Saunagespräche mit Schweden
Als Deutschland 2020 in kollektiven Wahnsinn verfiel, habe ich Exil in Schweden gesucht. Gemeinsam mit vielen Gleichgesinnten wurden wir hier äußerst gastfreundlich aufgenommen, die Schweden waren ausnahmslos entspannt und respektvoll. Alles blieb normal, ohne Lockdowns, Schulschließungen, 3-/2G-Diskriminierung, Masken- oder Impfzwang. Die Schäden blieben begrenzt und eine gesellschaftliche Spaltung wurde vermieden.
Seit 5 Jahren lebe ich nun in einem Dorf mit 140 Mitbewohnern aus Dänemark, Norwegen, Polen, Ungarn,Österreich, Deutschland, Afghanistan, den Niederlanden - und auch einigen Schweden. Man grüßt sich freundlich und trifft sich im Handelsboden (Dorfladen), im Sommer am Badplats oder zu Mittsommer im Folketshus. Es gibt auch einen Fussballplatz mit Wembley-Rasen, leider ohne Spielbetrieb, aber dafür mit Vereinshaus inklusive Bastu (Sauna) und Tuna (Outdoor-Whirlpool). Dort treffen sich jeden Freitag Abend ein Dutzend alte Männer zu Sauna, Bier und Elch-Salami.

Etliche von ihnen zeigten mir auf ihren Handys stolz die Bilder von Kindern und Enkelkindern. Die leben in der Umgebung, auf Öland, in Stockholm oder sonstwo, alle in eigenen schönen Häusern. Sie haben Stugas (Sommerhäuser) am Meer, Boote, Quads und vieles mehr was das Leben angenehm macht. Nun ist der Schwede weder smarter noch fleißiger als der Deutsche, im Gegenteil, die Arbeitszeit wird strikt eingehalten und das Wochenende ist heilig, “lagom” heißt der Lebensstil (vergleichbar mit „mañana bei den Latinos). Schweden verdankt seinen Wohlstand der Vermeidung von Kriegsbeteiligungen seit 1814 (Minikrieg gegen Norwegen).
Aber wie konnten sich die Schweden trotzdem im Mai 2022 im Hauruck-Verfahren die NATO-Mitgliedschaft aufzwingen lassen? Es war eine gute orchestrierte Kampagne der Wallenberg-Familie (denen gehört die gesamte Rüstungsindustrie und halb Schweden), dem korrupten Königshaus (denen gehört die andere Hälfte), den Medien-Oligarchen, schwedischen Polit-Marionetten und der EU-Mafia. In der Jahreszeit genossen die Schweden die Sonne im Garten oder am See, auf einer Demo in Jonköpping kamen noch nicht mal 100 Leute zusammen. Ich als Republik-Flüchtling protestierte gemeinsam mit Kommunisten (Vänsterpartiet) für die Schweden, genutzt hat es nichts. Verrückt wie sich die politischen Koordinaten verschoben haben (aus Pazifisten wurden Bellizisten).

Heute hat die Mehrzahl der Schweden Angst vor einem russischen Angriff, ein Land wo es nichts ausser Wald und Seen gibt. Darüber kann man nur lachen, aber mit den Saunafreunden nicht reden. Im kalten Krieg tauchten angeblich russische U-Boote an den Küsten auf, dort ist es so flach dass wir beim SUP-Paddeln schon aufgesetzt haben (30 cm Tiefgang, Respekt vor den russischen Kapitänen). Heute tauchen nun russische (Langstrecken-) Drohnen auf. Weil die Elch-Salami so gut schmeckt, schweige ich auch dazu lieber. Schweden zahlt zusammen mit Dänemark (absurde 3% des BIP) und den baltischen Staaten den proportional höchsten Anteil zur Fortsetzung von Massenmord und Zerstörung in der Ukraine, Rüstungsaktien steigen (Saab, die mit den miesen Autos), Infrastruktur- und Sozialbudgets werden gekürzt. Nicht mein Bier, deshalb trinken wir noch eins und sprechen über die schönen Dinge des Lebens. Noch ist der Krieg weit weg, nur die häufigen Tiefflug-Einsätze deuten auf Spannungen hin, und die jungen Jet-Piloten kennen Krieg nur von Computerspielen und Hollywood-Schundfilmen wie Top Gun.

Ich wünsche meinen schwedischen Sauna-Opas dass sie niemals einen Krieg erleben müssen, und den Verlust von Angehörigen der in jeder deutschen Familie-Geschichte leider fester Bestandteil. Ich hoffe dass sie sich nicht weiter verhetzen, und niemals spalten lassen, so wie es heute in der deutschen Gesellschaft traurige Realität ist. Auf dass wir möglichst noch sehr viele entspannte Sauna-Freitage mit harmonischen Gesprächen erleben dürfen.
Danke für die sinnigen Gedanken. Es ist alles ein Wahnsinn, und der kennt einfach keine Grenzen.