Das Halving

Wenn man in den Nachrichten von Bitcoin hört, taucht alle paar Jahre ein Begriff auf, der die Krypto-Welt in völlige Euphorie versetzen kann: das sogenannte "Halving" (zu Deutsch: Halbierung). Es wird von Fans oft wie eine Art digitale Weltmeisterschaft oder ein Neujahrsfest zelebriert. Für Außenstehende klingt es dagegen meist wie ein hochtechnischer Fehler im System. Dabei ist das Halving im Grunde einer der einfachsten und genialsten wirtschaftlichen Bausteine von Bitcoin.
Das Halving

Die Halbierung der Ausbeute

Das Halving ist exakt das, wonach es klingt: Ein vorhersehbares Ereignis, bei dem diese Belohnung für die Miner knallhart in der Mitte durchgeschnitten wird.

Als der mysteriöse Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto die Software im Jahr 2009 startete, war das System noch großzügig. Ein Miner bekam damals stolze 50 Bitcoin für jeden neuen Block. Satoshi Nakamoto hat jedoch eine eiserne, unveränderliche Regel tief in das Kassenbuch einprogrammiert: Nach exakt 210.000 gefundenen Blöcken – was bei einem Tempo von 10 Minuten pro Block ziemlich genau vier Jahren entspricht – halbiert sich die Belohnung vollautomatisch.

Die historische Abfolge dieses Mechanismus sieht daher so aus:

-Start 2009: 50 Bitcoin pro Block

-Erstes Halving (2012): 25 Bitcoin

-Zweites Halving (2016): 12,5 Bitcoin

-Drittes Halving (2020): 6,25 Bitcoin

-Viertes Halving (2024): 3,125 Bitcoin

-fünftes Halving (vorraussichtlich April 2028): 1,5625 Bitcoin

Dieser unaufhaltsame Countdown der Halbierung wird weitergehen (etwa bis ins Jahr 2140), bis schließlich der allerletzte Bruchteil eines Bitcoins geschürft ist und die Belohnung praktisch auf Null sinkt. Kleiner Fun-Fact, ca im Zeitraum vom Jahr 2105 bis 2140 wird nur noch ein einziger Bitcoin dazukommen, weil die Blockbelohnung so klein dann ist.

Warum das Ganze? Ein Schutzschild gegen Inflation

Man könnte berechtigterweise fragen: Warum sollte sich ein System freiwillig selbst so beschneiden? Warum bekommen die fleißigen digitalen Buchhalter immer weniger Lohn für dieselbe harte Arbeit?

Die Antwort ist der vielleicht wichtigste Grund, warum Bitcoin überhaupt erfunden wurde: die Bekämpfung von Inflation. Bei unserem normalen Geld (wie dem Euro oder dem Dollar) können Zentralbanken jederzeit auf Knopfdruck unbegrenzt neues Geld in das System pumpen. Das Problem an diesem Gelddrucken ist offensichtlich: Wenn es immer mehr und mehr Geldscheine gibt, sinkt der Wert jedes einzelnen Scheins. Unser Geld entwertet sich selbst. Alles wird teurer, das Ersparte verliert an Kaufkraft.

Bitcoin wurde als direktes Gegenmittel zu dieser endlosen Geldvermehrung entworfen. Der Code garantiert, dass es in der gesamten Geschichte der Menschheit niemals mehr als exakt 21 Millionen Bitcoin geben wird. Das Halving ist der eingebaute Bremsmechanismus, der sicherstellt, dass diese absolute Grenze langsam, stabil und absolut kontrolliert erreicht wird.

Die Metapher der Goldmine

Das Halving lässt sich fantastisch mit einer klassischen Goldmine vergleichen. Als die Mine im Jahr 2009 gerade erst eröffnet wurde, lag das Gold förmlich lose an der Oberfläche. Die frühen Minenarbeiter mussten sich nur bücken, um kiloschwere Nuggets aufzuheben. Es strömte massenhaft neues Gold (die 50 Bitcoin) auf den Markt.

Je länger die Schürfer jedoch arbeiten und je tiefer sie in den Berg vordringen, desto härter wird das Gestein. Sie müssen immer tiefer graben, sich durch massiven Fels fressen, um noch an feinste Goldadern zu kommen. Der Ertrag für dieselbe schwere Arbeit wird unweigerlich immer geringer, weil das Gold schlichtweg knapper wird.

Genau dieses Prinzip ahmt Bitcoin digital nach. Das Halving simuliert das immer knappere Vorkommen eines gigantischen, globalen Edelmetalls. Weil durch das Halving alle vier Jahre abrupt nur noch halb so viele neue Bitcoins pro Tag auf den Markt gelangen, trocknet das Neuangebot nach und nach aus.

Bleibt in der Welt die Nachfrage nach Bitcoin gleich hoch (oder steigt sie sogar, weil immer mehr Menschen das System nutzen), trifft diese Nachfrage unweigerlich auf ein halbiertes Angebot neu geschürfter Coins. Durch das Halving verwandelt sich Bitcoin von einer anfangs leicht zu bekommenden Währung langsam aber sicher in das vielleicht knappste digitale Gut, das wir kennen. Und das Schönste daran: Es passiert völlig ohne zentrale Kontrolle, vorhersehbar für alle auf den Coin genau.

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