und geopolitische Herausforderungen blickt. Mit seinen taiwanesischen Wurzeln blickt er auf manche Themen ganz anders als Europäer. Ben musste mehrfach nachfragen, weil ihm Andys Gedanken nicht sofort klar waren. Wer sich für Geopolitik, Wirtschaft und Privatsphäre interessiert, wird mit diesem Interview voll auf seine Kosten kommen. Du findest es [hier](https://youtu.be/RTCkiWju46o). --- ##### Eine Werbung Wenn du Bitcoin direkt in deine eigene Wallet kaufen möchtest, lohnt sich ein Blick auf [Coinfinity](https://coinfinity.app.link/nicole). Der Bitcoin-Broker aus Österreich bringt über 11 Jahre Erfahrung mit und ermöglicht den Kauf entweder über die App oder bequem im Browser am Computer. ![](https://substackcdn.com/image/fetch/\)s_!xVdH!,w_1456,c_limit,f_auto,q_auto:good,fl_progressive:steep/https%3A%2F%2Fsubstack-post-media.s3.amazonaws.com%2Fpublic%2Fimages%2Fffa8b2fd-4a34-47ac-9b15-46706df82edb_1280x720.png" alt="" />Was ich an Coinfinity ganz besonders schätze, ist der persönliche und freundliche Kunden-Support. Mit dem Code NICOLE sparst du 21% Gebühren in den ersten sechs Monaten. Den Link dazu findest du hier.


3. Eine Irritation

Einen Wermutstropfen gab es im Gespräch zwischen Andy und Ben allerdings doch: Als Andy darüber sprach, dass die Bitcoin- und die Krypto-Bubble jeweils ganz unterschiedliche Gruppen sind, outete sich Ben als Unwissender. „I didn’t know that“ war seine ehrliche Reaktion.

Den kurzen Video-Ausschnitt findest du hier

Das hat mich sehr überrascht und fast schon empört – denn schließlich hatte Ben bereits einen der größten Bitcoin-Maximalisten der DACH-Region in seinem Podcast zu Gast. Das scheint aber nicht hängengeblieben zu sein. Zeit für eine Wiederholung mit Blocktrainer Roman Reher…?

4. Eine Zeitenwende?

Manche Nachrichten sind so gewaltig und potenziell so wegweisend, dass es fast wieder verwirrend ist, wie wenig Beachtung sie bekommen.

So ging es mir diese Woche mit einem Artikel der Financial Times: Der Iran will für die Passage durch die Straße von Hormus die Gebühren in Bitcoin eintreiben. Das allein ist schon bemerkenswert – schließlich läuft durch diese Meerenge rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels auf dem Seeweg.

Was in einer der bekanntesten internationalen Wirtschaftszeitungen fast nebenbei erwähnt wird, dürfte vielen Bitcoinern den Atem stocken lassen. Denn hier zeigt sich zumindest in Ansätzen, wie die Spieltheorie hinter Bitcoin in der Praxis funktioniert: In geopolitisch angespannten Zeiten, in denen Staaten einander misstrauen und Sanktionen umgehen wollen, werden Zahlungsformen attraktiv, die nicht von einem einzelnen Staat kontrolliert werden.

Ob das am Ende vor allem Bitcoin oder mehrere Kryptowährungen parallel betrifft, ist noch nicht ganz klar. Andere Berichte nennen zusätzlich den chinesischen Yuan. Für eindeutige Schlussfolgerungen ist es noch zu früh.

Auf X hat ein Nutzer vorgerechnet, dass der Iran innerhalb kurzer Zeit mehr Bitcoin akkumulieren könnte als Michael Saylor mit Strategy (ehemals MicroStrategy). Ob diese Rechnung aufgeht, ist noch völlig offen.

Trotzdem bleibt die Nachricht bemerkenswert. Denn sollte sich hier tatsächlich ein geopolitischer Anwendungsfall für staatlich akzeptierte Bitcoin-Zahlungen bestätigen, dürfte das in Washington, Peking und vielen anderen Hauptstädten kaum ohne Konsequenzen bleiben…

Hat das Rennen um das einzige absolut begrenzte Gut der Welt jetzt wirklich begonnen?

Übrigens sehen Kritiker in der möglichen Nutzung von Bitcoin durch den Iran einen weiteren Beweis dafür, dass Bitcoin etwas Dunkles und Kriminelles sei. Offensichtlich übersehen sie dabei das Kriegspotential, das grenzenlos erzeugbares Fiat-Geld überhaupt erst möglich gemacht hat…

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Hab einen schönen Montag oder eine gute Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.

Nicole ❤️


Veröffentlicht am 13. April 2026 auf Substack.


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