Bitcoin kaufen über regulierte KYC-Börsen

In diesem Artikel erfährst du, wie der Kauf auf einer solchen Plattform abläuft, warum dieser Weg so populär ist, aber auch, welche wichtigen Konsequenzen du dabei im Hinterkopf behalten solltest.
Bitcoin kaufen über regulierte KYC-Börsen

Was ist eine regulierte KYC-Börse?

Eine Krypto-Börse ist ein Unternehmen, das als Vermittler auftritt. Es bringt Käufer und Verkäufer zusammen und nimmt dafür eine kleine Gebühr. “Reguliert” bedeutet, dass die Börse sich an die Gesetze des jeweiligen Landes halten muss.

Ein zentraler Bestandteil dieser Gesetze ist das sogenannte KYC-Verfahren (Know Your Customer – Kenne deinen Kunden). Die Börse ist gesetzlich dazu verpflichtet, genau zu dokumentieren, wer ihre Kunden sind und woher deren Geld stammt, um Geldwäsche zu verhindern.

Wo kann man auf diesem Weg Bitcoin kaufen?

Es gibt weltweit hunderte solcher Krypto-Börsen. Für Anfänger im deutschsprachigen Raum haben sich Anbieter etabliert, die oft direkt in Europa reguliert sind. Bekannte Namen in diesem Bereich sind beispielsweise die Stuttgarter Börsen-App Bison, das österreichische Unternehmen Bitpanda oder auch große internationale Player wie Kraken oder Coinbase. Darüber hinaus gibt es auch Bitcoin-Only Börsen, die nur Bitcoin und keine Shitcoins anbieten, welche meist übersichtlicher und weniger Risiken bieten. Beispiele für Bicoin-Only Börsen sind 21Bitcoin, Coinfinity, Relai oder Pocket. Alle dieser Anbieter bieten in der Regel übersichtliche Smartphone-Apps an, die den Kauf mit wenigen Klicks ermöglichen.
Zudem gibt es mittlerweile Bitcoin-ETFs, die über einen Broker gekauft werden können. Für viele ist das bequem weil sie dort schon ein Konto haben. Außerdem kommt jetzt auch die Bankenlandschaft dazu, wie Sparkasse oder die DZ-Bank (Volks- und Raiffeisenbanken).

Warum wählen die meisten Anfänger diesen Weg?

Es gibt gute Gründe, warum der KYC-Weg für viele der Standard-Einstieg ist:

-Bequemlichkeit: Die Bedienung der Apps ist kinderleicht und für Menschen gemacht, die noch nie etwas mit Krypto zu tun hatten.
-Vertrauenskrise: Viele fühlen sich sicherer, wenn eine staatliche Aufsichtsbehörde (wie die BaFin in Deutschland) das Unternehmen kontrolliert.
-Kundenservice: Wenn du dein Passwort vergisst oder eine Überweisung festhängt, gibt es einen Support, den du kontaktieren kannst.
-Hohe Beträge und Liquidität: Wenn du tausende Euro auf einmal investieren möchtest, geht das auf großen Börsen schnell und oft zu sehr genauen Marktpreisen ohne hohe Aufschläge (Premium).
-Einfacher wieder ins Bankensystem zu kommen: Da der Staat immer verrücktere Bestimmungen für Kleinanleger auferlegt, kann es leichter sein wenn man im regulierten Bereich bleibt, wenn man vor hat seine Bitcoin wieder gegen Euro zu verkaufen.
-Automatisierter Handel: Auf klassischen KYC-Börsen kann man Order-Positionen setzen oder einen einfachen Sparplan einrichten um sich selbst aus den Emotionen Angst und Gier rauszuhalten.

So funktioniert der Kauf: Schritt für Schritt

Wenn du dich entscheidest, Bitcoin auf einer regulierten Plattform zu kaufen, gehst du in der Regel folgende Schritte durch:

Schritt 1: Kontoerstellung Du lädst dir die App deiner Wahl herunter oder besuchst die Plattform an deinem Computer. Dort gibst du deine E-Mail-Adresse und ein sicheres Passwort ein, um ein Benutzerkonto zu erstellen.

Schritt 2: Die Identitätsprüfung (KYC) Nun musst du deine Identität beweisen. Dafür gibst du deinen vollständigen Namen und deine Adresse an. Anschließend startest du einen Prozess, bei dem du ein Foto deines Personalausweises oder Reisepasses hochlädst und ein Selfie von dir machst. Manchmal findet das auch über einen kurzen Video-Anruf (Video-Ident) statt. Zudem kommen Banktransaktionen um zu beweisen dass dein Bankkonto zu dir gehört. Manchmal wird auch eine Rechnung oder Steuerbescheid verlangt. Übrigens wird seit dem Jahr 2026 von den Börsen automatisch dem Finanzamt alles mitgeteilt. Du musst dich also dem Staat so richtig nackig machen.

Schritt 3: Geld einzahlen Nachdem dein Konto freigeschaltet wurde (was von wenigen Minuten bis hin zu ein paar Tagen dauern kann), überweist du Euro auf dein neues Börsen-Konto. Das funktioniert meist per normaler Banküberweisung (SEPA), oft werden auch Kreditkarten oder Zahlungsdienstleister angeboten.

Schritt 4: Bitcoin kaufen Sobald dein Euro-Guthaben im Konto sichtbar ist, klickst du auf “Kaufen”, wählst Bitcoin aus und gibst den gewünschten Betrag ein. Die Bitcoin werden dir sofort gutgeschrieben. Jedoch ist das nur ein digitaler Eintrag, der ein Versprechen ist dass du die Bitcoin auch erhalten wirst. Die Börse ist der Besitzer, sie hält den privaten Schlüssel deiner Bitcoin.

Schritt 5: Bitcoin von der Börse holen, der Schritt den die meisten nicht gehen
Die meisten Krypto- und Bitcoin-Only Börsen bieten es an dass man seine Bitcoin auszahlen kann. Dabei ist es wichtig dass man das richtige Netzwerk auswählt, wer nämlich Bitcoin auf beispielweise auf dem Ethereum Netzwerk verschickt, wird seine Bitcoin vielleicht das letzte mal gesehen haben. Dazu muss eine Empfangsadresse eingegeben werden, die man genauestens auf seiner Hardwarewallet überprüfen sollte. Danach macht die Börse noch Passwortabfragen und E-Mail-Bestätigungen und nach ein paar Minuten bis ein paar Tagen schickt es die jeweilige Börse dann los. Bei diesem Schritt hören grob 95-98% der Menschen auf. Dort hört es nämlich auf mit der Bequemlichkeit und Verantwortung abgeben. Dort beginnt die echte Welt von Bitcoin. Zudem machen es gesetzliche Regulierungen immer komplexer dies zu tun. Mit der neuen Micar Regulierung in Europa, werden Satoshi-Tests, digitale Signaturen oder Fotos von Empfangsadressen verlangt, was selbst für fortgeschrittene Leute oft nicht bequem ist. Wer jedoch seine Bitcoin auf der Börse liegen hat, der riskiert einen Totalverlust, MtGox oder FTX sind nur ein paar wenige Beispiele von Vielen. Wenn du Bitcoin abgibst, ist das so wie ein Löwe ohne Zähne.

Die Konsequenzen: Was du unbedingt wissen musst

Dieser bequeme Einstieg hat jedoch seinen Preis. Es gibt wichtige Nachteile und Risiken, derer sich jeder Anfänger bewusst sein sollte:

Verlust der Privatsphäre
Du gibst deine sensibelsten Daten an ein privates Unternehmen weiter. Die Plattform weiß ganz genau, wer du bist, wo du wohnst und wie viel Geld du investierst. Diese Daten müssen oft jahrelang gespeichert werden.

Gefahr für deine Daten (Honeypots) Weil diese großen Börsen Millionen von Kundendaten (inklusive Ausweiskopien) sammeln, sind sie enorm attraktive Ziele für Hacker. In der Vergangenheit kam es immer wieder vor, dass Server gehackt und die Identitätsdaten der Kunden im Darknet veröffentlicht oder für Betrug missbraucht wurden.

Not your keys, not your coins Dieser berühmte Leitsatz der Bitcoin-Community bedeutet: Wenn du nicht die geheimen Zugangsdaten (die “Schlüssel”) zu deinen Bitcoin besitzt, gehören sie dir nicht wirklich. Lässt du deine gekauften Bitcoin auf der Börse liegen, besitzt du lediglich das Versprechen der Börse, dass sie dir diese später auszahlen wird. Geht die Börse pleite, können deine Bitcoin für immer verloren sein.

Kontosperrungen Die Börse kann dein Konto jederzeit einfrieren. Wenn ein Algorithmus entscheidet, dass eine deiner Überweisungen verdächtig aussieht, oder wenn die gesetzlichen Vorgaben sich ändern, kommst du plötzlich nicht mehr an dein Geld heran, bis du weitere Dokumente eingereicht hast.

Zusammenfassend:

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten KYC-Bitcoin zu kaufen. Jede Art hat ihre Vorzüge. Um das Risiko eines Verlustes durch eine Börsenpleite aber zu umgehen, solltest du lernen, wie du deine gekauften Bitcoin anschließend von der Börse abhebst und auf eine eigene Hardware-Wallet transferierst. Das mag zwar unbequemer erscheinen, aber erst dann bekommst du die volle Power von Bitcoin und lernst eine Menge dazu, du wirst mit Sicherheit nicht dümmer dadurch.

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