Das Difficulty Adjustment

Das Difficulty Adjustment ist eine Innovation, die oft zu wenig Beachtung bekommt. Sie ist ein weiteres Herzstück was Bitcoin so einzigartig macht.
Das Difficulty Adjustment

Die Schwachstelle der physischen Welt

Um zu verstehen, warum dieses Detail so genial ist, müssen wir erst einen Blick darauf werfen, wie das bisherige Wirtschaftssystem funktioniert. Nehmen wir Gold als Beispiel: Gold ist wertvoll, weil es selten ist und es enorm viel Arbeit kostet, es aus der Erde zu graben. Was passiert aber, wenn der Goldpreis plötzlich explodiert? Wenn eine Unze Gold plötzlich das Zehnfache wert ist, wird der Goldabbau über Nacht unfassbar profitabel. Die Minenbetreiber stellen sofort mehr Leute ein, kaufen gigantische Bagger und öffnen stillgelegte Bergwerke, die sich vorher nicht gelohnt haben. Die logische Folge: Es wird viel mehr Gold geschürft. Das Angebot an neuem Gold steigt rapide an, und dieser plötzliche Überfluss drückt den Preis auf dem Markt meist schnell wieder nach unten.

Bei jedem physischen Rohstoff der Welt bestimmt der Preis also automatisch, wie viel davon neu produziert wird. Preis und Angebot sind untrennbar miteinander verknüpft.

Das eiserne Uhrwerk von Bitcoin

Bitcoin wurde jedoch erschaffen, um absolut vorhersehbar und unmanipulierbar zu sein. Das System hat dafür eine feste Regel: Im Durchschnitt soll weltweit nur alle zehn Minuten ein neuer Block gefunden und an die Blockchain gehängt werden. Nur durch diesen neuen Block werden auch neue Bitcoin als Belohnung erschaffen.

Der Rhythmus, in dem neue Bitcoin auf den Markt kommen, ist also fest vorgegeben. Doch was ist, wenn der Bitcoin-Preis so wie beim Gold explodiert? Genau das passiert in der Realität ständig. Ein hoher Preis lockt mehr Miner (die digitalen Goldsucher) an, weil es lukrativer wird. Sie stellen mehr und leistungsstärkere Miner auf, die mit Hochdruck an dem Proof-of-Work-Rätsel rechnen.

Wenn nun aber plötzlich doppelt so viele Miner an dem Rätsel arbeiten, würden sie die richtige Lösung rein statistisch auch doppelt so schnell erraten. Die Blöcke würden plötzlich alle fünf Minuten statt alle zehn Minuten gefunden werden, und es kämen doppelt so viele neue Bitcoin auf den Markt. Genau hier greift Bitcoin einzigartiger Abwehrmechanismus.

Wie das Difficulty Adjustment funktioniert

Bitcoin besitzt eine Art eingebauten Thermostat für die weltweite Rechenleistung. Das System ist so programmiert, dass es exakt alle 2016 Blöcke (was bei einem normalen 10-Minuten-Takt knapp zwei Wochen entspricht) eine automatische Bestandsaufnahme macht.

Das Netzwerk wirft unbestechlich einen Blick auf die Mathematik und stellt fest: Wie lange haben die Miner im Durchschnitt für diese letzten 2016 Blöcke gebraucht?

Waren die Miner durch die viele neue Hardware zu schnell und haben im Schnitt nur 8 Minuten gebraucht? Oder waren sie zu langsam und haben 12 Minuten gebraucht, weil vielleicht Stromausfälle einige Miner lahmgelegt haben? Basierend auf exakt diesen Daten passt Bitcoin völlig automatisch die Schwierigkeit (Difficulty) des mathematischen Rätsels an. Waren die Miner zu schnell, wird das digitale Zahlenschloss schwerer gemacht. Sie müssen nun förmlich nach der Nadel in einem noch viel größeren Heuhaufen suchen. Waren sie zu langsam, wird das Rätsel leichter.

Die Revolution: Trennung von Preis und Angebot

Das Resultat dieser simplen Code-Zeilen ist eine absolute finanzielle Revolution. Durch das Difficulty Adjustment wird bei Bitcoin die Neuschöpfung (das Angebot) komplett vom Marktwert (dem Preis) entkoppelt.

Egal, ob der Bitcoin 10 Dollar, 10.000 Dollar oder 1.000.000 Dollar wert ist. Egal, ob eine einzelne Person auf ihrem alten Laptop Mining betreibt oder gigantische Industrieanlagen die Energie ganzer Atomkraftwerke nutzen, um Millionen von Computern raten zu lassen: Es wird nicht ein einziger Bitcoin mehr produziert. Die neuen Blöcke und die Belohnungen kommen weiterhin stur alle zehn Minuten.

Wenn der Preis steigt, können die eifrigen Miner nicht einfach mehr Bitcoin aus dem System herausquetschen. Sie machen durch ihren extremen Konkurrenzkampf und ihre immense Rechenleistung lediglich das Netzwerk sicherer, da die Schwierigkeit des Rätsels in die Höhe schießt und es für Angreifer noch unmöglicher wird, die Blockchain zu manipulieren.

Für Anfänger mag das Difficulty Adjustment nur wie eine langweilige Programmzeile klingen. In Wahrheit ist es mit der Grund, warum Bitcoin überhaupt das “härteste” Geld der Welt ist. Es ist der einzige Vermögenswert der Menschheitsgeschichte, der völlig immun dagegen ist, dass ein steigender Preis eine unkontrollierte Produktionsflut auslöst. Das Difficulty Adjustment sorgt wie ein unermüdliches Metronom dafür, dass das Bitcoin-Herz ruhig und verlässlich im 10-Minuten-Takt weiterschlägt.

[{“question”:“Welche Aufgabe hat das Difficulty Adjustment?”,“options”:[“Notwendig für Atomic Swaps”,“Macht das Transferieren von Bitcoin leichter”,“Einfachere Nutzung von Side-chains”,“Gleichmäßige Blockzeit und Ausschüttung neuer Bitcoin”],“correctIndex”:3},{“question”:“Wie lange ist die durchschnittliche Blockzeit bei Bitcoin vorgesehen?”,“options”:[“1 Minute”,“8 Minuten”,“10 Minuten”,“12 Minuten”],“correctIndex”:2},{“question”:“Was revolutioniert dieser Mechanismus?”,“options”:[“Trennung von Staat und Geld”,“Beendet die größerwerdende Armutsschere”,“Trennung von Preis und Angebot”,“Trennung von echten Bitcoin und Paper-Bitcoin”],“correctIndex”:2},{“question”:“Wie oft wird die Schwierigkeit für die Miner angepasst?”,“options”:[“Alle 60000 Blöcke (ca einmal im Jahr)”,“Alle 210000 Blöcke (bei jedem Halving)”,“Alle 216 Blöcke (täglich)”,“Alle 2016 Blöcke (ca jede 2 Wochen)”],“correctIndex”:3}]


No comments yet.