Bitcoin im Nebel – siehst du klar?
Als ich heute Morgen die Rollläden hochzog, blickte ich durch einen trüben Schleier und beobachtete aus der Ferne ein paar Menschlein, bei denen ich nur erahnen konnte, dass ihre Jacken und Mützen in Wirklichkeit kräftiger leuchten.
Nebel!
Was für eine passende Zusammenfassung dieser Woche.
Über Bitcoin hat sich mal wieder ein Schleier gelegt und dem digitalen Gold seinen Glanz genommen… zumindest für Außenstehende. Denn für einzelne „Verrückte“ hat sich Bitcoins Anziehung vervielfacht: günstige Einkaufspreise für das härteste Geld der Welt!
Der Bitcoin-Preis liegt nun knapp 50% unter seinem letzten Allzeithoch von 126.000 Dollar. Für Medien, Kritiker und Zweifler eine Katastrophe, für Bitcoin-Maximalisten und andere Psychopathen* eine Chance und ein Grund zur Freude.
Die heutige Newsletter-Ausgabe pustet den Nebelschleier weg, falls du ihn wahrnimmst – oder schärft deine Sicht, wenn du eh schon klar siehst.
*In der Bitcoin-Community bezeichnen sich Bitcoiner gelegentlich liebevoll als „Psychopathen“, nachdem Studien einen Zusammenhang zwischen Krypto-Interesse und bestimmten „dunkleren“ Persönlichkeitszügen festgestellt haben. Heißt natürlich nicht, dass Bitcoiner wirklich Psychopathen sind. Ist eher ein ironischer Insider-Witz der Szene.
Bitcoin im Nebel – siehst du klar? | Hintergrund mit KI generiert ✨
MEINE HEART WORDS DER WOCHE
1. Eine provokante These
Warum halten Menschen an Bitcoin fest? Selbst nach einem Crash von über 50%?
Eine US-Studie hat das bereits 2019 in einer ähnlichen Marktphase untersucht und kommt zu einer provokanten Schlussfolgerung:
„Das Vertrauen vieler Bitcoiner basiert weniger auf Fakten als auf Überzeugungen und Ideologie.“
Als ich das gelesen habe, hob ich eine Augenbraue.
Ist das wirklich so? Vertrauen Bitcoiner Bitcoin zu sehr?
Oder verstehen manche Wissenschaftler noch nicht, was hier eigentlich passiert…?
Darum geht es im neuen Heart Money Video.
Die Autoren des zugehörigen Papers identifizierten drei wiederkehrende Muster bei sogenannten „True Bitcoiners“:
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Sie halten die Bitcoin-Technologie für vertrauenswürdiger als die Menschen dahinter.
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Sie lehnen geldpolitische und soziale Hierarchien ab, die sie als korrupt wahrnehmen.
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Sie verstehen HODL nicht nur als Strategie, sondern als langfristige Haltung für eine stabilere Zukunft.
Wichtig ist: Die Studie der Michigan State University beschreibt diese Punkte ausdrücklich nicht als objektive Wahrheit, sondern als ideologische Perspektiven innerhalb der Bitcoin-Szene. Wie viel davon zutrifft – und wo etwas Grundlegendes übersehen wird – beleuchte ich im aktuellen Video.
Heart Money Episode 30 ▶️ Bitcoin Crash: Warum verkaufen Bitcoiner nicht?!
Das Paper selbst umfasst rund 20 Seiten und ist lesenswert für alle, die verstehen möchten, wie Bitcoiner aus akademischer Perspektive wahrgenommen werden. Es ist eine dieser Studien, bei denen man gleichzeitig nicken und den Kopf schütteln kann. Augenöffnend und faszinierend.
Link zur Studie
2. Ein Missverständnis
Die Autoren argumentieren, Bitcoiner nutzten den Begriff trustless, um Risiken mental auszublenden und Vertrauen aufrechtzuerhalten – obwohl Bitcoin ihrer Ansicht nach weiterhin stark von Menschen und sozialen Strukturen abhängt.
Das Problem: Im Paper wird trustless so interpretiert, als dürfe ein System absolut niemandem vertrauen – weder Menschen noch Institutionen. Da bei Bitcoin natürlich Entwickler, Miner und Nutzer beteiligt sind, folgern die Autoren: Bitcoin kann gar nicht trustless sein.
Doch hier besteht aus meiner Sicht ein Missverständnis.
Wenn Bitcoiner von trustless sprechen, meinen sie in der Regel nicht: Man muss niemandem mehr vertrauen. Sondern: Man muss niemandem blind vertrauen.
Oder, wie Bitcoin-Experte Andreas Antonopoulos es einmal treffend formuliert hat: Bitcoin ist kein System ohne Vertrauen – sondern eines, in dem Vertrauen durch Verifizierung ersetzt wird.
Im klassischen Finanzsystem musst du Institutionen vertrauen: dass die Geldmenge stimmt, Regeln eingehalten werden, Liquidität vorhanden ist… Es ist nicht möglich, das selbst zu überprüfen.
Bei Bitcoin hingegen kannst du, zumindest theoretisch, alles selbst verifizieren. Du musst keiner zentralen Instanz einfach glauben. Du kannst selbst prüfen.
Das ist es, was viele Bitcoiner mit trustless meinen: nicht eine Welt ohne Vertrauen, sondern eine, in der Vertrauen durch Transparenz und Überprüfbarkeit minimiert wird.
Don’t trust. Verify.
Und hier reden beide Seiten aneinander vorbei. Das Paper betrachtet Bitcoin aus der Perspektive klassischer sozialer Systeme, in denen Vertrauen immer zwischen Menschen entsteht. Bitcoiner hingegen sehen ein technologisches System, das genau diese Abhängigkeit reduziert.
Wenn man diesen Unterschied versteht, wird vielleicht auch klar, warum das Vertrauen vieler Bitcoiner selbst nach starken Preisrückgängen nicht einfach verschwindet.
Denn es basiert weniger auf kurzfristigen Kursen, sondern auf der Überzeugung, dass hier ein überprüfbares, neues Geldsystem entstanden ist. Darin liegt die eigentliche Kraft von Bitcoin.
3. Ein erhellendes Gespräch
Wie schafft man es, im Hier und Jetzt zu leben? Im Flow zu sein? Oder einfach nur… zu sein?
Diese Fragen begleiten mich schon lange. In den letzten Wochen noch intensiver als jemals zuvor. Ich kenne nur wenige Menschen, die darauf nicht nur kluge Antworten haben, sondern sie auch verkörpern. Aber es gibt sie:
Vor ein paar Tagen habe ich mit Marc Guilliard aus El Salvador gesprochen. Die meisten kennen ihn als „Marc vom Bitcoin Hotel“.
In der Bitcoin-Community wird er gleichermaßen geliebt und kritisiert. Kaum jemand polarisiert so sehr wie er. Ich durfte ihn interviewen und all meine kritischen Fragen stellen. Nichts wird geschnitten.
Nach dem 90-minütigen Interview, das voraussichtlich in einer Woche erscheint, haben wir noch weitergeredet. Über die Kontinente hinweg.
Als ich nach insgesamt drei Stunden schließlich auf „Gespräch für alle beenden“ klickte, war ich in einem anderen Zustand.
Alles wirkte intensiver, klarer, lebendiger. Die Farben in meiner Wohnung. Meine Präsenz. Ich fühlte mich fast wie nach einer bewusstseinserweiternden Erfahrung. Dabei hatte ich einfach nur ein langes Gespräch geführt – bei einem Glas Wasser.
Es braucht keine magischen Pilze, keinen Guru, keine äußeren Rituale. Tiefe Präsenz ist jederzeit möglich.
Ich kann nicht genau sagen, was diesen Zustand ausgelöst hat. Ich weiß nur: Im Hier und Jetzt und im Sein liegt eine große, unterschätzte Kraft.
Und ich hoffe sehr, dass unser Gespräch eine ähnliche Wirkung auf dich haben wird. Nächsten Sonntag auf meinem Heart Money Kanal.
4. Ein Fun Fact
Wenn du jedes Mal 100 Dollar investiert hättest, sobald Bitcoin für „tot“ erklärt wurde, würdest du heute mehr als 74 Millionen Dollar besitzen. Bei einem Gesamteinsatz von nur rund 46.000 Dollar.
Denn laut dem „Bitcoin-ist-tot“-Tracker wurde Bitcoin inzwischen bereits 463-mal für tot erklärt.
Link zum Bitcoin-ist-tot-Tracker
Diese Seite schicke ich gerne an Zweifler und Skeptiker und stelle nur zwei einfache Fragen:
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Wie erklärst du dir, dass Bitcoin trotz all dieser Negativ-Schlagzeilen immer wieder neue Höchststände erreicht hat?
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Warum sollte Bitcoin ausgerechnet jetzt wirklich tot sein?
Die Seite ist übrigens interaktiv: Hinter jedem „Bitcoin ist tot“-Datenpunkt wartet der originale Artikel oder Post. Ein Klick genügt.
Große Empfehlung für eine kleine Zeitreise durch Zweifel, Spott und Häme. Und verlässliche Comebacks.
5. Ein Zitat
Das Problem ist: Die Menschen, die so mächtige Systeme kontrollieren, entwickeln oft einen Gottkomplex. […] Und wir alle wissen: Macht korrumpiert. Bitcoin hat funktioniert, als es nur ein paar Cent wert war. Es funktioniert heute. Und es wird auch in 10, 50 oder 100 Jahren noch funktionieren. Das Beste daran: Niemand hat die Kontrolle. Und deshalb kann es nicht einfach gestoppt werden – und es gibt niemanden an der Spitze mit einem Gottkomplex. – Ein Reddit-Nutzer, 2019
Ausschnitt aus Studie “The Most Trustworthy Coin“, S.13
Für alle, die gerade durch Nebel gehen: Manche Wahrheiten zeigen sich erst mit der Zeit. Mögest du Geduld mit dem haben, was noch nicht zu erkennen ist.
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Hab eine gute Nacht oder eine schöne Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.
Nicole ❤️
Veröffentlicht am 8. Februar 2026 auf Substack.
Die Logik von Bitcoin ist klar und unwiderlegbar. Versprechen wurden immer gebrochen. Deshalb ersetzen wir das Versprechen “don’t do evil” mit der Garantie “can’t do evil”. Code is law! Niemand kann die Regeln von Bitcoin ändern, das ersetzt naives Vertrauen durch Wissen.