Sparen bei Familien - oder endlich im System anfangen?
Das Problem ist nicht, dass gespart werden muss - sondern wo man anfängt!
Im Raum steht, die betragsfreie Mitversicherung einzuschränken - noch ist nichts beschlossen, aber die Richtung ist klar. Sie trifft wieder die, die ohnehin schon wenig Spielraum haben.
Schauen wir uns die Realität an:
Die gesetzliche Krankenversicherung bewegt jedes Jahr über 300 Milliarden Euro.
Trotzdem hören wir seit Jahren dieselben Themen:
- komplexe Strukturen
- viele einzelne Kassen
- parallele Prozesse
- langsame Digitalisierung im gesamten Gesundheitssystem.
Ja, die Verwaltung macht “nur” etwa 5-6% aus. Aber auch das sind jedes Jahr 15-20 Milliarden Euro.
Genau hier müsste die Diskussion beginnen:
Wie werden Prozesse einfacher? Wie werden Strukturen schlanker? Wie wird das System effizienter?
Auch beim Thema IT:
Viele Projekte im Gesundheitssystem dauern zu lange, werden teurer als geplant oder liefern verspätet. Das ist bekannt! Genau hier gäbe es Potenzial: Technologie - auch KI - könnte Prozesse vereinfachen, Entwicklung beschleunigen und Kosten senken.
Nicht über Nacht - aber Schritt für Schritt.
Stattdessen richtet sich der Blick weiter nach außen. Zu den Versicherten - zu den Familien.
Konkret:
Die Mitversicherung erlaubt es, Partner ohne oder mit geringen Einkommen beitragsfrei zu versichern. (Grenze 505€ im Monat,bei Minijobs 538€ im Monat)
Wer darüber liegt, muss sich selbst versichern - und zahlt schnell mehrere hundert Euro monatlich. Das führt zu einer Realtität, über die kaum gesprochen wird: Menschen müssen darauf achten, unter dieser Grenze zu bleiben - nicht aus Bequemlichkeit sondern weil das System es so vorgibt.
Warum sind viele überhaupt in dieser Situation? Weil Betreuung fehlt.
- zu wenig Kitaplätze
- unfelxible Zeiten
- lange Ferien ohne verlässliche Betreuung
DAS ist Alltag!
Das Ergebnis: Ein Elternteil reduziert Arbeit oder steigt aus. (was auch andere Folgen hat, aber das würde hier zu weit führen und regt mich nur noch mehr auf) Das Einkommen sinkt. Die Abhängigkeit vom System steigt. Und genau dort setzt die Diskussion jetzt an.
Nicht im System selbst. Nicht bei Strukturen. Nicht bei Effizienz.
SONDERN bei Familien.
Niemand bestreitet, dass das System Geld braucht
aber
Erst das System effizienter machen - dann über Einsparungen sprechen!
Denn so bleibt der Eindruck: Gespart wird nicht dort, wo es am sinnvollsten ist, sondern dort, wo es am einfachsten ist.