Was ist Solidarität

Was genau bedeutet Solidarität? Die Idee der Solidarität ist uralt. Doch kann der Begriff Solidarität auch falsch verstanden und damit falsch angewandt werden?
Was ist Solidarität

Um diese Frage zu klären muss die Definition zu Solidarität genauer unter die Lupe genommen werden. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Solidarität“ ist „Zusammengehörigkeit“. Solidarität steht also dafür, dass Menschen sich gegenseitig helfen und unterstützen. Dabei kann sie ein freiwilliger symbolischer Akt sein oder eine materielle Hilfe. Solidarität brauchen vor allem Menschen, die für ihre Rechte einstehen und kämpfen müssen da sie häufig alleine stehen und somit auf die Unterstützung anderer angewiesen sind. Es gilt dabei, ihre Anliegen gegen die Mehrheitsgesellschaft durchzusetzen. Menschen in Not können Hilfe von denen erhalten, denen es gut geht.

Die Herkunft der Solidarität

Der Ursprung des Wortes Solidarität findet sich im Schuldrecht. Im Römischen Reich konnten sich verschuldete Personen darauf verlassen, dass andere Menschen ihnen helfen werden. Familienmitglieder mussten für die Gesamtheit der Schulden gerade stehen und die Gesamtheit für die Schulden des Einzelnen. Das erinnert an den Musketierspruch „Einer für Alle. Alle für Einen“.

Mit der Industrialsierung im 18. und 19. Jahrhundert fand die Solidarität auch im politischen Handeln Einzug. Viele Bauern verliessen damals ihre Dörfer, um in den Städten nach Arbeit zu suchen. Kannte in ihrer Heimat noch jeder jeden, so erwarteten sie nun in den Städten Armut und Einsamkeit. Nicht nur für Bauern waren diese Umstände schwer, auch die Arbeiter in den Städten waren mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Ihre Arbeitsbedingungen waren häufig sehr schlecht, die Bezahlung nicht ausreichend zum Leben. Arbeiter und Bauern erkannten dann, dass sie die gleichen Probleme und Ziele hatten und solidarisierten sich. Zusammen setzten sie sich für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen ein.

Heute – im 21. Jahrhundert – hat sich die Bedeutung und Idee von Solidarität gewandelt. Politiker fordern sie meist dann, wenn sie die Bürger auf zukünftige belastende Ereignisse vorbereiten wollen. Solidarität wird auch dann gefordert, wenn es im Grunde keine Ursache dazu gibt, sondern nur um einen politischen Willen durchzusetzen,

Wie kam es zu dieser Umdeutung der Solidarität

Wie oben beschrieben, fand im 18. und 19. Jahrhundert eine grosse Wanderung von Bauern und Arbeitern statt. Sie gingen in die Städte und hofften dabei, dass sie gute Bedingungen vorfinden würden um einer geregelten Arbeit nachgehen zu können und somit mit einem mehr oder weniger regelmässigen Einkommen rechnen konnten. Dieser Umstand führte dazu, dass Familien auseinander gerissen wurden. Im Dorf fehlten sodann auch die Unterstützung für Hilfesuchende, was zu einer schleichenden Minderung von Solidarität im ursprünglichen Sinne führte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Familien in Europa noch weiter entzweit worden. Viele Frauen mussten sich selber durchschlagen und ihre Kinder ernähren. Doch die grosse Umdeutung von Solidarität blieb zu der Zeit noch aus. Mitte der 1960er Jahre und mit der 68er-Bewegung fand dann ein grosser Gesinnungswandel statt. In der Folge wurde das patriarchische System massiv in Frage gestellt. Der Katalog der thematisierten Frauenrechte wurde stark ausgeweitet und im Feminismus diskutiert. Die Gleichstellung der Frauen erfuhr dann auch almählich staatliche Anerkennung.

In der Folge verlor die Familie immer mehr an Bedeutung da die Frauen mehr und mehr unabhängiger wurden. Das soll hier keine Kritik und Schuldzuweisung sein – im Gegenteil – dass sich Frauen immer mehr gleichstellen konnten führte auch zu mehr Freiheit. Dennoch wurde die Bedeutung der Familienbande arg strapaziert und war als soziales Gebilde geschwächt. Damit einher geht, dass das Konzept der Solidarität – Familienmitglieder helfen einander, Dorfmitglieder unterstüzen einander – nach und nach den urpsprünglichen Sinn verlor. Soziale Aufgaben und Bündnisse übernahm mehr und mehr der Staat. Der Staat erhielt damit Macht über Familienstrukturen und griff über die Jahrzehnte immer mehr in dieses Konzept ein.

Solidarität wurde sodann vom Staat umgedeutet und wird heute beim Durchsetzen von politischen Zielen dem einzelnen Staatsbürger quasi aufgezwungen. Durch geschickte Rhetorik der Politiker und Staatsführer wird heute Solidarität nicht mehr als das Musketier Motto „Einer für Alle. Alle für Einen.“ eingesetzt sondern wird als soziales Druckmittel benutzt. Dies wurde ab dem Jahr 2020 besonders deutlich, als die WHO eine Pandemie ausgerufen hat. Staatsführer riefen die Masse – und nicht Einzelne Hilfsbedürftige wie es dem ursprünglichen Konzept nach gegolten hat – dazu auf, sich solidarisch zu zeigen und sich massenhaft mit einer experimentellen Substanz impfen zu lassen. Das Konzept von Solidarität wurde damit komplett umgedeutet. Es gilt nicht mehr viele helfen wenigen, sondern viele machen Druck auf wenige.

Wie kann die alte Solidarität wiederbelebt werden

Irgendwann braucht jeder einmal die Hilfe und Unterstützung von anderen. Da wir Menschen alle zur selben Familie gehören – nämlich der Menschheitsfamilie – kann Mitgefühl und Empathie dazu beitragen, dass wieder mehr aufeinander zugegangen wird. Es braucht dazu Eigenverantwortung und Ehrlichkeit und den Willen zuzuhören. Ängste beherrschen eine Person und sie wendet sich Hilfesuchend an einen der keine oder weniger Angst hat. Hier beginnt Solidarität auf menschlicher Ebene – nicht auf staatlich doktrierter Macht.


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