Freie Medienakademie XXIII
Die Osterpause war dann doch nicht so ruhig, wie wir das geplant hatten. Ich habe zwar alle Interviewanfragen zu meiner Versetzung in den Ruhestand abgelehnt, aber es gab trotzdem ein paar Berichte – in der Berliner Zeitung, bei Tichy und (offenbar unvermeidlich) in der Süddeutschen Zeitung, wo mich mein Dauerbegleiter Sebastian Krass ein Jahr jünger gemacht und der Freien Medienakademie gleich noch einen dritten Mitstreiter beschert hat. Was soll man sagen. Geraune da, wo ich Klartext vorgelegt hatte – sicherheitshalber ohne Link zum Original.
Thomas Hartung, ein Medienforscher, hat meinen „Fall“ auf dem Portal Ansage! genutzt, um den Blick wegzulenken von „Schuld“ (Welcher Präsident, Dekan, Kollege ist verantwortlich?) und nach der Struktur von Institutionen zu fragen. „Wie muss eine Universität gebaut sein, damit sie Irrtum und Dissens aushält, ohne den Dissidenten prozedural zu erdrosseln?“ Und ein letzter Link, interessant für alle, die sich für die Strukturen der Gegenöffentlichkeit interessieren: Apollo News geht das Thema stärker biografisch an und liefert etliche Zeilen zu der Frage, wie ich es denn wohl mit dem Staat Israel halte (Spoiler: Man weiß es nicht).
Ich möchte nicht versäumen, mich auch an dieser Stelle noch einmal für die vielen Nachrichten, Wünsche, Aufmunterungen zu bedanken. Jetzt aber endlich zum Tagesgeschäft.

Texte
Elitendenken ist mir fremd. Besser konnte der Neustart kaum sein. Ein Interview mit Paul Schreyer, Mitherausgeber von Multipolar. Es geht um eine Kindheit in der DDR und 9/11 als Schlüsselerlebnis.
Das Boot ist voll. Die Schweiz stimmt im Juni über Migration ab. Michael Straumann, unser Mann vor Ort, liefert Pro und Contra und ganz nebenbei ein Lehrstück darüber, warum auch direkte Demokratie den Volkswillen nur bedingt umsetzt.
Simson, Sterni, Stasi. Gut, dass wir auch jemanden in Ostdeutschland haben. Sven Brajer war bei einer Show, die so nur dort funktionieren kann.
Geimpfte leben kürzer. Das neue Buch von Gerd Reuther ist wie eine Achterbahnfahrt: „anschnallen, festhalten – und trotzdem wissen, dass man nicht mit heiler Haut davonkommt“. Meine Rezension von „Riskanter Schutz“.
Nixons nuklearer Bluff. Alles drin im vierten Teil der Serie „Atomkrieg aus Versehen“ von Bastian Werner: ein betrunkener US-Präsident, Nordkorea und gezielte Desinformation.
Ray Kurzweils Homunculi. Von der Vergangenheit in eine Zukunft, in der wir angeblich ewig leben werden. Beate Broßmann sagt in ihrer Rezension: Blödsinn. Wir werden doch schon heute irre an uns selbst.
Jorgos Geschichte. Simone Manger berichtet von den neuen Post-Vac-Verfahren am Oberlandesgericht Koblenz, wo doch noch eine Auskunftspflicht für Moderna und Co. herauskommen könnte.
Angepasste Literatur. Eugen Zentner findet im Magazin Bücher ein Interview mit Jungstar Lukas Rietzschel, das ihn grübeln lässt. Immerhin: Es gibt Hoffnung – ein alternatives Literaturnetzwerk.

Videos
Ein Interview, das aus einem unserer Texte entstanden ist. Anfang März gab es einen Bericht über die Bürgerinitiative „Gegenwind Bayerischer Wald“, und jetzt habe ich einen der Protagonisten interviewt – Josef Erhard, der schon als Bub wusste, dass er Förster werden will, und jetzt, im Herbst seines Lebens, Windräder in der Heimat verhindern möchte.
Kurse
Der Kompaktkurs Journalismus und das Seminar „Intellektuelle Selbstverteidigung“ sind voll. Es wird aber Neuauflagen geben. Schon fest steht dieser Termin im Herbst:
24. bis 27. September: Interview
Außerdem jederzeit (wochentags, Anfragen per Mail): Still bleiben, dagegenhalten, weglaufen? Wie wir im Gespräch bleiben.
Sonstiges
Ich habe die Berliner Erklärung zur Meinungsfreiheit als Erstunterzeichner unterschrieben. Wer mag, kann sich dort gern anschließen. Und: Es gibt eine Rezension zum Buch „Medienskepsis in Ostdeutschland“, erschienen auf dem Portal ostdeutschland.info.